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Rudi Falk hat mit vielen Fundstücken aus seiner Werkstatt eine sehr besondere Skulptur geschaffen. Er nennt sie "Gespicknis". Foto: hso

Fundstücke in Skulptur eingebaut

Der Altmetall-Künstler und sein Gespicknis

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Rudi Falk ist ein egschickter Hobbybastler und er hat beim Aufräumen seiner Werkstatt in Groß-Felda aus Fundstücken eine kuriose Skulptur geschaffen. Die Teile bilden nun ein "Gespicknis".

Was ist ein "Gespicknis"? Trotz umfangreicher Recherchen gelang es dem Verfasser nicht, eine Erklärung für diesen Begriff zu finden. Viele kennen zwar das Wort, aber so richtig erklären kann es niemand. Manche erklären es mit einem speziellen Durcheinander, andere wiederum meinen, dass es sich um ein wahlloses Zusammenfügen von allerlei Teilen handelt, die eigentlich niemand mehr braucht.

Rudi Falk aus Groß-Felda, von Hause aus ein echter "Metaller" und als Tüftler und Bastler bekannt, weiß es eigentlich auch nicht. Er hat seine Skulptur zwar mit dem Begriff "Gespicknis" versehen, aber eine konkrete Erklärung für den Namen hat er nicht. "Es ist halt ein "Gespicknis", sagt Falk. Es erinnert jedenfalls sehr an die beweglichen maschinenähnlichen Skulpturen des Schweizer Künstlers Jean Tinguely (1925-1991).

Die Idee zu diesem Kunstwerk kam ihm beim Aufräumen seiner Werkstatt. Vieles hatte sich im Laufe der Jahre in den Ecken und Regalen angesammelt und sollte nun eigentlich zum Alteisen oder in den Abfall. Im Rahmen seiner Aufräumaktion erinnerte er sich plötzlich an ein Bauwerk, das er einmal vor Jahren im Urlaub gesehen und natürlich auch fotografiert hatte. Und dann nahm alles seinen Lauf. Das was eigentlich entsorgt werden sollte, diente dazu, das sogenannte "Gespicknis" zu bauen.

Als Grundlage dienten ein alter Eisenreifen und ein größeres Eisenrohr. Nach und nach schweißte Falk allerlei Metallteile wie Wasserrohre, Wasserhähne, ein Kreissägeblatt, Bügeleisen, alte Pflugscharen, Zahnräder, Zugfedern jeglicher Größe, eine Schlepperwasserpumpe, einen Scheinwerfer, Bremssättel und sogar noch ein Paar alter Skier zusammen.

Immer wenn er Zeit und Lust hatte, werkelte der rüstige Rentner an seinem Kunstwerk und in rund fünf Wochen war er soweit, dass er es den Vorübergehenden und Vorbeifahrenden vor seinem Haus in der Hauptstraße präsentieren konnte. In der Scheune und in weiteren Räumen präsentiert er mit Stolz seine Werkstätten. Neben der mit allerlei Maschinen ausgestatteten Metallwerkstatt hat er noch eine Holzwerkstatt.

Die Geräte hat er über die Jahre zusammengesucht und auch gekauft. Außerdem besitzt er einen reichen Fundus an allerlei Kleinteilen. "Wenn ich etwas sehe, denke ich, dass ich es irgendwann einmal gebrauchen könnte und nehme es mit nach Hause", erzählt Rudi Falk. Sein ganzer Stolz sind seine alten Motorräder, Mopeds und Fahrräder, die alle noch fahrtüchtig sind.

Der eine und andere im Dorf erinnert sich noch daran, als er seine Mutter zu einem runden Geburtstag im "Motorradgespann" durchs Dorf fuhr und ihr damit einen großen Wunsch erfüllte. Überall auf dem Anwesen von Rudi Falk findet man Kreationen der unterschiedlichsten Art.

So steht zum Beispiel auf dem Dach der gegenüberliegenden Garage ein altes solarbetriebenes Fahrrad, dessen Räder sich drehen und vor der Garage zeigt der sogenannte "Fealler Werrerstea" immer das aktuelle Wetter an. "Ich kann ziemlich alles gebrauchen," sagt Falk und irgendwann im Laufe der Zeit fand auch das eine oder andere mitgenommene Teil wieder als Ersatzteil oder für eine Dekoration seinen Platz.

Auch alte Wanduhren haben es dem Tüftler angetan. Wo immer er eine solche findet, wird sie restauriert und auf jeden Fall wieder zum Laufen gebracht, berichtet er stolz. Neben all dieser Sammel- und Bastelleidenschaft bleibt ihm aber immer noch Zeit für seine anderen Hobbies, Wandern, Radfahren, das Erkunden der Natur und das Musizieren im Posaunenchor Groß-Felda. Auch hier wissen seine Kollegen seine speziellen Fähigkeiten sehr zu schätzen. Es kommt nicht selten vor dass er in der Probe um Rat gefragt wird und ihm manches defekte Teil zur Reparatur mitgegeben wird. Denn eines ist sicher: "Der Rudi findet für fast jedes Problem eine Lösung und dies immer zur Zufriedenheit seiner Auftraggeber."

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