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Energie tanken an der Altstadt

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Von: Joachim Legatis

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Eine Schnellladestation entsteht auf dem Parkplatz an der Alsfelder Schellengasse, zum Spatenstich mit Bürgermeister Stephan Paule kamen auch Vertreter der Baufirma. Von links: Louisa Wenzel (Klimaschutzmanagerin Stadt Alsfeld), Bürgermeister Paule, die Vertreter der Firma Gölzhäuser H. Schröder und H. Sacher mit Helene Rhiel vom Bauamt. © Joachim Legatis

Der E-Mobilboom ist auch im Vogelsberg angekommen. Immer mehr Fahrzeuge mit Batteriebetrieb sind auf den Straßen unterwegs. Das erfordert einen stetigen Ausbau der Infrastruktur. Jüngstes Beispiel ist der Bau einer Schnellladestation am Rand der Alsfelder Altstadt.

Es ist keine Überraschung: Die Nachfrage an Aufladestellen für E-Mobile steigt deutlich an. Darauf reagieren Kommunen und Unternehmen, so errichtet die Stadt Alsfeld auf dem Parkplatz an der katholischen Kirche eine neue Ladesäule mit zwei Anschlüssen. Dabei handelt es sich um eine Schnellladesäule, die leises Laden bei einer Leistung bis 100 Kilowatt ermöglicht. Die Ladesäule hat zwei Ladepunkte mit jeweils 50 kW, es können also zwei Fahrzeuge gleichzeitig angeschlossen werden oder ein Pkw mit 100 kW nachladen.

Das Ganze ist nicht billig, wie das Bauamt mitteilt. Die Errichtung der Ladesäule wird über das Programm »Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in Deutschland« gefördert. Die Gesamtkosten (Brutto) belaufen sich auf rund 95 000 Euro, der Eigenanteil der Stadt liegt bei rund 66 000 Euro und die Förderung bis zu 29 000 Euro. Die Inbetriebnahme soll bis Mitte Oktober erfolgen.

Die Betriebsführung wird von der Firma TankE aus Köln übernommen. Die Firma errichtet zwei weitere Schnellladesäulen in Alsfeld. Die Ladesäule kann mit den gängigen Ladekarten oder Kreditkarte genutzt werden. Die OVAG stellt den Netzanschluss her und wird die Stadt mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgen.

Stellplätze werden verbreitert

Im Zuge des Baus der Ladesäule wird der Parkplatz auf rund 160 Quadratmetern umgestaltet. So weisen die Stellplätze künftig statt bislang 2 Metern eine Breite von 2,70 Metern aus. Damit wird man der Entwicklung der Pkw gerecht, wie das Bauamt mitteilt. Für eine spätere Erweiterung der Ladekapazität werden Leerrohre mitverlegt. Projektbeteiligte sind Stadt Alsfeld, OVAG Netz GmbH, Tiefbaufirma Gölzhäuser, Herbst Elektroinstallation und TankE GmbH.

Die neue Säule liegt im Trend, wie Andreas Matlé von der OVAG bestätigt. Die Auslastungen der OVAG-Ladesäulen im ganzen Vogelsbergkreis hat im Zuge der steigenden Anzahl an verkauften Elektrofahrzeuge in Deutschland »durchaus deutlich zugenommen«. Die Nutzung der öffentlichen Ladesäulen durch die E-Mobilisten schwankt. Immerhin haben ja auch einige Nutzer am eigenen Haus eine eigene Ladestation, die sogenannte »Wallbox«.

Die OVAG betreibt im Vogelsbergkreis zurzeit 46 öffentliche Ladepunkte für E-Pkw. Diese können alle über die OVAG-E-Mobil-App mit Standort und Verfügbarkeitsanzeige eingesehen und genutzt werden.

Die Auslastung schwankt bei den verschiedenen Ladesäulen. Sie ist abhängig vom Standort und den lokalen Gegebenheiten vor Ort. Dabei gibt es Kommunen, in denen die Elektromobilität bereits deutlich ausgeprägter vertreten ist und Ortschaften, die häufiger angefahren werden als andere. Dabei spielt die Autobahnnähe eine geringe Rolle, da die Reisenden auf Langstrecken ihre Elektrofahrzeuge vermutlich vor allem an Schnellladestationen direkt auf der Autobahn bei kurzen Stopps nachladen.

Immer mehr Nutzer der Lade-App

»Die Anzahl der Nutzer der OVAG-E-Mobil-App sowie auch die Auslastung unserer Ladesäulen steigt stetig an«, sagt Matlé. »Vor allem in den vergangenen Monaten konnten wir einen deutlichen Anstieg der Auslastung der Ladeinfrastruktur feststellen.« Diese Entwicklung werde wohl so weitergehen.

Für die steigende Zahl an Elektrofahrern stehen aktuell genügend Ladepunkte im OVAG-E-Mobilität-Ladenetz zur Verfügung, schätzt Matlé. Gleichzeitig habe der regionale Versorger »stets die Ausweitung unseres Ladeinfrastrukturnetzes im Blick«.

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