Mehr Strom als erwartet liefert die Fotovoltaikanlage auf der Kläranlage. FOTO: JOL
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Mehr Strom als erwartet liefert die Fotovoltaikanlage auf der Kläranlage. FOTO: JOL

Finanzielle Lage entspannt sich

  • Joachim Legatis
    vonJoachim Legatis
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Feldatal(jol). Das einstige Armenkind kommt langsam finanziell auf die Beine, wie Bürgermeister Leopold Bach für Feldatal vorrechnet. In der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung in Windhausen sagte er, wenn die Entwicklung so weitergeht, sei mit einem Überschuss von 183 000 Euro zum Jahresende zu rechnen. Das liegt auch an niedrigeren Baukosten für den Hochbehälter Windhausen und einer zu erwartenden Sonderzahlung für einen Windpark. "Wir machen keine großen Sprünge", sagte Bach zu den Ursachen.

Angepeilt war in diesem Jahr ein Überschuss von rund 25 000 Euro, doch die CoronaZeiten wirken sich auch auf die Gemeindekasse aus. Da sei ein Rückgang bei dem Einkommenssteueranteil zu erwarten. Vom Land wurden 57 000 Euro Kompensation für entgangene Gewerbesteuer zugesagt. Immerhin konnten die wichtigen Investitionen umgesetzt werden, so für ein Löschfahrzeug in Stumpertenrod, Modernisierung der Feldahalle und der Bau einer Fotovoltaikanlage auf der Kläranlage Schellnhausen.

Zu dem Solarkraftwerk erläuterte Beigeordneter Martin Kern, dass der Ertrag sehr gut sei. Binnen vier Monaten sei so viel Strom erzeugt worden, wie für ein halbes Jahr geplant war. "Wir werden ein gutes Ergebnis bekommen", folgert Kern. Bach wunderte sich, dass die FV-Anlage nicht schon früher installiert wurde. Sie senkt die Betriebskosten für das Klärwerk erheblich.

Unerwartet werden wohl 10 000 Euro hinzukommen, die sich aus dem Gestattungsvertrag für den Windpark Eckmannshain mit der Planungsfirma iTerra ergeben. Denn in dem Vertrag war festgelegt, dass der Bau bis November beginnen muss, ansonsten hat die Gemeinde ein Rücktrittsrecht. Damit sie diese Option nicht zieht, wurde eine Kompensation vereinbart, die fällig wird, wenn nicht bis November gebaut wird. Und das ist unwahrscheinlich, weil wohl erst im Februar mit einer Gestattung durch das Regierungspräsidium zu rechnen ist. "Das ist sehr positiv", freut sich Bach. Die Planungsfirma zeigte sich auch gegenüber der Kita Stumpertenrod großzügig. Zur Sanierung eines Bauwagens spendete man 1000 Euro.

Voran kommt die Gemeinde auch bei einem anderen Ärgernis. So beschloss das Parlament einstimmig bei einer Enthaltung den Jahresabschluss 2012. Das bedeutet, dass der Haushalt 2012 nachträglich gebilligt wurde. Die Jahresabschlüsse für bisherige Haushalte sind Grundlage für den aktuellen Haushalt, aber die Finanzabteilung des Gemeindeverwaltungsverbands hat da viel nachzuarbeiten. Bach verwies darauf, dass in diesem Jahr bereits der dritte Jahresabschluss genehmigt wird, er hofft, dass man in dem Tempo weitermacht.

Zwei Beschlüsse fasste die Gemeindevertretung noch. So wird einigen Eltern die Kita-Gebühr in Stumpertenrod für die Monate April und Mai erlassen. Damals wurden ihre Sprösslinge wegen Corona nicht betreut. Zudem brachten die Gemeindevertreter die Übertragung des Personenstandswesens an das Standesamt in Grebenau auf den Weg.

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