Die Organisatoren des fairkaufswagens (v. l.) Leon Kreuder, Jannik Reichel, Jonas Naumann und Tim Franke wollen den ehemaligen Nahkauf in Nieder-Ohmen als Basis nutzen. FOTO: PM
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Die Organisatoren des fairkaufswagens (v. l.) Leon Kreuder, Jannik Reichel, Jonas Naumann und Tim Franke wollen den ehemaligen Nahkauf in Nieder-Ohmen als Basis nutzen. FOTO: PM

Fairkaufswagen bald auf Tour

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Mücke(pm). Ganz offenbar ist es ein Projekt, auf das Oberhessen gewartet hat: der fairkaufswagen des klimafaireins Oberhessen. Entstanden als Idee eines jungen kreativen Teams im Verein, der noch kein Jahr alt ist, brach sich das Projekt auf der Crowdfunding-Plattform "startnext" Bahn: Bereits vor Ablauf der ersten Spendenphase wurde mit über 21 000 Euro das zweite Spendenziel erreicht, mit dem der umgebaute Transporter nun eine noch bessere Ausstattung bekommen kann. "Wir sind stolz und glücklich, dass unsere Idee auf eine so breite Resonanz gestoßen ist", äußert Jannik Reichel vom fairkaufswagen-Team.

Mit dem fairkaufswagen, möchten die Mitwirkenden aus dem klimafairein ab dem nächsten Jahr die Märkte der Region anfahren und dort unverpackte Waren verkaufen, die zum allergrößten Teil auch aus der Region kommen. Nudeln, Reis und Mehl, Kaffee, Gewürze, Nüsse und Süßigkeiten wird der fahrende Laden an Bord haben, dazu Reinigungs- und Pflegeprodukte. "Unser Sortiment umfasst jetzt schon über hundert Dinge des täglichen Bedarfs" erklärt Reichels Teamkollege David Semmler und zeigt sich überzeugt, dass es in ganz Oberhessen viel Menschen gibt, die regional sowie plastikfrei und damit umweltbewusst sowie nachhaltig einkaufen möchten. Mehr und mehr zeige sich aber auch, dass diese Vermarktungsidee bereits jetzt zu vielen Gesprächen und Austausch führt, sodass auch die Bedeutung des fairkaufswagens als Ort der Begegnung Fahrt aufnimmt.

Routenplanung fortgeschritten

"Die Planungen dafür sind schon weit fortgeschritten", berichtet Jonas Naumann, so wurde bereits ein Lagerraum gefunden: "Der ehemalige Dorfladen in Nieder-Ohmen ist die Homebase unseres fairkaufswagens, und wer weiß, vielleicht können wir dort auf lange Sicht auch einen stationären Unverpacktladen etablieren."

Was jetzt noch Zukunftsmusik ist, kann durch ehrenamtliches Engagement schneller Realität werden, als man manchmal glaubt. "Wenn man die rasante Entwicklung des fairkaufswagens betrachtet, scheint zumindest einiges möglich zu sein, wenn die richtigen Leute an einer guten Idee arbeiten", findet Dr. Thorsten Reichel, Vorsitzender des klimafaireins.

Trotz des finanziellen Erfolgs der "startnext"-Aktion kann das Projekt durchaus weitere Spenden vertragen, macht Leon Kreuder deutlich: "Crowdfunding ist ja immer nur als Teil einer Finanzierung angelegt", erläutert er, "wer also noch nicht gespendet hat, kann dies in den nächsten Tagen immer noch tun und danach auch über den Verein direkt an uns spenden." Das Crowdfunding im Internet indes hat sich für die rührigen Oberhessen doppelt gelohnt: "Durch die Cofunding-Kampagnen ›WirVsVirus‹ und ›Krombacher Naturstarter‹ wurden die Spendeneinnahmen noch einmal um 50 Prozent erhöht. Wir sind unserem Ziel somit wirklich einen Riesenschritt näher gekommen", freut sich fairkaufswagen-Teamkollege Tim Franke. Seit Beginn des Projekts wurden die Kontakte zu regionalen Händlern ausgebaut, auch die Routenplanung ist schon weit vorangeschritten, sodass der fairkaufsladen im nächsten Jahr die Märkte in der Region anfahren kann.

"Dazu nehmen wir natürlich Kontakt mit den Kommunen auf - und dazu wollen wir diese natürlich auch ermuntern: Wer möchte, dass wir mit unserem Unverpackt-Wagen in seinem Ort vorbeischauen, der kann sich gerne bei uns melden", ermuntert Jannik Reichel interessierte Menschen und interessierte Kommunalverwaltungen, das Gespräch mit dem klimafairein zu suchen - das gilt auch, wenn man sich dem Verkaufsteam anschließen möchte. Die Gruppe freut sich drauf: "Wir können unsere erste Fahrt kaum erwarten!"

Mehr Infos findet man unter https://www.klimafairein.d e/fairkaufswagen.

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