Migration

Kulturmittler helfen Zuwanderern anzukommen

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Sie sorgen dafür, dass zugewanderte Menschen in dieser Gesellschaft besser zurecht kommen. Dafür dolmetschen sie bei Behörden und helfen beim Arztbesuch.

Sie leben seit wenigen oder seit vielen Jahren in Deutschland, sie sind schon eine ganze Zeitlang als ehrenamtliche Sprach- und Kulturmittler aktiv und sie sind von der Bedeutung ihres Tuns für ein gutes Zusammenleben von Migranten und Deutschen überzeugt: die Sprach- und Kulturmittler, die insbesondere seitdem die Anzahl an Geflüchteten stark anstieg, tagtäglich irgendwo zum Einsatz kommen, sei es in Schulen, auf Ämtern, in Arztpraxen und Krankenhäusern, in Gesprächen in Einrichtungen oder beim Anwalt.

Organisiert werden die Einsätze der Männer und Frauen beispielsweise vom Diakonischen Werk Gießen oder dem Evangelischen Dekanat Alsfeld. "Unser Sprachmittler-Pool ist nun seit zweieinhalb Jahren am Start und erfreut sich bei allen Klienten großer Resonanz", führt Ralf Müller vom evangelischen Dekanat in Alsfeld aus. "Unsere ehrenamtlichen Mitarbeitenden bringen neben ihrer sprachlichen Kompetenz die nötige Empathie mit und den Wunsch, Menschen, deren Nöte viele von ihnen aus eigener Erfahrung kennen, zu helfen.

Gleichwohl müssen sie professionelle Neutralität üben und erkennen, dass es mit der reinen Übersetzungstätigkeit nicht getan ist", skizziert der Referent für Bildung und Ökumene einen wichtigen Schulungsinhalt. Dieser Tage erhielten insgesamt 22 Frauen und Männer, darunter zehn aus dem Vogelsbergkreis, ihre Zertifikate nach abgeschlosser Ausbildung. Dort ging es um Themen wie die eigene Migrationsgeschichte, Notizen- und Dolmetschtechniken sowie besondere Anforderungen von verschiedenen Einsatzstellen. Um den Sprach- und Kulturmittlern, die sowohl aus verschiedenen Orten als auch unterschiedlichen familiären oder beruflichen Hintergründen kommen, eine reibungslose Teilnahme zu ermöglichen, fanden Seminarblöcke in Gießen, Marburg und Alsfeld statt, dazu wurde Kinderbetreuung und die Erstattung der Fahrtkosten angeboten. Für die Ehrenamtlichen eine Möglichkeit der Professionalisierung, die sie gerne nutzten und das aus vielen Gründen: "Wir haben viel gelernt, was die praktische Arbeit erleichtert", berichten die Absolventen, zum Beispiel, wie richtig begrüßt und vorstellt wird. Im letzten Teil der Ausbildung standen auch einige Rollenspiele auf dem Programm und es ging darum, wie man kulturelle Hürden erkennt und überwindet. So hatte die Referentin Beispiele aus der langen Dolmetscherpraxis ihres Instituts mitgebracht. Da ging es zum Beispiel um die Grundannahme, als wie "gottgegeben man eine schlimme Diagnose annehmen muss, die an sich eine gute Behandlungschance hat. Oder wie man einen Mann mit wenigen medizinischen Kenntnissen davon überzeugt, dass seine Frau ihn nicht betrogen hat, nur weil seine Kinder eine andere Blutgruppe haben als er. Dabei muss man sowohl den Anliegen des Patienten als auch des Arztes gerecht werden. Neben viel Theorie stand auch einige Praxis an. Die Absolventen besuchten den Bereich Beratungseinrichtungen/Wohlfahrtsverbände des Diakonischen Werks, das Zentrum für Psychiatrie und Psychotherapie des Uniklinikums Gießen, die Kommunale Vermittlungsagentur, das Gesundheitsamt und den Bereich Jugendhilfe sowie die Schlitzer Grundschule. "Wir sind nach der ersten Runde des Pilotprojekts froh und stolz, dass alle die Prüfung bestanden haben", freut sich Inka Lippert, die als Projektverantwortliche dabei war.

"Man hat gemerkt, mit wie viel Herzblut die Menschen auf diesem Gebiet tätig werden – umso wichtiger ist es, dies mit einer guten Ausbildung auszustatten."

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