Architekt Dr. Stefan Strack (2. v. r.) informiert über die Notwendigkeit, das Hallendach zu erneuern. FOTO: PM
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Architekt Dr. Stefan Strack (2. v. r.) informiert über die Notwendigkeit, das Hallendach zu erneuern. FOTO: PM

Eine Million fürs Hallenbad

  • Joachim Legatis
    vonJoachim Legatis
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Man kennt das von der Altbausanierung: Eigentlich will man nur eine Wand oder das Dach etwas modernisieren, aber dann kommt der Schock, wenn man den Bereich freilegt. Das ist nun beim Hallenbad Alsfeld geschehen. Um das Dach zu dämmen, bauten Handwerker die Innenverkleidung ab und standen vor massiven Schäden. Nun wird das Dach komplett erneuert.

Das Szenario wollen die Alsfelder Stadtverordneten ausschließen: Es fällt Schnee und das Dach des Alsfelder Hallenbads stürzt ohne Weiteres ein. Deshalb haben die Politiker dieser Tage einstimmig die Mittel beschlossen, die für ein neues Dach notwendig sind. Dafür muss voraussichtlich eine Million Euro aufgewendet werden, wie die Planer sagen.

Der Schaden am Bad ist erst deutlich geworden, als die Innenverkleidung des Dachs im Zuge von Sanierungsarbeiten entfernt wurde. Immerhin bestand keine akute Einsturzgefahr, wie Hallenbad-Geschäftsführer Ralf Kaufmann sagt. "Der Statiker kann nur nicht ausschließen, dass bei erhöhter Dachlast mit einem Meter Schnee das Dach ohne Ankündigung einstürzt."

Bei einem Ortstermin mit dem Aufsichtsrat der Hallenbad-Gesellschaft haben kürzlich Kaufmann und Architekt Dr. Stefan Strack den Zustand des Dachs vorgeführt. Dem Gremium der städtischen Gesellschaft gehören Vertreter der Fraktionen im Stadtparlament an.

Dabei verwiesen Kaufmann und Strack auf massive Schäden. In den vergangenen Wochen haben Sachverständige den Zustand der Dachkonstruktion geprüft. Demnach ist das Dach nicht wie angenommen nur an ein paar Stellen undicht, sondern die Schäden sind deutlich größer. Eindringendes Regenwasser und die chloridhaltige Luft von innen haben die Stahlbeton-Konstruktion so stark angegriffen, dass das Dach ganzflächig neu aufgebaut werden muss. Architekt Strack verdeutlichte vor den Vertretern aller Parteien die neu aufgetauchte Problematik und die Lösung der baulichen Herausforderung und belegte dies mit Fotos, bauphysikalischen Erklärungen und dem vorliegenden statischen Gutachten.

Der vorläufige Bauzeitenplan sieht eine Wiedereröffnung des Hallenbades zur kommenden Wintersaison 2021 vor.

So lange wird es dauern, bis das Hallenbaddach fachgerecht abgetragen und wieder aufgebaut ist. Geplant ist, eine ballwurfsichere Innendecke einzuziehen. Die Freibadsaison und die Nutzung der Saunaanlage sind von den Sanierungsarbeiten des Hallenbades nicht betroffen. Sie können wieder besucht werden, sobald die Vorschriften in Zeiten von Corona eine Nutzung wieder zulassen. Die Halle wurde 1968 errichtet. Die Dachkonstruktion bleibt gleich, es wird wieder ein Pultdach mit Gefälle errichtet. Es ist durchaus vorgesehen, dass später eine Fotovoltaik- oder Solarthermie-Anlage nachgerüstet werden soll, erläutert Kaufmann.

Die ursprünglich einmal geplante Sanierungsmaßnahme sollte nur eine bessere Dämmung bewirken. Es wird momentan eine neue Statik gerechnet, die eine bessere Dämmung und das Gewicht einer möglichen FV-Anlage berücksichtigt.

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