Frühe Strippenzieherin der Gleichberechtigung: Iris Berben spielt Elisabeth Selbert. FOTO: PM
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Frühe Strippenzieherin der Gleichberechtigung: Iris Berben spielt Elisabeth Selbert. FOTO: PM

Einsatz für Rechte der Frauen

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Vogelsbergkreis(pm). Die Reihe Vogelsberger Kirchenkino hat bin dieser und in der kommenden Woche wieder einen besonderen Film zu bieten. Am kommenden Donnerstag, dem 5. März, läuft der Film "Sternstunde ihres Lebens" im Lichtspielhaus Lauterbach und später am Mittwoch, dem 11. März, im Kinocenter in Alsfeld. Thema der aktuellen Reihe des Kirchenkinos sind Frauenrechte und der Kampf um Gleichberechtigung. In diesem Sinne ist der Kirchenkino-Beitrag ein Baustein in der Frauenwoche.

Eine Kasseler Juristin erstritt vor 71 Jahren die Voraussetzung für eine gesellschaftliche Revolution: "Männer und Frauen sind gleichberechtigt." Dass diese fünf Worte gleich im dritten Artikel des Grundgesetzes niedergeschrieben wurden, ist dem entschlossenen Wirken Dr. Elisabeth Selbert zuzuschreiben. Nahezu im Alleingang setzte die Rechtsanwältin damit Maßstäbe für die junge Geschichte der Bundesrepublik. Der Film "Sternstunde ihres Lebens" spürt mit der Schauspielerin Iris Berben in der Hauptrolle dieser Geschichte nach.

Frauenrechte bildeten bereits frühzeitig den Themenschwerpunkt der Nordhessin Dr. Elisabeth Selbert, die bereits 1930 über das Scheidungsrecht promovierte. Ab 1948 gehörte sie dem Parlamentarischen Rat an, der das Grundgesetz ausarbeitete. Nur vier Frauen befanden sich in dem 65-köpfigen Gremium - doch selbst in den drei weiblichen Kolleginnen fand Selbert nicht sofort Unterstützung für ihr Unterfangen.

Unterstützung kam dann von außerhalb: mit Zehntausenden an Eingaben befeuerten Frauen aus dem gesamten Land die von Selbert gestartete Kampagne. Die Aufnahme der Gleichberechtigung als Artikel 3, Absatz 2, in das Grundgesetz bildete dann die "Sternstunde" im Leben der Frauenrechtlerin. Die Umsetzung dauert bis heute an: Bis 1958 konnte ein Ehemann das Arbeitsverhältnis seiner Frau kündigen. Bis 1977 benötigte eine Frau die Zustimmung des Ehemannes zur Berufsausübung. Erst 1994 verpflichtete der Staat sich mit einem Nachsatz zum Grundgesetz-Artikel zur aktiven Durchsetzung der Gleichberechtigung.

Frauen heute noch benachteiligt

Und noch heute verdienen Frauen durchschnittlich ein Fünftel weniger als Männer, und Frauen in Führungspositionen bilden noch immer Ausnahmen. Auch daran erinnert das Vogelsberger KirchenKino und fügt seinen letzten Beitrag der aktuellen "Grundgesetz-Filmstaffel" in die "Internationale Frauenwoche" ein.

"Sternstunde ihres Lebens" läuft im Kirchenkino am Donnerstag, dem 5. März, um 20 Uhr im Lichtspielhaus Lauterbach sowie dann am Mittwoch, dem 11. März, um 19 Uhr im Kinocenter Alsfeld.

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