Ein vertrockneter Nadelbaum vor dem Hintergrund weiterer, noch gesunder Bäume. FOTO: DPA
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Ein vertrockneter Nadelbaum vor dem Hintergrund weiterer, noch gesunder Bäume. FOTO: DPA

Dürreschäden verändern Wald

  • vonDieter Graulich
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Ulrichstein(au). Die Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Westlicher Vogelsberg wird größer: Die Mitgliedsfläche erhöht sich um 1255 Hektar auf nunmehr 8253 Hektar, nachdem das Aufnahmegesuch der Gemeinde Wettenberg, vom Privatwald Seibelsdorf und von der Gabrysch Wald- und Grundbesitz GbR positiv beschieden worden war.

Vorsitzender Edwin Schneider (Bürgermeister Ulrichstein) informierte darüber, dass der Vorstand an zwei Info-Veranstaltungen zur Gründung einer Holzverkaufsorganisation Fulda-Vogelsberg-Burgwald teilgenommen habe. Hintergrund: In den Regionen mit hohem Kommunalwaldanteil musste sich HessenForst bereits 2019 aus dem Holzverkauf für die betreuten Kommunen zurückziehen. Folgerichtig wurden von den Kommunen dreizehn Holzverkaufsorganisationen (HVO) mit unterschiedlichen Rechtsformen und einer Mitgliedsfläche von 200 000 Hektar gegründet. Für die Leistungsfähigkeit und Kostenstruktur bestehen nach Angaben von Schneider allerdings bisher nur Kalkulationen, die sich erst noch bestätigen müssen - oder vielleicht auch nicht.

Im Vogelsberg wie im gesamten nord-osthessischen Bereich besteht für die Kommunen zum 1. Januar 2021 die Notwendigkeit zur Umstellung. Die Vogelsberger Kommunen haben gemeinsam beraten aber noch nicht entschieden, welches Modell sie bevorzugen.

Hoch im Kurs steht eine interkommunale Zusammenarbeit, also eine rein kommunale Lösung alleine für den Vogelsberg. Das Umweltministerium empfiehlt dagegen eine großräumige Lösung für Rhön, Vogelsberg und Burgwald, in der Kommunal- und Privatwald im Rahmen einer Forstwirtschaftlichen Vereinigung nach dem Bundeswaldgesetz zusammenarbeiten sollten.

Für den Privatwald über 100 Hektar gilt landesweit die Frist zur Umstellung zum 1. Januar 2021. Privatwald unter dieser Größenordnung und Gemeinschaftswald kann den Holzverkauf auch danach über HessenForst abwickeln. Allerdings wird der in forstlichen Zusammenschlüssen organisierte Privatwald von den Kartellbehörden nach der Gesamtfläche aller Mitglieder eingestuft.

Hilfe nötig für Kleinprivatwald

Die Vorstände der Forstbetriebsgemeinschaften sehen in der sehr aufwendigen Betreuung des Kleinprivatwaldes einschließlich der Organisation des Holzverkaufs eine staatliche Aufgabe, die zur Erhaltung und Entwicklung dieser Wälder unabdingbar ist. Dafür sollten die Rahmenbedingungen erhalten und das benötigte Personal bei HessenForst zur Verfügung gestellt werden. Im Dezember 2019 habe es erstmals Signale aus dem hessischen Umweltministerium gegeben, dass man sich beim Kleinprivatwald doch für die Beibehaltung des Holzverkaufs über Forstamt und FBG einsetzen will.

"Die Situation der Borkenkäferkalamität hat sich bei den Waldbesitzern im Bereich des Forstamtes Schotten und auch landesweit im Jahr 2019 noch mehr verschlechtert, als befürchtet wurde", informierte Martin Menke vom Forstamt Schotten. Bis Dezember betrug der Gesamtanfall rund 168 000 Festmeter, davon im Staatswald rund 100 000 Festmeter, bei den Gemeinden 52 000 Festmeter und im Privatwald 16 000 Festmeter. Aufgearbeitet waren 145 000 Festmeter, also 86 Prozent der Gesamtmenge, aber noch nicht alles Holz verkauft.

Mit erheblichen Zusatzkosten habe das Forstamt Schotten schon im Sommer zwei Trockenlager mit einer Kapazität von 11 000 Festmeter eingerichtet, um den Markt zu entlasten und den ansonsten notwendigen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu vermeiden, berichtete Menke. Wann dieses Holz mit welchen Qualitäten schließlich einen Abnehmer findet, sei offen.

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