Einsatz für die grüne Insel

  • Joachim Legatis
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Schloss Homberg ist ein angesagtes Besucherziel. Viele Menschen kommen an Wochenenden auf die Kuppe über der Ohmstadt und genießen die herrliche Aussicht. Dabei nutzen sie gepflegte Wiesenwege, die von den ehrenamtlichen "Greenkeepern" Harald Kraus und Willi Bernbeck gepflegt werden. Die beiden haben auch den Naturschutz im Blick.

Bei schönem Wetter sind sie jeden Tag am Schloss und haben immer etwas zu tun. Harald Kraus und Willi Bernbeck sorgen für gepflegte Wiesen und eine gesunde Natur im Schlosspark. Ehrenamtlich sind sie in der Garten-AG der Schlosspatrioten für Harmonie von Besucherfreundlichkeit und Naturschutz am Werk. Das ist unverzichtbar für ein Bürgerschloss, wie es der Verein anstrebt, formuliert es Vorsitzender Markus Haumann.

Kraus dreht mit dem Aufsichtmäher des Vereins seine Runden und bietet so in zentralen Bereichen eine schöne Fläche. Gäste von Hochzeiten und die vielen Besucher an Wochenenden können mühelos im Schlossgarten und auf dem Rundweg um die Schlossmauer mit herrlichem Blick ins Weite flanieren. Bernbeck ist der Spezialist für Baumpflege, betreut Nistkästen und sorgt für Flächen, die nicht gemäht werden, um eine erstaunliche Pflanzenvielfalt auf dem Burgberg zu erhalten.

"Ein Vereinsziel der Schlosspatrioten ist Naturschutz und Landschaftspflege", erläutert Bernbeck. Für das Mitglied des Naturschutzverbands BUND steht dabei der Schutz der Natur trotz der vielen Besucher auf dem Schlossgelände im Zentrum. Dazu gehört auch das Gießen von Pflanzen bei Trockenheit, "viel Schwitzerei in heißen Monaten". Im vergangenen Jahr musste auch die imposante Linde am Eingang mit einigen Kubikmetern Wasser unterstützt werden. Bernbeck macht den Erhaltungsschnitt an den Obstbäumen und hat über zehn Hochstämme gepflanzt.

Wichtig ist ihm der behutsame Grasschnitt. So hat er mit Kraus vereinbart, dass im Schlossgarten für begehbare Rasenflächen gesorgt wird, "aber im Außenbereich darf nicht alles platt gemacht werden". Beim Rundgang um die Schlossmauern verweist Bernbeck auf die sorgsam gepflegten Wege im Gras, daneben wogen Blühpflanzen, die sich ungestört entwickeln können. Da wachsen Margeriten, Kornblumen, Mohn, Flockenblumen und weitere. "Das ist gut für Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten", freut sich Bernbeck.

Diese Bereiche werden nur im Herbst gemäht. So legen Schmetterlinge gerade an den oft unbeliebten Brennnesseln ihre Eier ab. Holunder und andere Sträucher bieten Vögeln Verstecke, Nahrung und Nistplätze. Im Sommer weidet auf einem Hang eine Schafherde. An den Gebäuden und einigen Bäumen haben die Patrioten Nistkästen aufgehängt. Dabei achtet Bernbeck auf einen Schutz gegen Waschbären, die eine Gefahr für Vögel darstellen.

Er freut sich über Mauersegler, die manche Nistmöglichkeit angenommen haben. Such ein grauer Fliegenschnäpper brütet am Schloss. Zu seinem Bedauern sind nur recht wenige Fledermäuse eingezogen, obwohl auch für sie Unterschlupfe geschaffen wurden. Immerhin sechs verschieden Arten hat der Naturschützer gezählt.

So haben Kraus und Bernbeck zusammen mit den Aktiven der Gartengruppe, die sich um die Beete am Schloss kümmert, einen wunderbaren Ort geschaffen. "Das ist eine grüne Insel mitten in der Stadt", sagt Bernbeck. Die beiden sind fast jeden Tag auf dem weitläufigen Gelände. "Wenn ich hier hochgehe, ist das wie Urlaub", meint Kraus. In der Kernstadt mit seinem Autoverkehr sei es lauter und von der Kuppe hat man eine tolle Fernsicht.

Das wissen auch viele Besucher zu schätzen, von denen manche aus 30Kilometern Entfernung anreisen. Oft machen sie eine Runde auf der Schächerbachtour und kommen dann zum Schloss hoch.

Eine andere Besuchergruppe sind die Gäste von Hochzeiten. Immerhin 20 Feste dieser Art feierte man im Vorjahr, wie Markus Haumann erläutert. Da sei es wichtig, ein gepflegtes Ambiente zu bieten. Bald sollen wieder erste Hochzeitsfeiern steigen. Und auch für den beliebten Biergarten gibt es Überlegungen.

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