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Eine der modernen Windkraftanlagen auf der "Platte" bei Stumpertenrod. (jol)

Im Ausschuss Mehrheit gegen geplanten Windpark

Feldatal (jol). Die Gemeinde nimmt Abstand vom Windpark Markhohl, mit Mehrheit von FWG und CDU entschied am Dienstag der Hauptausschuss der Gemeindevertretung gegen einen windkraftfreundlichen Flächennutzungsplan

. Damit entfällt die Grundlage für den Bürgerentscheid, der von der Initiative Unser Feldatal im Frühjahr auf den Weg gebracht wurde, er wurde aus formalen Gründen für zulässig erklärt. So reagieren die Gemeindevertreter auf die Entwicklung im Genehmigungsverfahren für die geplanten Windparks Markhohl und Wolfhain. Mit Rücksicht auf Rotmilan und Schwarzstorch kann am Wolfhain kein Windpark entstehen, im Bereich Markhohl eingeschränkt. Deshalb kommt weniger Geld in die Gemeindekasse als angenommen, das wiege die Nachteile von weiteren Windparks nicht auf. Das Parlament muss dem noch zustimmen.

Die kritische Haltung deutete sich schon in der Beratung an. Bürgermeister Dietmar Schlosser erinnerte daran, das der Gemeindevorstand vor der Sommerpause bereits beantragt hat, die Gemeindevertretung solle den Flächennutzungsplan Markhohl/Wolfhain wieder aufheben.

Beide Areale sind im Entwurf des Teil-Regionalplans Mittelhessen "regenerative Energien" enthalten. Aber Biologen haben nun im Auftrag der Projektenwickler wpd (Markhohl) und Renertec (Wolfhain und Teilbereich Markhohl) festgestellt, dass in beiden Gebieten viele windkraftempfindliche Vögel leben. Deshalb, so Schlosser, hat Renertec die Planung für den Windpark Wolfhain und zwei Anlagen am Dautzenrod (Windpark Markhohl) aufgegeben. Das waren die Gebiete, in denen die Gemeinde über Pacht Einnahmen erzielen wollte.

In der Sitzung erklärte Jörg Süllwald von wpd, dass seine Firma weiter versuche, Anlagen im Bereich Markhohl genehmigt zu bekommen. Wenig problematisch seien die geplanten Anlagen im Waldbereich bei der Bundesstraße B 49. Am Waldrand in Richtung Groß-Felda leben Rotmilan und Schwarzstorch, er hofft auf eine Einigung mit der Oberen Naturschutz-Behörde. Wie viele Anlagen möglich sind, wisse er erst in einigen Monaten.

Folge ist, dass maximal ein 15%-Anteil bei drei Anlagen im Bereich Markhohl möglich sind. Im Forst kassiert nur das Land. Karl-Friedrich Dörr (CDU) meinte, die Anlagen ergäben nur Sinn, wenn die Gemeinde Geld verdient - und das sei sehr unsicher. Marcus Görig (FWG) fügte an, "wenn es ganz blöd läuft, gibt es nur die Anlagen im Wald und die Gemeinde hat nichts davon". Nur Hubert Klaus (SPD) wollte abwarten, bis die Natur-Gutachten abgeschlossen sind. Bei 4 Stimmen von FWG und CDU gegen 3 von SPD und AUF lehnt der Ausschuss die Aufstellung des FNP ab.

Der Bürgerentscheid ist zulässig, beschlossen FWG, CDU und AUF bei Nein der SPD. Diese wollte dem Bürgerentscheid anfügen, dass ein Aus für Windparks dazu führen kann, das die Gemeinde Einnahmen verliert. Bei einem Nein und einer Enthaltung der SPD beschloss der Ausschuss, die Gemeinde soll für den Regionalplan anregen, dass Rotoren am Vogelsberg aufgestellt werden dürfen. Dort hat die Gemeinde Grundstücke.

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