Die beiden Wettsaasener Störche haben inzwischen Nachwuchs. Viele Dorfbewohner freuen sich über den Zuwachs an zwei kleinen Störchen, die wohl bald beobachtet werden können. FOTO: BARBARA BINDER
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Die beiden Wettsaasener Störche haben inzwischen Nachwuchs. Viele Dorfbewohner freuen sich über den Zuwachs an zwei kleinen Störchen, die wohl bald beobachtet werden können. FOTO: BARBARA BINDER

Familiengründung in luftiger Höhe

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Mücke(pm). Der Aufwand und das jahrelange Warten haben sich gelohnt. Denn rund neun Jahre nach den ersten Beobachtungen von Weißstörchen rund um Wettsaasen haben zwei der seltenen Tiere nicht nur die vom NABU hergerichtete Nestplattform angenommen, sondern sie haben inzwischen sogar Nachwuchs. Entsprechend groß ist die Freude unter den Naturschützern.

Den Anfang machten drei Weißstörche, die im Jahr 2011 für mehrere Wochen auf den Wiesen um Wettsaasen herumstolzierten und Heuschrecken fingen. Die Beobachtung dieser in Mücke selten anzutreffenden Vögel löste im Kreis der NABU-Aktiven in Wettsaasen eine Diskussion aus. Die von Thomas Brand vorgeschlagene Errichtung eines Storchenmastes wurde zunächst skeptisch als zu teuer befunden, außerdem stellte sich die Frage: Wohin mit der Storchenwohnung? Der Gründer des Vereins und damalige Vorsitzende, Manfred Tröller, konnte sich für diese Idee begeistern und nahm die vielen bürokratischen und finanziellen Hürden in Angriff.

Der Mast wurde auf seine Bemühungen hin schließlich von der OVAG geliefert, die Plattform bestellte Tröller über die Vogelschutzwarte bei einer Behindertenwerkstatt. Schließlich organisierte er bei Dennis Weimar die Montage der Plattform mittels Verstrebungen und Verstärkungen.

Am 16. Mai 2012 war es schließlich soweit: Unter Mithilfe von Thomas Brand, Helmut Blöser, Bernd Reitz, Manfred Tröller, Dennis Weimar und dem inzwischen verstorbenen Gerhard Schneider wurde der Mast aufgerichtet. Nun begann das lange Warten. In den darauffolgenden Jahren wurde immer wieder ein Weißstorch gesichtet, der sich auch für kurze Zeit auf dem mit einigen Ästen schon etwas wohnlich eingerichteten Nest niederließ, um daraufhin weiterzuziehen.

Naturfreunde pilgern zum Storchennest

Als in diesem Frühjahr Anfang April wieder ein Storch am Nest erschien, waren die beobachtenden Naturschützer eher skeptisch. Nach zwei Wochen wurde ein zweiter Storch im Nest mit lautem Geklapper begrüßt. Zur Freude der NABU-Mitglieder entschlossen sich die beiden zu bleiben und das vorbereitete Nest weiter auszubauen.

Der direkt am Radweg gelegene Mast wurde zum Anziehungspunkt vieler Naturfreunde, die an der Ohm entlang spazieren und das rege Treiben des Pärchens bewundern. Zum Glück lassen sich die beiden Störche von dem Trubel nicht stören.

Die zweite Vorsitzende des NABU Wettsaasen, Barbara Binder, hat das Glück, von ihrer Terrasse aus das Nest beobachten zu können. Beim Nestbau stellten sich die beiden nicht sonderlich geschickt an, wahrscheinlich handelt es sich bei den offensichtlich unberingten Störchen um unerfahrene Jungvögel. Weil das Nest auch von erhöhter Warte aus schlecht einzusehen ist, blieben die Beobachtungen vage. Nur aus dem Verhalten des Paares konnte Barbara Binder vermuten, dass mindestens ein Ei gelegt, sorgfältig bebrütet und regelmäßig gewendet wurde. Auch die Sichtung eines oder mehrerer Jungvögel durch verschiedene Beobachter blieben Spekulation. Erst in der vergangenen Woche waren zwei "Ministorchenköpfe" von der Binderschen Terrasse aus deutlich erkennbar. Die beiden wurden von der Altstörchin liebevoll mit ausgebreiteten Flügeln vor der Sonnenhitze geschützt.

Mit den Mitgliedern des NABU Wettsaasen freuen sich die Bewohner des idyllischen Dörfchens über den willkommenen Zuwachs. Es ist das einzige Weißstorchbrutpaar in Mücke und eines von wenigen im Vogelsbergkreis.

Sobald die Storchenkinder groß genug sind, um über den Nestrand hinausschauen zu können, werden die Wettsaasener NABU-Aktivisten mit entsprechenden "Beweisfotos" vom Werdegang der Familie Weißstorch berichten.

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