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Horst-Hugo Geiß geht mit einem Kunststoffkasten als Beutelspender gegen Hundekot auf Wiesen vor. FOTO: JOL

Einsatz gegen "Tretminen"

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Die Hinterlassenschaften von Hunden am Wegesrand sind gleich in doppelter Hinsicht vielerorts ein Problem. Sie sind unhygienisch, vor allem für spielende Kinder, und sie verschmutzen auf Wiesen und Äckern das Viehfutter. Dagegen helfen Hundekotbeutel, die nun auch im Dorf Einzug halten.

Es ist eine anrüchige Geschichte und nicht leicht zu lösen: Hundekot am Wegesrand. Allzu oft sind Tierfreunde mit ihrem Vierbeiner unterwegs und wenn gerade keiner guckt, bleibt der Verdauungsrest von Bello an der Auslaufstrecke liegen. Das ärgere andere Spaziergänger und sei zudem ein Hygieneproblem, wie der Feldataler Horst-Hugo Geiß meint.

Der Ortsvorsteher von Zeilbach hat die fruchtlosen Gespräche mit Zeitgenossen um eine ganz praktische Verbesserung ergänzt. Aus einem ausgedienten Erste-Hilfe-Kasten hat er einen Hundekotbeutelspender gebaut. Angeschraubt ist das gute Stück an einem stabilen Pfosten, der mit dem Hinweis ausgestattet ist: "Hier ist kein Hundeklo."

Das Schild und drei weitere dieser Art stehen an den beliebten Gassistrecken der Hundefreundinnen und -freunde in dem kleinen Feldataler Ortsteil. Leider hat der Hinweis nicht durchweg zum Erfolg geführt. Ein kurzer Spaziergang entlang des asphaltierten Weges inmitten des Dorfs ergab beim Ortstermin immerhin zwölf Haufen auf einer Strecke von gut 50 Metern.

Spielplatz immer wieder verunreinigt

Ein Anlass für die Aktion des Ortsvorstehers war der Zorn eines Ortsbürgers, der ehrenamtlich die öffentlichen Wiesen mäht. "Da fliegt ihm jedes Mal der Kot um die Ohren, das ist einfach eine Sauerei", berichtete Geiß. Auch Landwirte ärgern sich über das auf diese Weise verschmutzte Gras und Heu, das dann nicht mehr als Viehfutter verwendet werden kann.

Beim Spielplatz auf der gegenüberliegenden Seite der Ortsdurchfahrt steht ein weiteres Hinweisschild. Auch dort kommt es immer wieder vor, dass Eltern mit Kind und Hund eine schöne Zeit auf dem großzügigen Gelände verbringen, aber nicht an das Beseitigen der Hundehaufen denken. "Dann ärgern sich andere, die in die Haufen auf der Wiese tappen", sagt Geiß.

Das Thema ist mehr als nur ein persönliches Ärgernis des Ortsvorstehers. Es hat erst kürzlich zu einer kurzen Debatte im Hauptausschuss des Gemeindeparlaments geführt. Dort berichtete Marcus Görig darüber, dass er von einigen Bürgern angesprochen wurde, ob die Gemeinde nicht einen Beutelspender an einem viel genutzten Feldweg anbringen könnte. Görig fand den Vorschlag gut, stieß aber bei Bürgermeister Leopold Bach auf Skepsis. Denn dann wollten das auch andere Ortsteile, was spürbare Kosten für eine ganze Menge an Beutelbehältern bedeutet hätte.

Diese müssten in der Folge regelmäßig von den Mitarbeitern des Bauhofs kontrolliert und nachgefüllt werden. Dann wollten Anwohner sicher auch Müllbehälter, um die Hinterlassenschaften von Fiffi zu entsorgen.

"Der Bauhof ist schon unterbesetzt, um seine bisherigen Aufgaben abzuarbeiten", gibt Bach zu bedenken. Es sei nicht vermittelbar, dafür Steuergelder auszugeben.

Das sieht Geiß genauso. Er bestückt den von ihm aufgestellten Beutelspender mit Tüten, die er selbst kauft. Auch seine Nichte ist aktiv, wenn sie mit dem Hund eine Runde dreht. Geiß findet es wichtig, mehr über solche Rücksichtslosigkeiten direkt mit den Menschen zu sprechen. "Jeder, der sich einen Hund anschafft, muss wissen, dass er eine Verantwortung übernimmt."

Positiv vermerkt er, dass sich im Lauf der Zeit mehr und mehr Hundehalter in Zeilbach einsichtig zeigen. Er hat den Eindruck, dass die Zahl derjenigen zunimmt, die den Wegesrand so hinterlassen, wie sie ihn auf dem Hinweg mit Bello vorgefunden haben.

Bürgermeister Bach hat über das Thema Hundekot ausführlich mit den Ortsvorstehern im Rahmen einer Ortsvorsteherdienstversammlung gesprochen. Derzeit sind ihm keine Probleme bekannt. "Die Ortsvorsteher haben das vor Ort im Blick und wir stehen in engem Austausch."

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