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Nachdem im Zuge der Räumung im Dannenröder Wald monatelang viel los war, liegt die Ortsdurchfahrt wieder recht beschaulich da. Das wird sich ändern, wenn die Autobahn gebaut ist, fürchten Anwohner. Wenn sich dann etwa bei Staus der Umleitungsverkehr durch die Ortsdurchfahrt quält, könnte es nicht nur für Eltern mit Kinderwagen sehr eng werden.

Es geht um Schadensbegrenzung

  • Kerstin Schneider
    vonKerstin Schneider
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Viele Bewohner in Appenrod, Dannenrod und Maulbach sehen sich als Verlierer beim Bau der Autobahn 49. Sie fordern jetzt massiv eine Schadensbegrenzung ein. Die Dannenröder haben einen Vorschlag, wie die Folgen des Autobahnbaus am besten zu bewältigen wären.

Nach den monatelangen Tumulten rund um die Räumung im Dannenröder Wald ist es ruhiger geworden. Dass die Autobahn kommt, da geben sich die meisten Bewohner im Dorf keinen Illusionen mehr hin. Sie wollen nach vorne schauen, und die Sorge treibt sie um, was mit dem Autobahnbau für Folgen auf den Ort zukommen. »Es geht jetzt um Schadensbegrenzung«, so bringt es Leonhard Morneweg auf den Punkt.

Ortsbeirat und Bürgerinitiative Dannenrod sind schon mehrfach bei Bürgermeisterin Claudia Blum vorstellig geworden, um ihre massiven Bedenken wegen des Verkehrsaufkommens im Rahmen von Bau und Betrieb der A49 zu äußern. Leider sei bisher trotz mehrfacher Anfragen bei der Autobahnplanungsgesellschaft DEGES und der Stadt noch keine Verkehrsprognose vorgelegt worden. Zahlen über das Verkehrsaufkommen durch die Autobahn gebe es bisher nur beispielsweise für die Berliner Straße in Homberg.

Bekannt sei, dass die Landesstraße von Homberg nach Dannenrod auf 7,5 Meter verbreitert werden und als Zubringer für Autobahn und das Industriegebiet dienen soll.

Die Hauptstraße im Ort sei jedoch wesentlich schmaler und werde das auch bleiben. »Und durch dieses Nadelöhr soll dann der Verkehr durch, wenn etwa Stau ist auf der Autobahn«, so Manfred Handstein von der Bürgerinitiative. »Rollen dann hier bei uns die ganzen Autos und Lkw, wenn an der künftigen Abfahrt Stadtallendorf/Niederklein wegen eines Unfalls die Autobahn gesperrt werden muss?« Der Verkehr werde zudem durch das neue Industrie- und Gewerbegebiet noch weiter steigen, gerade wenn sich, wie erwartet wird, Logistikunternehmen ansiedeln.

Weitere Befürchtungen: Es gibt Probleme für Eltern, die mit Kindern im Kinderwagen wegen der sehr schmalen Gehwege an etlichen Stellen auf die Straße ausweichen müssen. Auch bei den Bussen gebe es schon jetzt Schwierigkeiten, Engstellen im Dorf zu passieren. Zudem werde es künftig Probleme beim Parken für die Anwohner geben. Vor allem aber gehen die Mitglieder der Bürgerinitiative von deutlich mehr Lärm für die Anwohner durch das erhöhte Verkehrsaufkommen aus.

Denn in normalen Zeiten verirrt sich eher wenig Autoverkehr in das beschauliche Örtchen. »Es war bisher sehr ruhig hier, wir hatten wenig Durchgangsverkehr«, sagt Horst Morneweg. Was die möglichen Prognosen für die Autobahn angeht, so seien Gedanken an die Zukunft des Dorfes »sehr bedrückend«.

Jetzt könne man noch unbesorgt mit dem Kinderwagen jederzeit spazieren gehen, das könne bald der Vergangenheit angehören. Auch für die Schulkinder, die jetzt in der Ortsdurchfahrt (Buchhainer Straße) auf die Busse warten, könnte es bald gefährlich werden, wird befürchtet.

Neben dem Vorschlag für eine Ortsumgehung wäre es aus Sicht der Initiative am besten, die Straße von Schweinsberg her zu einer Anliegerstraße zu machen. Das werde helfen, so Manfred Handstein. Auch eine Tempo-30-Zone und Fahrverbote für den Schwerlastverkehr könnten geeignete Maßnahmen sein.

Kommende Woche will die Initiative in einem Gespräch mit Bürgermeisterin Claudia Blum erneut ihre massiven Bedenken darlegen.

»Wir erwarten die Unterstützung der Stadt«, heißt es. Es dürfe nicht sein, dass die Bürger der anliegenden Dörfer das ausbaden müssten, was in der Vergangenheit im Planungsverfahren versäumt worden sei.

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