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Das verlassene Produktionsgelände in Groß-Felda könnte bei einer Dorferneuerung mit Fördermitteln saniert werden.

Alle für Dorferneuerung

  • Joachim Legatis
    vonJoachim Legatis
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Feldatal (jol). Am Ende war alles ganz einfach - einstimmig setzt das Gemeindeparlament Feldatal auf Dorferneuerung (DE). In einer Sondersitzung beschlossen Bürgerliste und Freie Wähler, einen Antrag auf Aufnahme in das IKEK-Programm des Landes Hessen zu stellen. Das ist der Nachfolger des früheren Dorferneuerungsprogramms. Im Unterschied zu der DE wie zum Beispiel in Stumpertenrod wird dabei ein Konzept für die ganze Gemeinde erstellt und mit hohen Zuschüssen umgesetzt.

Wermutstropfen ist, dass die Ausweisung neuer Baugebiete am Ortsrand deutlich schwieriger wird, wie Bürgermeister Leopold Bach in der Sitzung erläuterte.

Zum Auftakt sagte Vorsitzende Lisa-Marie Schott (BL), dass sie nach der Sitzung in der Vorwoche »zahlreiche Rückmeldungen« von Feldatalern erhalten habe. Diese hätten großes Unverständnis gezeigt, dass die Abstimmung über den IKEK-Antrag nicht kurzfristig auf die Tagesordnung gelangt ist. Sie appellierte an die Kommunalpolitiker, der Wahlkampf sei vorbei, man solle lieber gemeinsam für Feldatal arbeiten. »Wir hätten uns diese Sitzung ersparen können«, schloss sie.

Bürgermeister Leopold Bach erläuterte detailliert, wie die Gemeinde in das Programm gelangen kann. Demnach sind zehn Kommunen landesweit für die Aufnahme vorgesehen, davon eine aus dem Vogelsbergkreis. Wie groß die Chancen auf Aufnahme sind, ist nicht bekannt.

Wenn Feldatal in das IKEK-Programm aufgenomen wird, können private Baumaßnahmen mit rund 35 Prozent der Kosten bezuschusst werden. Bei Projekten der Gemeinde in Gemeinschaftshäusern oder Ähnlichem gilt eine Förderquote von 65 bis 75 Prozent. Dabei geht es um Baumaßnahmen in den bestehenden Ortslagen, zudem sollen »Energieeffizienz gesteigert und der Flächenverbrauch verringert werden«.

Das bedeutet auch, dass Neubaugebiete nur in Einzelfällen zulässig sind. Dabei wird geprüft, ob sie eine Entwicklung in den Ortskernen behindern. Das Beispiel Kirtorf zeige aber auch, dass Baugebiete nach einer solchen Prüfung zugelassen werden können, sagte Bach. Der Gemeindevorstand habe den Antrag einstimmig beschlossen.

Für die Bürgerliste kündigte Patricia Klein die Zustimmung an. Im Vorfeld habe man ausgiebig über die Unterlagen von Bürgermeister Bach beraten und offene Fragen geklärt. Auch Arno Stumpf (FWG) sicherte ein positives Votum zu. Dass die FWG in der Vorwoche gegen die Aufnahme des Antrags gestimmt hat, lag an der kurzen Vorbereitungszeit. Er habe die Unterlagen erst drei Tage vor der Sitzung erhalten und »es war eine Menge Stoff. Das ging mir persönlich zu schnell«, andere in der Fraktion hätten das ebenso empfunden. Die Freien Wähler waren nie gegen den Antrag für das IKEK-Programm, betonte Stumpf.

Nach 22 Minuten endete die Sitzung mit einem einstimmigen Votum. Ob Feldatal aufgenommen wird, ist unklar.

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