Bürgermeisterwahl

Durchmarsch für Bach

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Mit einem überraschend deutlichen Erfolg hat Leopold Bach die Bürgermeisterwahl in Feldatal für sich entschieden. Mit 81,7 Prozent setzte er sich klar gegen Karsten Schmidt durch.

Die erste Fassungslosigkeit war schnell geschwunden, dann nahm Leopold Bach seinemn Kontrahenten Karsten Schmidt kurz in die Arme. Schmidt hatte gerade als fairer Verlierer dem neuen Bürgermeister von Feldatal gratuliert. Mit 81,7 Prozent der Stimmen hat der Jurist aus Wahlen die Bürgermeisterwahl klar für sich entschieden. Dann gab es einen innigen Kuss von Ehefrau Sandra und schier endloses Händeschütteln. Landrat Manfred Görig meinte, "machen Sie etwas Gutes daraus", Bürgermeister Ulrich Künz strahlte, schließlich ist Bach Mitglied der Mehrheitsfraktion in Kirtorf. Neben vielen Bürgerinnen und Bürgern in der gut gefüllten Feldahalle gratulierten Nachbar-Bürgermeister und Kommunalpoltiker.

Die Überaschung hatte sich um 18.22 Uhr angekündigt, als das erste Wahlergebnis aus Kestrich einlief. Da lag Bach mit 77,1 Prozent haushoch über Schmidt mit 22,9 %. Nach vier Ergebnissen meinte Schmidt resigniert "das ist die Wechselstimmung, das wird sich nicht mehr drehen". Sogar in seinem Heimatort Groß-Felda konnte er nicht mehr als 26,3 % reißen.

Erste Reaktionen

Leopold Bach sagte in seiner ersten Stellungnahme, "ich bin überrascht, dass es so klar und eindeutig wurde". Allerdings habe er bereits bei seinen Hausbesuchen eine starke Wechselstimmung verspürt. Hauptgrund für die große Zustimmung sei wohl, "dass ich als Mensch überzeugt habe". Nun sei er nur glücklich, dass sich die harte Arbeit der vergangenen Wochen gelohnt hat. Immerhin habe er jeden Haushalt aufgesucht. Am Montag feiert er seinen 30. Geburtstag und hat doppelten Grund zum Feiern.

Karsten Schmidt war enttäuscht über das magere Ergebnis, er hatte sich zumindest 40 % Zustimmung erhofft. "Aber der Wähler entscheidet und das muss man akzeptieren," sagte der 54-Jährige. Die Bevölkerung sei absolut unzufrieden mit den örtlichen Parteien "und hat mich stellvertretend abgestraft". Die Bürger hätten es ihm übel genommen, dass hinter ihm zwei Parteien standen.

Marcus Görig (FWG) hat das klare Ergebnis nicht erwartet. Er bedauerte, dass es im Wahlkampf teils persönliche Anfeindungen gab. Die FWG habe sich seit Jahren bemüht, konstruktive Arbeit für Feldatal zu leisten, wurde dann ausgebremst und nun gebe es ein solches Ergebnis. Das sei sehr bedauerlich. Hans Werner Völzing (SPD) sagte, Leopold Bach habe damit gepunktet, dass er einen Strich ziehen will. Es sei auch eine Protestwahl gegen FWG und AUF gewesen. Bach habe den großen Vorteil, nichts mit den bisherigen Verhältnissen in Feldatal zu tun zu haben. Es sei ein Fehler der AUF gewesen, den Partner im Parlament zu wechseln.

Peter Weiß (AUF) bedauerte das Ergebnis, aber Bach sei nun eindeutig gewählt. Er befürchtet, dass sich nicht viel ändert. Denn die finanziellen Probleme und die Fraktionen bleiben. Ralf Bunn (CDU) freute sich über einen Bürgermeister "mit Perspektive und ohne Altlasten". In den vergangenen Jahren habe die FWG ihre Politik durchgesetzt, nur den letzten zwei Jahren war das anders. Nun gebe es eine Chance, dass die Blockadehaltung im Parlament endet.

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