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Der Bauausschuss besichtigt das mögliche Baugebiet Sommerberg, das mit einer schönen Hanglage besticht.

Erst Gammelbauten beseitigen

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Feldatal (jol). Das Votum der Ortsbeiräte ist klar. Zuerst sollen Baulücken geschlossen und verfallene Gebäude im Ort instand gesetzt werden, bevor man neue Baugebiete ausweist. Entsprechend vorsichtig geht die Gemeinde Feldatal an das zukünftige Neubaugebiet Sommerberg heran.

Bei einem Ortstermin erfreuten sich zwar die Mitglieder des Bauausschusses an der wunderbaren Sicht auf der sonnigen Südhang-Wiese, aber schließlich schreckt man vor den Ausbaukosten von über 200 000 Euro zurück. Deshalb beschloss der Ausschuss einstimmig, die Verwaltung solle erst einmal die Kosten ermitteln, bevor man über die weiteren Schritte entscheidet.

Vorangegangen war ein Ortstermin an der Straße "An der Stückwiese" in Groß-Felda, die zu einem rund 6200 Quadratmeter großen Areal führt. In der Verlängerung der Straße könnten sechs bis acht Bauplätze entstehen, wie Christian Berner von der Bauverwaltung des Gemeinde-Verwaltungsverbands GVV erläuterte. Die Kommunalpolitiker meinten, es sei ein schönes Baugebiet an einem sonnigen Hang. Man hat einen schönen Blick in das Feldatal. Bürgermeister Leopold Bach sagte, dass es bereits einen Interessenten gibt, der mit seiner Familie dort bauen möchte.

Umbau alter Gebäude fördern

Allerdings ist das Grundstück in Privatbesitz und nicht erschlossen. Ausschussvorsitzender Hans-Werner Völzing verwies darauf, dass der Bereich an der Grenze zu Kestrich im Flächennutzungsplan der Gemeinde als mögliches Baugebiet ausgewiesen sei. Um Häuser zu errichten, sei eine Planänderung nötig und Kanal, Wasserleitung sowie eine Straße sind zu bauen. Ein Problem der starken Neigung ist, dass zwei Kanalstränge für die Häuser nötig werden, die jeweils unterhalb der Gebäude verlaufen. Das verteuert die Erschließung, wie Berner erläuterte.

Der Ortsbeirat Groß-Felda hat über ein mögliches Neubaugebiet beraten und hält das Schließen von Baulücken für wichtiger, wie Bach sagte. So sei der Bereich des ehemaligen Sägewerks unansehnlich, es gebe Baulücken sowie ungenutzte alte Gebäude. Wenn die Ortslage attraktiver geworden sei, könne man Neubaugebiete erschließen.

Bach hat auch bei anderen Ortsbeiräten nachgefragt, wie der Bedarf an Neubaugebieten eingeschätzt wird. In keinem Ortsteil wird ein dringender Handlungsbedarf gesehen. Immer wieder kam die Antwort, zuerst sollten Baulücken geschlossen und verfallende Anwesen saniert werden. In Zeilbach und Stumpertenrod gibt es noch Baugrundstücke, zählte Bach auf, in Kestrich sind ebenfalls Flächen vorhanden.

Der Ausschuss nahm die Anregungen der Ortsbeiräte auf, so regte Monika Becker an, über Fördermöglichkeiten bei der Umnutzung alter Gebäude nachzudenken. Völzing stimmte dem zu, ein solches Förderprogramm wäre eine prima Sache: "Es gibt aber noch keine zündende Idee", wie es aussehen kann. Berner sieht als Problem, dass die Gebäude in Privatbesitz sind und die Eigentümer oft nicht verkaufen wollen. Auch kann die Gemeinde nicht mit Steuermitteln vergammelnde Gebäude aufkaufen und teuer sanieren, betonte Bach.

So beschloss der Ausschuss einstimmig, die Verwaltung solle erst einmal die groben Kosten für ein mögliches Neubaugebiet Sommerberg erkunden. Dabei geht es um den Kaufpreis des Areals und die Kosten für die Planänderung, um den Bereich überhaupt als Baugebiet auszuweisen. Die Erschließungskosten können ermittelt werden, wenn es konkrete Bauanfragen gibt.

Die Gemeinde kann es sich nicht leisten, Bauplätze auf Vorrat zu schaffen, wie Bach sagte. In Zeilbach stehe die Ablöse der dortigen Bauplätze von der hessischen Landgesellschaft an, wie Bach sagte. Das soll über 200 000 Euro kosten.

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