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Federboas und ein Fluxkompensator

  • vonDieter Graulich
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Ulrichstein(au). Die Zeitreise ist einer der größten Menschheitsträume. Beim Weiberfasching ist er wahr geworden, dank Fluxkompensator, der Zeitreisemaschine aus dem Film "Zurück in die Zukunft". Das Programm mit der Strategie "von Frauen für Frauen" und einem bunten Mix aus Garde-, Showtänzen und Sketchen sowie Männerballetts hatte Weiber aus dem gesamten Vogelsberg in die Narrhalla gelockt. Sie war voll bei der Auftaktveranstaltung der Faschingskampagne des KVM mit Unterstützung des SV Chattia. Schon beim Blick auf die Tischdekoration wurde klar, in "Mullstaa" ist die Zeit durcheinandergeraten. So gab es Tische, die mit Knochen sowie Schiefertafeln Neandertalern gerecht wurden. Sie befanden sich in der Nachbarschaft von elegant geschmückten Plätzen mit Perlenketten und Federboas der 1920er Jahre. Auch zu den anderen Leitthemen wie Wilder Westen, Cyberpunks, Flowerpower sowie die alten Griechen und Römer hatten sich die Veranstalter ausgefallene Tischgestaltungen ausgedacht.

So vielfältig wie die Dekoration waren die Kostüme der Zeitreisegruppe. Sie wurden, wie auch die übrigen Tänze, gestaltet und choreografiert von Ronja Grimm-Continanza. Wer könnte ein Zeitdurcheinander besser durchschauen als der geniale Doc Emmet L. Brown alias Ute Grimm, die mit Daniela Frank als "Frollein vom Zeitkontrollamt" die Moderation bestritt.

Edwin Schneider als Wild-West-Held

Die Drohung, die Veranstaltung wegen fehlender Ausweispapiere vorzeitig zu beenden, hing als Damoklesschwert über dem Publikum. Doc Brown zog alle Register, um Hilfe gegen die Dame vom Amt zu bekommen. Dabei bezog er das Publikum ein und versuchte es sogar mit einer berauschenden Tüte und dem Evergreen "All you need is love". Bürgermeister Edwin Schneider unterstützte als tanzender und singender Wild-West-Held die Rettung der Party. Tatkräftig kamen auch die zu Hilfe gerufenen Ortsvertreterinnen auf die Bühne. Jede Ortschaft erhielt die Chance, sich kurz mit einem Schlachtruf vorzustellen und sich eine Zeitspritze von Doc Brown abzuholen. Die inzwischen beliebteste Spritze im Vogelsberg versprach entsprechend der Farbe eine Zeitreise in die Vergangenheit, Zukunft oder jede Menge Spaß in der Gegenwart.

Die Gardetänze mit viel Charme und Ideenreichtum - von den Roten Funken aus Ulrichstein, den Blau-Weißen Funken des KSV Ober-Seibertenrod, der Tanzgarde des SV Ehringshausen und der Tanzgarde des Knuts Hut Clubs Groß-Felda - begeisterten immer wieder. Viele Erinnerungen wurden wach beim Streifzug durch die letzten elf Jahre mit den die Lila Funken.

Kurzweilig und abwechslungsreich waren die Showtänze der Gruppen aus Rebgeshain, Wohnfeld und des SV Chattia. Ob sie als "Material Girls" die 1920er Jahre wiederaufleben ließen oder als "Girls on Fire" sowie Air-Hostessen die Zuschauer in ihren Bann zogen, jeder Auftritt erzählte eine eigene Geschichte. Das Publikum erfreute sich an schönen Frisuren und ausgefallenen Kostümen. Ein besonderer Leckerbissen war die Darbietung "1001 Nacht" der Showtanzgruppe Lolliklicker aus Ober-Ohmen und Höckersdorf. Für Strapazen für die Lachmuskeln sorgten Michaela Frank und Nadin Keil mit dem Sketch "Die Salatgurke". Genauso witzig und wortgewandt zeigten sich die Mädels vom Köddinger Heimatverein, Silke Merz und Kerstin Rühl mit der Schlagerkreuzfahrt.

Weitere Highlights und ein Garant für Stimmung sind die Männerballetts. Im ersten Teil heizten die "Aliens" aus Flensungen dem Publikum ein. Den krönenden Abschluss und Überleitung in eine ausgelassene Weiberparty bildete das Ulrichsteiner Männerballett unter Leitung von Ute Grimm.

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