Weiterbau der A 49

Falscher Glaube an Zerstörungswirtschaft

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(Leserbrief zu den Attacken auf die grüne Stadtverordnete Frau Schlemmer und zu den Rücktrittsforderungen)

Um den Weiterbau der A 49 wird viel gestritten, jetzt ist eindeutig klar geworden, dass die Menschen im Vogelsberg belogen und betrogen wurden, um die sogenannten demokratischen Mehrheiten für den Weiterbau der A 49 zu bekommen. Viele Menschen wurden mit der Behauptung für den Bau der A 49 manipuliert, es würde den Verkehr im Vogelsberg beruhigen.

Das genaue Gegenteil ist der Fall: Tatsache ist der Plan verschiedener Unternehmen, ein europäisches Containerverladezentrum bei Homberg Ohm an der Autobahnausfahrt zu errichten. Dieses würde den Verkehr mitnichten beruhigen, sondern den Verkehr auf beiden Autobahnen sowie auch auf den Bundesstraßen in den Gemeinden, zum Beispiel bei Stau, erhöhen.

Wirtschaftliche Nutznießer der Verkäufe der Gemeindegrundstücke in und um Homberg/Ohm sind Bürgermeisterin Claudia Blum als Unternehmensberaterin sowie ihr Lebensgefährte David Hinkel, der als Gewerbeimmobilienhändler Steinberg/Hinkel in Lauterbach tätig ist und bereits Interesse am Verkauf von Gemeindeflächen am Roten Berg in Homberg bekundet hat. Dieser feine Herr hat zur Durchsetzung seiner Interessen sogar auf Facebook die grüne Kommunalpolitikerin und A 49-Gegnerin Barbara Schlemmer verhöhnt und bedroht, "man solle ihr doch eine Maske etwas fester zuziehen, dann wäre endlich Ruhe".

Wer in Zeiten des Klimawandels egal welche Autobahn baut, macht falsche Politik. In Zeiten, in denen jetzt schon klar ist, dass das Trinkwasser knapp werden wird, dass sauberes Trinkwasser die wertvollste Ressource des Vogelsbergs werden wird, dass die Verteilungskämpfe der Zukunft sich nicht um Erdöl oder Strom, sondern um Zugang zu sauberem Wasser drehen werden, wer dann noch eine Autobahn durch ein Trinkwasserschutzgebiet bauen will, hat die Zeichen der Zeit nicht verstanden. Wer heute auch nur eine 300 Jahre alte Eiche fällt, die Trinkwasser schützt, die in dieser Qualität nie wieder nachwachsen wird, macht einen Fehler. Wer 100 Hektar davon fällen lassen will, der hat seine Legitimation als Würdenträger und Verantwortungsträger verloren. Wer heute noch seinen Säckl füllt wie der gute Herr Hinkel und viele andere seiner Art, durch alten Glauben an Industriewachstum und Zerstörungswirtschaft, der hat nicht verstanden, dass bei der Weiterführung ihrer zerstörenden Politik dieser Planet seine Bewohner bald abschütteln wird wie einen Sack lästiger Flöhe.

Und genau deshalb fordern wir den Rücktritt von Bürgermeisterin Frau Blum wegen eigener finanzieller Interessen am Bau der A(49, die Enthebung der Unternehmensberatungsfirma von Herrn Hinkel aus den Gemeindegeschäften um Homberg Ohm.

Wir erwarten eine Wende zu nachhaltigem zukunftserhaltendem Wirtschaften von allen BewohnerInnen dieses Planeten, nicht nur von Politiker-Innen, nicht nur beim Thema Verkehr. Daran ändern die Schranken im Wald, um die Waldmenschen vom Trinkwasser abzuschneiden, nichts, daran ändern die Einschüchterungstrupps der Firma Mundt, die für DEGES arbeiten, nichts und auch nicht die zahlreichen patrollierenden Polizeifahrzeuge. Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht. Liebe und Unterstützung für alle, die nicht aufgeben, den Dannenröder Forst zu verteidigen, wir werden alle anderen Wälder, die ihr mit eurer Gier zerstören wollt, ebenso verteidigen, bis euch das Geld ausgeht, bis ihr euren Weg ändert. Wir geben nicht auf, bis unser Ziel erreicht ist, diesen Planeten nachhaltig, ökologisch und friedvoll zu bewohnen.

Anja Kraus, Grebenau

Anm. der Redaktion: Der hier kritisierte David Hinkel weist auf Anfrage die Vorwürfe zurück und nennt sie "absoluten Quatsch". Seit seine Lebensgefährtin Claudia Blum in Homberg Bürgermeisterin ist, sei klar, dass der Projektentwickler in Sachen geschäftlicher Aktivität "einen großen Bogen um Homberg macht". Solange Blum als Verwaltungschefin aktiv ist, werde er sich heraushalten. Derzeit sei er mit seiner Firma gar nicht im Vogelsberger Raum tätig, sondern in Frankfurt. Er sei früher einmal im Bereich Logistrikzentren tätig gewesen, habe dies aber aufgegeben. Auch seiner Lebensgefährtin Claudia Blum hier geschäftliche Interessen zu unterstellen, sei Unfug. "Entscheiden wird immer noch die Stadtverordnetenversammlug, was mit dem Gelände geschieht". ks

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