Experimente mit dem Wasserfloh

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Homberg (pm). Universität und Forschungseinrichtung arbeiten zusammen, um angehenden Biologielehrern Fachwissen und pädagogische Ansätze zur Wissensvermittlung an die Hand zu geben. Kürzlich fand die Auftaktveranstaltung einer neuen Kooperation zwischen dem Forschungszentrum Neu-Ulrichstein (FNU) und der Universität Marburg, Fachbereich Biologie, statt.

Homberg (pm). Universität und Forschungseinrichtung arbeiten zusammen, um angehenden Biologielehrern Fachwissen und pädagogische Ansätze zur Wissensvermittlung an die Hand zu geben. Kürzlich fand die Auftaktveranstaltung einer neuen Kooperation zwischen dem Forschungszentrum Neu-Ulrichstein (FNU) und der Universität Marburg, Fachbereich Biologie, statt.

Nach der ersten Kontaktaufnahme im vergangenen Jahr zeigten sich die Studiendekanin Dr. Astrid Brandis-Heep und ihre Kollegin Dr. Anne Rolbetzki, Lehrerbildungsbeauftragte für die Naturwissenschaften, begeistert von den Möglichkeiten, die das FNU bietet. In Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Peter Ebke (Wissenschaftlicher Leiter am FNU) und Bettina Dören (Umweltpädagogin am FNU) wurde ein Konzept für eine Lehrveranstaltung erarbeitet.

Ziel war es, den angehenden Biologielehrern Fachwissen rund um das Thema "Wasser" zu vermitteln und Methoden kennen zu lernen, dieses Wissen dann handlungsorientiert in den verschiedenen Klassenstufen anzuwenden.

Theorie an der Universität

Die ersten drei Tage verbrachten die Studierenden unter der Leitung von Dr. Rolbetzki im mikrobiologischen Praktikum des Fachbereichs Biologie der Universität Marburg. Die Studierenden untersuchten eine mitgebrachte Wasserprobe auf Bakterien, die auf eine Verunreinigung durch Fäkalien hindeuten (Escherichia coli und coliforme Keime). Mithilfe dieser Untersuchung und den erworbenen Kenntnissen zur Trinkwasser-, Mineral- und Tafelwasser- sowie Badegewässerverordnung war es ihnen möglich, eine Aussage über die Qualität der mitgebrachten Wasserprobe zu machen.

Weiterhin lernten sie eine differenzielle Färbemethode für Bakterien kennen – die Gram-Färbung. Diese ist ein wertvolles Diagnostikwerkzeug in der medizinischen Mikrobiologie, um ein Antibiotikum gezielt auswählen zu können.

Am letzten Tag haben sie unterschiedliche Wachstumskurven von E. coli aufgenommen und konnten damit sowohl die wachstumshemmende als auch die abtötende Wirkung unterschiedlicher Antibiotika zeigen.

In den folgenden zwei Tagen waren die Studierenden zu Gast am FNU in Homberg. Nach einer Führung über das Gelände und einem Vortrag über Ökotoxikologie von Prof. Dr. Ebke widmeten sich die Studierenden unter der Leitung von Bettina Dören den etwas größeren bereits mit bloßem Auge sichtbaren Wasserorganismen. Dazu nahmen sie mit dem Kescher Proben aus einem Forschungsteich und fingen Libellenlarven, Rückenschwimmer und Co., um die Tiere zu bestimmen. Dabei konnten sie das Fressverhalten der räuberischen Libellenlarven eindrucksvoll beobachten und erfahren, dass die Rückenschwimmer auch plötzlich losfliegen können, wenn ihnen die Bestimmungsübung zu lange dauert.

Ausbildung wird fortgesetzt

Ein Spiel zum Nahrungsnetz im Ökosystem Teich und der kreative Nachbau der kleinen Tierchen mit Naturmaterialien rundeten den Vormittag ab.

Nachmittags ging es dann an einen Bach, um dort die Wasserqualität mithilfe eines Saprobienindexes zu bestimmen. Mit einfachen naturwissenschaftlichen Methoden kamen die Studierenden alle zum gleichen Ergebnis und lockten schnell zahlreiche Kinder vom nahe gelegenen Spielplatz an, die neugierig und eifrig die Arbeit unterstützten.

Am zweiten Tag lernten die Studierenden die neuseeländische Zwergdeckelschnecke und den Wasserfloh näher kennen – zwei Wasserorganismen, die sich gut für die Durchführung von Experimenten an der Schule eignen. Dabei konnten sie wieder viel ausprobieren – vom Mikroskopieren bis hin zur selbstständigen Entwicklung eines geeigneten Experiments für Schüler.

Zum Abschluss waren sich alle Studierenden einig, dass ihnen das Seminar viel für die praktische Unterrichtsgestaltung gebracht hat und sie nun gut vorbereitet in ihre Praktika an den Schulen im Herbst gehen können.

Die Verantwortlichen von der Universität Marburg und vom FNU freuen sich darauf, die so erfolgreiche Lehrveranstaltung auch mit kommenden Semestern der Lehrerausbildung fortführen zu können.

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