Fachwart Manfred Schlosser mit Teilnehmern des Baumschnittlehrgangs. FOTO: HSO
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Fachwart Manfred Schlosser mit Teilnehmern des Baumschnittlehrgangs. FOTO: HSO

Äpfel sollten einzeln am Baum hängen

  • vonHerbert Schott
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Feldatal-Groß-Felda(hso). Fachwart Manfred Schlosser vom Obst- und Gartenbauverein Groß-Felda/Kestrich (OGV) favorisiert eindeutig den Sommerschnitt an den Obstgehölzen. Dies wurde beim Schnittlehrgang in der Obstbaumanlage "Im Saugarten" deutlich. Trotz der Corona-Einschränkungen trafen sich um die 20 Interessierte, um ihr Wissen in Bezug auf den Obstbaumschnitt zu vertiefen.

Vor den Schnittmaßnahmen wies Schlosser auf die Bedeutung der Streuobstwiesen für den Natur- und Umweltschutz hin. Bei der Neupflanzung von Obstbäumen solle man unbedingt ein Drahtgeflecht (am besten Hasendraht) gegen Wühlmäuse anbringen, so die Expertenempfehlung. Auch auf das richtige Werkzeug beim Baumschnitt ging er ein. Er plädiert für den Herbst als beste Pflanzzeit der jungen Bäume. Der Sommerschnitt gehört zu den wichtigsten Pflegemaßnahmen eines Baumes, da durch ihn das Wachstum des Baumes reguliert wird. Es sei wichtig, bei voll hängenden Apfelbäumen eine Fruchtausdünnung vorzunehmen. Bei kurzstieligen Sorten wie Goldparmäne, Cox Orange, Renette und Berlepsch solle möglichst jede Frucht einzeln hängen. Bei langstieligen Sorten können auch zwei Früchte nebeneinander hängen. Dichtere Fruchtbüschel bei Äpfeln, Birnen und Pfirsichen sind auf jeden Fall auszudünnen. Es gelte die Faustregel, dass die Früchte schon eine Faustbreit Platz haben sollen. Man erreiche dadurch eine gute Qualität des Apfels und auch einen besseren Geschmack. Dieser sei dann auch für die Qualität des späteren Apfelsaftes und des Apfelweins verantwortlich.

Der ideale Zeitpunkt für den Sommerschnitt ist laut Schlosser die Zeit von Mitte Juli bis August, wenn das Triebwachstum abgeschlossen ist und neue Blütenknospen für das nächste Jahr angelegt werden.

Beim Sommerschnitt werden vor allem die senkrechten und nach innen wachsenden Triebe entfernt. Dabei sollte aber nicht zu viel aus der Krone herausgenommen werden, damit die Früchte noch weiter gut ernährt werden. Weiterhin findet in der Krone eine bessere Belüftung statt, die den Pilzbefall verringert. Außerdem können durch mehr Licht die Früchte besser ausreifen. Man solle aber darauf achten, dass nicht zu viele Triebe entfernt werden, so Schlosser. Bei stark wachsenden Apfel- und Birnensorten sollten besonders die aufrecht wachsenden Wasserschosse entfernt werden. All diese Empfehlungen konnten von den Besuchern in der Praxis geübt werden. Im Anschluss wechselte man kurz die Straßenseite, um sich zum Ende des Jahres gepflanzten Hochstämme anzusehen.

Zur Verwendung kamen dabei folgende Apfelsorten: Jakob Lebel, ein Herbstapfel, der zwei bis drei Monate lagerbar ist, Ingrid Marie, Roter Boskop, Goldparmäne, Topaz, Ontario, Rote Sternrenette und ein Florin, der besonders süß und saftig ist. Alle gepflanzten Bäume waren gut angegangen und versprechen, wenn sie so weiterwachsen, künftig einen guten Ertrag. Schlosser empfahl durchaus, bei entsprechend großen Grundstücken auch einmal den einen oder anderen Hochstamm zu pflanzen.

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