Für Enkelin schließt sich Kreis

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Bereits zum vierten Mal besuchte Carla Gordon, die Enkelin der aus Romrod vertriebenen jüdischen Familie Lorsch, die ehemalige Heimat ihrer Mutter, Großeltern und Urgroßeltern. Seit 2008 hat sich für die aus Quincy (Illinois) angereiste Carla Gordon durch den Kontakt zu Horst Blaschko, Vorsitzender des Heimat- und Kulturvereins, eine Beziehung zu Romrod entwickelt. Bereits in 2011 war sie mit zwei ihrer erwachsenen Kinder im Vogelsberg, um ihnen die Heimat ihrer Vorfahren zu zeigen.

Bereits zum vierten Mal besuchte Carla Gordon, die Enkelin der aus Romrod vertriebenen jüdischen Familie Lorsch, die ehemalige Heimat ihrer Mutter, Großeltern und Urgroßeltern. Seit 2008 hat sich für die aus Quincy (Illinois) angereiste Carla Gordon durch den Kontakt zu Horst Blaschko, Vorsitzender des Heimat- und Kulturvereins, eine Beziehung zu Romrod entwickelt. Bereits in 2011 war sie mit zwei ihrer erwachsenen Kinder im Vogelsberg, um ihnen die Heimat ihrer Vorfahren zu zeigen.

Dieses Mal hatte Carla Gordon, die in den USA in Vorträgen über die Lebensgeschichte ihrer Eltern und deren Familien berichtet, etwas Besonderes mitgebracht, um es dem Heimat- und Kulturverein als Dauerleihgabe zu überreichen. Es handelt sich um ein Ölbild des früheren Hauses Lorsch in Romrod, welches ihre Mutter wahrscheinlich von einem Chicagoer Auftragsmaler nach einer Fotovorlage hat malen lassen.

Dieser Tage fand in der ehemaligen Synagoge die Übergabe des Bildes statt. Dieses Bild hatte für die 1997 verstorbene Johanna Lorsch eine große Bedeutung. Auch deshalb möchte es die Tochter Carla Gordon in Absprache mit ihren Kindern der Stadt zur Verfügung stellen.

In ihrer Ansprache berichtete Gordon darüber, dass sie durch ihren Vater Herbert Weil, ein mit seinen Eltern aus Steinheim in Ostwestfalen geflohener und in die USA entkommener Jude, und ihrer Großmutter, die der Deportation nach Ausschwitz entkommen konnte, seit der Kindheit langjährige Kontakte zu Steinheim hat.

Über Romrod, den Geburtsort ihrer Mutter, erfuhr sie erst durch den Kontakt zu Horst Blaschko. Die Besuche in den vergangenen Jahren, das Treffen mit Freundinnen und Bekannten ihrer verstorbenen Mutter, die Besichtigung des früheren Hauses Lorsch, die restaurierte ehemalige Synagoge – dies habe sie sehr bewegt. Nun komme die Nachfolgegeneration in ein Alter, welches es notwendig mache, die Erinnerung weiterzugeben.

Aus diesem Grunde hatte sie Fotografien mitgebracht, die sie mit dem Bild im Kreis ihrer Kinder und Enkel zeigen. "Durch die Übergabe des Bildes schließt sich ein Kreis, der das Weiterbestehen unserer Familie und deren Beziehung zu Romrod symbolisieren soll. Ich hoffe, dass in der Zukunft auch meine Kinder mit ihren Kindern Romrod besuchen und die gemeinsame Erinnerung bewahren", so Carla Gordon zum Abschluss. Matthias Heller für die Stadt Romrod und Horst Blaschko für den Heimat- und Kulturverein bedankten sich bei Frau Gordon für ihr Engagement und die großherzige Geste. Beide betonten, dass die Bewahrung der Erinnerung nicht einfacher werde, aber trotzdem notwendig sei und versprachen, das Bild in einem würdigen Rahmen zu präsentieren.

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