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Gegenüber der Firma Pluramex in Köddingen entsteht eine Freiflächen-Fotovoltaikanlage.

Bürgerbeteiligung

Drei Solarkraftwerke für Feldatal

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Strom aus Sonnenkraft ist im Trend - gleich in mehreren Orten entstehen große Fotovoltaikanlagen auf Wiesen. Daraus winken für die Bürger Beteiligungsmöglichkeiten am Ertrag.

Zwei Gewerbeflächen in Groß-Felda und Köddingen sowie das Dach der Firma Pluramex werden künftig zur sauberen Stromerzeugung genutzt. Die Freiflächenanlagen sind auf eine Stromerzeugung von 1,75 Millionen Kilowattstunden (kWh) jährlich ausgelegt, das ersetzt 388 000 Kubikmeter Erdgas. Dafür bebaut die Firma Entegro aus Nordrhein-Westfalen Grundstücke am Ortseingang von Groß-Felda neben Auto-Niepoth und hinter der Firma Pluramex am Ortsausgang von Köddingen.

Detailliert stellte Firmenchef Dieter Röttger die technischen Details der Anlagen vor, doch auf das größte Interesse beim Info-Abend in der Feldahalle stieß sein Angebot, sich finanziell am "Solarpark Feldatal" zu beteiligen. Das ist ab 2500 Euro möglich, was den Einstieg auch für Privatleute erleichtert. Bei Groß-Felda werden 6500 Quadratmeter Fläche mit Solarmodulen auf Stahlstreben ausgestattet. Ein Randstreifen wird nicht bebaut, Hecken und Bäume dürfen die Oberflächen nicht beschatten. In Köddingen wird ein Grundstück von 5600 Quadratmetern genutzt, zudem erhält die 100 Meter lange Halle der daneben liegenden Firma eine Dachflächenanlage. Das sind Investition von rund 1,6 Millionen Euro. Baubeginn soll noch im Juni sein, berichtete Röttger.

Gemeinde erwartet 46 000 Euro

Bürgermeister Leopold Bach begrüßt die neue Nutzung der seit langen Jahren brachliegenden Gewerbeflächen. Die Solarmodule stoßen auf gute Akzeptanz in Feldatal, "ich habe bisher aus der Bevölkerung nichts negatives gehört", sagte er nach der Info-Veranstaltung. Auch in deren Verlauf waren keine kritischen Stellungnahmen zu vernehmen, Nachfragen bezogen sich nur auf die Beteiligungsmöglichkeiten. Bach sah die Bearbeitung des Projekts auch als Bewährungsprobe für die Bauabteilung des Gemeindeverwaltungsverbands. Bekanntlich haben die vier Kommunen Feldatal, Grebenau, Romrod und Schwalmtal ihre Verwaltungen zusammengelegt, für die Bauabteilung wurden Fachkräfte eingestellt. Das Planungsverfahren sei reibungslos gelaufen, freut sich Bach. Er beziffert die Einnahmen der Gemeinde auf 46 000 Euro für Pacht der Fläche und Leitungsrechte. Zudem hofft er auf künftige Gewerbesteuereinnahmen.

Vorhaben in anderen Orten

Die Fotovoltaikanlagen in Feldatal reihen sich ein in die Planungen in Nachbarkommunen. So will die Energiegenossenschaft Vogelsberg bei Ehringshausen am Bahndamm Freiflächenanlagen bauen. Der städtebauliche Vertrag ist in Arbeit, wie Erster Beigeordneter Eckhard Kömpf sagt. Es gebe noch weitere Gespräche, um Anlagen zu bauen. In Homberg laufen offenbar keine Planungen für Solarkraftwerke auf der grünen Wiese.

Hombergs Bürgermeisterin Claudia Blum sagte, ihr seien keine Planungen bekannt. Im Vorjahr habe man auf dem Dach des Kläranlagen-Gebäudes eine Anlage errichtet. In Ulrichstein ist ein Solarkraftwerk auf der alten Erddeponie an der Straße nach Helpershain vorgesehen. In Mücke laufen Vorbereitungen für zwei Freiflächenanlagen, wie Bürgermeister Andreas Sommer bestätigt. Bei Ober-Ohmen werde eine Anlage auf Privatgrundstücken geplant. Für eine Anlage auf der alten Mülldeponie bei Nieder-Ohmen hat die Gemeinde Angebote abgefragt. Dort stehen sieben Hektar Gelände zur Verfügung, das Gelände sei nach Süden ausgerichtet, "ideal für solche Anlagen". Darüber soll das Parlament in einer der nächsten Sitzungen beraten.

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