Mit "Nein" stimmen: Hans-Dieter Stein (links), Hans-Werner Völzing.
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Mit »Nein« stimmen: Hans-Dieter Stein (links), Hans-Werner Völzing.

Chance auf Einnahmen

  • Joachim Legatis
    VonJoachim Legatis
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»Stimmt mit ›Nein» und lasst die Windkraftfläche drin, weil sie uns nichts kostet und Geld für die Gemeinde bringen kann.« So umschreiben Hans-Werner Völzing und Hans-Dieter Stein die Position der IG Markhohl zum Bürgerentscheid.

»Stimmt mit Nein» und lasst die Windkraftfläche drin, weil sie uns nichts kostet und Geld für die Gemeinde bringen kann.« So umschreiben Hans-Werner Völzing und Hans-Dieter Stein die Position der IG Markhohl zum Bürgerentscheid. Stein und Völzing haben beide Grundstücke im Bereich des Windvorranggebiets Markhohl. Mit 15 weiteren Grundstückseignern haben sie sich in der IG Markhohl zusammengeschlossen. Dass dort nicht gebaut werden kann, ficht sie nicht an, sie werben für ein »Nein« beim Bürgerentscheid. Denn die Kosten für die Änderung des Flächennutzungsplans bezahlt der Windkraft-Projektierer, die Gemeinde spart rund 40 000 Euro.

Wichtig ist Stein und Völzing, sich die Chance offenzuhalten, künftig Einnahmen für die Gemeinde zu generieren. Die IGM habe freiwillig der Gemeinde 25 Prozent der Pachteinnahmen angeboten. Wenn der Windpark kommt, seien das über 150 000 Euro bei vier Anlagen auf privaten und zwei auf Gemeindeflächen. Dazukämen Gewerbesteuer und Anteile an Pachteinnahmen von Rotoren im Waldstück von Hessen Forst. »Mit dem Geld könnte man fast komplett den Zuschuss für den Kindergarten decken«, so Stein. Die Haupt-Windrichtung sorge dafür, dass die Anlagen nur selten zu hören seien.

Die Gemeinde solle sich die Chance erhalten, bei geänderten Bedingungen doch Windenergieanlagen errichten zu können. Hier verweisen die beiden Groß-Feldaer auf die Erfahrungen mit der Windkraftfläche Eckmannshain. Über Monate hinweg hatte das Regierungspräsidium einen Windpark wegen des Vogelschutzgebiets ausgeschlossen, nun sind sieben Anlagen geplant.

Stein ist als Landwirt in der Markhohl täglich unterwegs, er hat in den vergangenen Jahren Rotmilane kommen und gehen sehen. Vor drei Jahren war kaum ein Vogel zu sehen, inzwischen sind sie häufiger. Das könne sich ändern, die Vögel seien nicht sesshaft. Und Raubvögel lassen sich von Windkraftanlagen nicht schrecken. So hat ein Falke die Leiter der Kleinwindanlage Steins zu seinem Ruhepunkt auserkoren. Verärgert sind Stein und Völzing über die Verzögerungstaktik der Gemeinde, man hätte das Verfahren schneller durchziehen und eventuell zu einem anderen Ergebnis bringen können. Die Planungen laufen seit 2013, so Völzing. Im Herbst 2013 beschloss das Parlament, der Gemeindevorstand solle die Änderung des Flächennutzungsplans vorbereiten. In Romrod wurde die Planung schnell angegangen, in Feldatal »war das immer schleppend«.

Erst im Februar 2015 gab es die Entscheidung im Gemeindeparlament für eine Änderung des FNP. Da hatte die IG Markhohl ihr Angebot noch mal nachgebessert, so Völzing. So bot man 25 Prozent der Pachteinnahmen, »als freiwilliges Geschenk«, bei vier Anlagen also die Pachteinnahme einer Anlage komplett an. »Ich war fassungslos, da bieten wir Geld an und es geschieht nichts«, so Völzing, der einst selbst im Gemeindevorstand mitgearbeitet hat. Es gab nicht einmal eine Bestätigung, dass das Angebot bei der Gemeinde eingegangen ist. Bei der Diskussionsrunde sagte Bürgermeister Schlosser, dass der Gemeindevorstand das Gespräch mit der IGM gesucht habe, diese wollte aber erst eine schriftliche Vereinbarung. Der Projektierer brauchte eine Grundlage für die eigenen teuren Planungen, erläuterte Völzing.

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