Fahrzeuge der Firma Ebke sind zwar derzeit abgemeldet, die Zahlungen für die Anschaffung laufen aber weiter. FOTO: PM
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Fahrzeuge der Firma Ebke sind zwar derzeit abgemeldet, die Zahlungen für die Anschaffung laufen aber weiter. FOTO: PM

Ebke-Reisen kämpft um Zukunft

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Homberg(pm). Hessens Busunternehmer versuchen, ihre - durch die Corona-Krise ausgebremsten - Betriebe zu retten. Ein Beispiel aus der Region ist das Unternehmen Ebke-Fahrradreisen in Homberg. Inhaber Wolf-Rüdiger Ebke beteiligt sich deshalb am heutigen Mittwoch an einem bundesweiten Aktionstag (Motto: #busunternehmenretten), der vom Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (bdo), dem Landesverband Hessischer Busunternehmer (LHO) sowie weiteren Verbänden organisiert wird.

Bei den 160 Mitgliedsunternehmen des LHO geht es um rund 4000 Arbeitsplätze - der Betrieb von Wolf-Rüdiger Ebke hat fünf Beschäftigte. "Wir versuchen alles, um die Zukunft unseres Unternehmens zu sichern. Die meisten der Mitarbeiter sind in Kurzarbeit - unsere teuren Reisebusse sind abgemeldet. Aber die Raten für die Finanzierung der Fahrzeuge laufen jeden Monat weiter", erklärt Busunternehmer Ebke. Er will deshalb durch seine Teilnahme am Aktionstag auf die dramatische Lage der Branche aufmerksam machen: "Für unsere unverschuldet von einem wochenlangen Komplettverbot betroffene Reisebusbranche greifen die bisherigen Hilfsmittel einfach nicht. Während für Fluglinien bereits Milliarden-Hilfspakete bewilligt wurden, müssen mittelständische Busunternehmen nach wie vor ums Überleben kämpfen", sieht er ein Ungleichgewicht bei der Unterstützung von Firmen durch die Landes- und die Bundesregierung.

Drei-Punkte- Soforthilfe

Daher fordert Ebke von der hessischen Landesregierung endlich konkrete Hilfen: 1) Eine nicht zurückzuzahlende Soforthilfe pro Reisebus und Monat. 2) Ein deutschlandweites Konzept zur Wiederaufnahme von Busreisen. 3) Eine Reduzierung der Mehrwertsteuer für Busreisen auf sieben Prozent.

"Wer die systemrelevante Infrastruktur im Busverkehr sichern und künftig zudem mehr für den Klimaschutz tun will, muss jetzt mithelfen, die Branche zu retten", fordert Ebke. Wichtig seien schnelle, direkte Soforthilfen durch die Landesregierung, wie in Baden-Württemberg bereits geschehen: Die Busbranche habe "nicht nur seit Monaten null Einnahmen, sondern auch noch immense Rückzahlungen für bereits geplante und gebuchte Reisen, die storniert wurden." "Keine andere Branche steckt in der Corona-Krise so sehr in der Klemme wie das Busgewerbe", erläutert Ebke.

"Nachdem Bundes- und Landesregierungen für die Zukunftssicherung von Fluglinien Milliardenbeträge locker gemacht haben, müssen sie nun endlich auch die dramatische Lage der Busbranche in Deutschland zur Kenntnis nehmen und rasch handeln", fordert auch der LHO-Landesvorsitzende Karl Reinhard Wissmüller (Michelstadt). Ein großer Teil der mittelständischen Betriebe in Hessen drohe in den kommenden Wochen für immer zu verschwinden.

Bereits Mitte April hatten Branchenumfragen gezeigt, dass 85 Prozent der Busunternehmen in Deutschland die aktuelle Lage nicht länger als höchstens drei Monate durchhalten. Ein großer Teil dieser Zeit ist bereits verstrichen. Wolf-Rüdiger Ebke hofft, dass sich durch den Aktionstag am Mittwoch etwas bewegen lässt und die Politik nach großen Fluglinien nun endlich auch kleinen Busunternehmen aus der Krise hilft.

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