Gute Zusammenarbeit zum Wohl der Schüler

Antrifttal-Ruhlkirchen (bl). Ein nicht alltägliches Ereignis fand zum Schuljahresende in Antrifttal statt: Im Dorfgemeinschaftshaus in Bernsburg wurde nach mehr als 39 Jahren Lehrtätigkeit, davon 15 Jahre als Schulleiter, Bruno Henkel gemeinsam mit seiner Ehefrau und zugleich Schulsekretärin, die 35 Jahre lang an der Grundschule gearbeitet hat, zum Ende des Schuljahres offiziell in den Ruhestand verabschiedet.

Antrifttal-Ruhlkirchen (bl). Ein nicht alltägliches Ereignis fand zum Schuljahresende in Antrifttal statt: Im Dorfgemeinschaftshaus in Bernsburg wurde nach mehr als 39 Jahren Lehrtätigkeit, davon 15 Jahre als Schulleiter, Bruno Henkel gemeinsam mit seiner Ehefrau und zugleich Schulsekretärin, die 35 Jahre lang an der Grundschule gearbeitet hat, zum Ende des Schuljahres offiziell in den Ruhestand verabschiedet. Nach einem musikalischen Auftakt durch Schüler unter Leitung der Musiklehrerin Frau Schroth begrüßte Antje Schmidt in Vertretung der erkrankten Personalrätin die Gäste und bedankte sich im Namen des Kollegiums für die harmonische Zusammenarbeit.

Sie schloss mit den Worten: "Wir müssen Sie gehen lassen, aber bitte verschwinden Sie nicht!" Als außergewöhnliches Ereignis bezeichnete es Schulamtsdirektor Rolf Heckeroth, als er Schulleiter Bruno Henkel nach 37-jähriger Tätigkeit und dessen Ehefrau Renate Henkel, die die vergangenen 35 Jahre als Schulsekretärin an der Schule gearbeitet hat, verabschiedete. "Es ist für Bruno Henkel die Zeit gekommen, in der Unterricht und Erziehungsarbeit zu Ende gehen, die Zeit des Abschiedes und des Dankes".

Es gebe wenig Berufe, an die die Gesellschaft so widersprüchliche Anforderungen stelle wie an den Lehrerberuf. "Straff führen, aber taktvoll miteinander umgehen, mit den Kindern pädagogische Lernziele erarbeiten, aber auch den Lehrplan einhalten. Dies alles musste in all den Jahren vom ihm bewältigt werden", sagte Schulamtsdirektor Heckeroth. Die Anforderungen an die Schule und damit an die Lehrer veränderten sich derzeit in einem rasanten Tempo, was nicht immer so gewesen sei.

Bruno Henkel hatte nach seinem Studium in Gießen 1970 seine erste Staatprüfung als Grund- Haupt- und Realschullehrer abgelegt. Es war sein Wunsch, in Gießen zu unterrichten, was aber nicht möglich gewesen sei. So bekam er seine erste Stelle an der Schule in Ruhlkirchen. Es erfolgte der Umzug nach Antrifttal. 1973 legte er dann seine zweite Staatsprüfung in Ruhlkirchen ab, wo er 1975 zum Beamten auf Lebenszeit ernannt wurde. Bruno Henkel sei von der ersten Stunde an der Schule in Ruhlkirchen treu geblieben, lediglich mit einer kurzen Unterbrechung für zwei Jahre, als er an der heutigen Geschwister-Scholl-Schule tätig war.

1995 bewarb er sich erfolgreich um die Stelle des Schulleiters. "Für ihn standen immer die Kinder im Mittelpunkt. Wenn so ein Schulleiter in den Ruhestand geht, ist das nicht nur ein schwarzer Tag für die Schülerinnen und Schüler, sondern auch für die Schule selbst. Er hat jahrzehntelang gute pädagogische Arbeit geleistet und den Kindern gezeigt, was sie aus eigener Kraft zu leisten imstande sind. Diese Erfahrungen stärkten das Selbstbewusstsein der Kinder".

Als etwas Besonderes bezeichnete es Schulamtsdirektor Heckeroth, dass Frau Henkel beruflich wie privat an der Seite ihres Mannes stand. Abschließend wünschte Heckeroth dem Ehepaar alles Gute für den Ruhestand.

"Nichts Besonderes ist es, dass ein Schulleiter seine Schulsekretärin in den Ruhestand verabschiedet, außergewöhnlich jedoch ist es, wenn es sich dabei um seine eigene Frau handelt, so dass ein Schulleiter zu seinem Abschied in den Ruhestand gleich seine Sekretärin mitnimmt", so begann Henkel die Verabschiedungsrede seiner Sekretärin. "Obwohl keine Privatsekretärin, wurde täglich privates Verständnis von ihr erwartet, sie war Puffer und Bindeglied zugleich, das heißt Ansprechpartner für alle und beinahe alles.

Sie brachte Zeit und Verständnis für die Lehrer, Kinder und Eltern auf. Kurzum, sie war ein unverzichtbares Rad an der Schule, ohne dass der Betrieb so manches Mal nicht gelaufen wäre. Sie war eine gute Fee mit zehn Händen, großem Herzen und viel Hirn."

Henkel sprach ihr seinen sowie den Dank der Lehrerschaft, der Kinder und Eltern für ihren 35-jährigen Einsatz in der Schule aus. Als kleines Dankeschön überreichte er ihr einen Blumenstrauß. Vor knapp zehn Jahren habe er zum 25-jährigen Dienstjubiläum gratuliert, heute sei er zur Verabschiedung von Renate Henkel gekommen. Eine Schule stehe und falle nicht nur mit dem Schulleiter und den Lehrkräften, sondern auch mit der Sekretärin, sagte der Personalratsvorsitzende des Vogelsbergkreises, Ernst Heidelbach. Schon früh beginne für sie die Arbeit, Anrufe kommen, Eltern entschuldigen ihre Kinder, Vertretung muss organisiert werden und vieles mehr. Ihre Aufgabe habe sie mit Herzblut ausgefüllt. Durch ihre Ausstrahlung habe sie dazu beigetragen, dass alles harmonisch abgelaufen konnte.

Wortes des Dankes fand auch Kerstin Simon vom Schulelternbeirat. Sie dankte Bruno und Renate Henkel für ihren Einsatz und dafür, dass sie stets bemüht waren, die Schule auch ausstattungsmäßig auf dem neuesten Stand zu halten.

Auch Bürgermeister Johannes Averdung dankte den Eheleuten Henkel für ihren jahrzehntelangen Einsatz an der Schule. In all den Jahren habe das Ehepaar Henkel die gestellten Aufgaben erfüllt. Bruno Henkel habe den Schülerinnen und Schülern Wissen vermittelt, Begabungen gefördert und dies mit Leidenschaft. Er habe seinen Beruf als Berufung gesehen und einen erfolgreichen Dienst an den Kindern geleistet. Einen Blumenstrauß überreichte der Bürgermeister an die ehemalige Schulsekretärin und als einer der Wenigen bekam Bruno Henkel die Antrifttaluhr überreicht.

Ebenfalls Worte des Dankes und der Verbundenheit fanden der katholische Pfarrer Werner sowie sein evangelischer Kollege Hammel.

Schuldezernent Diening erläuterte, dass der Vogelsbergkreis nur für die äußere Hülle und das Sekretariat der Schulen zuständig sei. Er konstatierte, dass in der Schule viel bewegt worden sei, jedoch nicht alles so schnell umgesetzt werden konnte wie gewünscht. Vor allem sei das Sekretariat als Verbindungsglied zum Schulverwaltungsamt sehr wichtig gewesen. Zum Dank überreichte er dem scheidenden Schulleiter den traditionellen Bembel.

In seiner Abschlussrede dankte der scheidende Schulleiter alle Gästen auch im Namen seiner Frau für ihr Kommen, die einfühlsamen und persönlichen Dankesworte und lieben Wünsche für den Ruhestand, sowie für die schönen Geschenke und nutzte diese Gelegenheit, sich für die jahrzehntelange sehr gute Zusammenarbeit zum Wohle der Schüler zu bedanken. Abschließend stellte er den kommenden Schulleiter sowie die künftige Schulsekretärin namentlich vor.

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