Bürgermeister Edwin Schneider und die EGV-Vorstandsmitglieder Günter Mest und Udo Pfeffer (v. r.).
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Bürgermeister Edwin Schneider und die EGV-Vorstandsmitglieder Günter Mest und Udo Pfeffer (v. r.).

Energie aus fast 4000 Modulen

  • vonDieter Graulich
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Ulrichstein(au). "Die Stadt Ulrichstein ist bereits seit Jahren in Sachen erneuerbare Energien tätig", betonte Bürgermeister Edwin Schneider zu Beginn einer Informationsveranstaltung zum Solarpark Ulrichstein auf der ehemaligen Erddeponie an der Landesstraße zwischen Ulrichstein und Helpershain. So habe Hessens Bergstädtchen bundesweit den ersten kommunalen Windpark errichtet. Jährlich bezifferte er den Erlös aus Windenergie für die Stadt auf etwa 1,1 Millionen Euro. Als weitere Energiequelle nutze man nun seit einigen Jahren auch die Solarenergie und habe Anlagen auf zahlreichen städtischen Gebäuden wie Stadthalle, Kindergarten, Dorfgemeinschaftshäuser und der Kläranlagen installiert.

Von der Energiegenossenschaft Vogelsberg (EGV) kam 2013 die Anfrage, ob die ehemalige Erddeponie an Landesstraße zwischen Ulrichstein und Helpershain für eine Photovoltaik-Anlage genutzt werden kann.

Zunächst gab es Überlegungen, über die Stadtwerke eine eigene P-Anlage zu betreiben, doch das Angebot der EGV wurde vorgezogen und mehrere Mietangebote für die Fläche der Erddeponie eingeholt. Von der EGV, bei der Stadt bereits seit 2011 Mitglied ist, kam das beste Angebot. Anfang 2018 hat die Stadtverordnetenversammlung mit der Energiegenossenschaft Vogelsberg einen Vertrag zur Errichtung einer Freiflächen-Photovoltaikanlage auf der ehemaligen Erddeponie genehmigt.

Günter Mest vom Vorstand der Energiegenossenschaft Vogelsberg stellte die Anlage vor. So sind auf dem rund fünf Hektar großen Gelände der ehemaligen Erddeponie seit Mitte Juli 3938 Module mit einer Gesamtleistung von 1272 Megawatt gebaut worden, die in Kürze in Betrieb gehen sollen. Die Energie reiche für ungefähr 320 Haushalte. Bei einer geplanten Laufzeit von 20 Jahren ergebe sich eine CO2- Einsparung von 15200 Tonnen.

Mest ging auf die Bürgerbeteiligung ein und wies darauf hin, das Mitglieder der EGV und jedes neue Mitglied jeweils bis maximal zehn Geschäftsanteile zu je 100 Euro zeichnen können. Die Geschäftsanteile würden in Abhängigkeit des wirtschaftlichen Ergebnisses der EGV in Form einer Dividende verzinst.

Schneider und Günter Mest wünschen sich, dass möglichst viele Ulrichsteiner mit ins Boot kommen, denn sie könnten sich beteiligen durch Zeichnung von Geschäftsanteilen oder durch Nachrangdarlehen. Für die Bürger der Stadt Ulrichstein sei die Zeichnung von 30 Anteilen für dieses Projekt möglich.

Die Stadt und die Energiegenossenschaft Vogelsberg setzten damit nicht nur ein Zeichen in Richtung Zukunft, sondern stärkten auch die Region, denn Bürgerbeteiligung sei einer der Grundpfeiler dieses Projekts.

Günter Mest wies noch auf ein weiteres Projekt in unmittelbarer Nähe des Solarpark Ulrichstein hin. So soll im Gewerbegebiet Struth ein weiterer Solarpark mit 4185 Modulen entstehen, der rund 500 Haushalte mit Energie versorgen könnte.

"Wir freuen uns sehr, dass das Thema erneuerbare Energie wieder mehr Beachtung findet, denn nur so wird es gelingen, die Klimaziele zu erreichen", so Günter Mest.

Zahlreiche der insgesamt über 50 interessierten Bürger nutzten dann die Gelegenheit zu Fragen bezüglich des Projektes Solarpark Ulrichstein.

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