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Droht Bauernmarkt das Aus?

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Von: Herbert Schott

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Die seitherigen Organisatorinnen des Feldataler Bauernmarkts hören auf, nun ist das gesellige Treiben, wie oben an einem Frühlingstag vor einigen Jahren, in Frage gestellt. © Herbert Schott

Seit Jahren ist der Fealler Bauernmarkt, wie er liebevoll genannt wird, ein Aushängeschild für die Gemeinde und wird gern besucht. Nun in Paukenschlag: Nachdem sich das bisherige Organisationsteam zurückgezogen hat, droht der beliebten Veranstaltung das Aus. Oder doch nicht?

Die Fortführung des traditionellen »Fealler Bauern- und Spezialitätenmarktes« in diesem Jahr steht auf der Kippe. Aktuell ist nicht sicher, ob und wie es mit dem Markt weitergeht. So die Erkenntnis nach dem Jahresrückblick des Gewerbevereins Feldatal auf das vergangene Jahr 2022. Seit 2016 gibt es den durchaus erfolgreichen und beliebten Markt schon und bis Ende des vergangenen Jahres wurde er 61 Mal abgehalten.

Die drei »Macher« des Marktes, Susanne und Michael Schneider und Enrica Geisler, gaben dann zum Jahresende bekannt, dass sie die Organisation des Marktes nicht mehr weiterführen werden.

Die Suche nach potentiellen Nachfolgern zur Betreuung des Marktes führte bisher noch zu keinem Ergebnis. Das war die Schlagzeile des Abends beim Jahresrückblick des Gewerbevereins im Feldaer Hof in Groß-Felda.

Michael Schneider würdigte zunächst noch einmal die Arbeit von Susanne Schneider und Enrica Geisler. Sie seien es gewesen, »die diesen Markt schließlich aus der Taufe gehoben haben und ihn zudem gemacht haben, wie er sich bisher präsentiert hat.«

»Die Entscheidung aufzuhören fällt uns sehr schwer,« so die beiden Frauen. »Es war unser Baby, wir haben es gern gehabt, aber es geht aus persönlichen Gründen einfach nicht mehr weiter. Diese Entscheidung tut uns sehr, sehr leid.«

Es folgte noch ein Rückblick auf die sieben Jahre Bauernmarkt mit vielen Bildern, die noch einmal die Beliebtheit und die Bedeutung des Traditionsmarktes zeigten. Schneider dankte den beiden sichtlich gerührt mit einem Blumenstrauß. Auch im Saal war die Stimmung durchaus getrübt, denn ohne eine Perspektive für den Bauernmarkt verliere man gegebenenfalls ein bedeutendes Aushängeschild für den Gewerbeverein und damit auch für die gesamte Gemeinde Feldatal.

Wie soll es jetzt weitergehen? Michael Schneider erläuterte der Versammlung, dass man die Vakanz in der Organisation und Führung des Marktes zum Ende des vergangenen Jahres offen kommuniziert habe. Rückfragen des Gewerbevereins selbst führten zu keinem Ergebnis.

Auch seien mit einem Brief alle Vereinsvorsitzende im Feldatal angeschrieben und um Mithilfe gebetenb worden. »Hier gab es bisher keine Rückmeldungen. Ich bin sehr enttäuscht darüber,« sagte Schneider.

In der nun beginnenden Diskussion ergriff Herbert Schott das Wort und stellte in den Raum, dass dieses Schreiben »wohl bei Vereinen nicht so angeschlagen hat, wie es sich der Verfasser vorgestellt hat.« Denn die Organisation wollten die Vereine nicht übernehmen, hierzu werde ein Team von etwa zwei bis drei Personen benötigt.

Die weitere Unterstützung der Vereine beim Auf- und Abbau des Marktres und bei der Bewirtung der Gäste stehe für die Fortführung außer Frage und habe bereits im vergangenen Jahr reibungslos funktioniert. Hier seien die Vereine sicherlich wie gewohnt mit dabei. Man müsse nun das Team finden, das sich für die Organisation bereiterklärt.

Marktbeschicker Bernd Weiß aus Unter-Seibertenrod, von Anfang an beim Bauernmarkt mit dabei, fand zunächst, auch im Namen seiner Kolleginnen und Kollegen, viele Worte des Lobes für das Engagement des Gewerbevereins in all den Jahren. »Sicherlich gab es in der Vergangenheit auch einmal nicht so gute Zeiten, aber insgesamt gesehen waren die Beschicker zufrieden und würden es sehr bedauern, wenn es nicht mehr weitergehen sollte. Es hat Spaß gemacht nach Groß-Felda zu kommen. Wir waren alle wie eine kleine Familie, die auch sehr gut harmonierte.«

Er regte in diesem Zusammenhang an, die Gemeinde auf jeden Fall mit in die Pflicht zu nehmen. Schließlich sei der Markt ein großes Aushängeschild für Feldatal, wie es ja besonders in vielen »Sonntagsreden« immer wieder gerne betont werde. In kleinerer Runde wurde diese Anregung unter anderem gemeinsam mit Bürgermeister Bach auch diskutiert, wobei sich schließlich ein eventuell möglicher Weg abzeichnete.

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