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Drei neue Rettungswachen

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Bei geschlossener Bahnschranke helfen auch Blaulicht und Martinshorn nicht. Dann ist es besser, die Rettungswache gleich auf die "richtige" Seite zu verlegen. Das ist ein Teil der Neuordnung des Rettungswesens im Vogelsbergkreis. Außerdem müssen Hilfsorganisationen vermehrt zusammenarbeiten, um rechtzeitig zur Stelle zu sein - auch über Landkreisgrenzen hinweg.

Das Rettungswesen im Vogelsbergkreis wird zügig ausgebaut. Im Mai war in Grebenhainer Ortsteil Ilbeshausen eine neue Rettungswache eingeweiht worden, in Homberg hat die Stadt ein Grundstück für einen Neubau verkauft, in Nieder-Ohmen haben in der Vorwoche die Planierarbeiten für einen Neubau begonnen, und am Freitag war symbolischer erster Spatenstich in Kirtorf. Dort erstellt der DRK Rettungsdienst Mittelhessen eine Rettungswache mit 277 Quadratmeter Nutzfläche für fast 1,2 Millionen Euro.

"2700 Einsätze seit dem Jahr 2016, das zeigt deutlich den Bedarf für einen Rettungswachenstandort in Kirtorf", sagte Landrat Manfred Görig. Er erinnerte daran, dass sich seit dem Auftakt zur Neuordnung des Rettungswesens im Vogelsbergkreis 2013 sehr viel getan habe. Vor sechs Jahren habe man die vorgegebene Hilfsfrist von zehn Minuten nur in rund 66 Prozent der Einsätze einhalten können, im Vorjahr habe sich die Quote bereits auf 85 Prozent verbessert.

Um die Einsatzzeiten weiter zu verbessern und auch dem Personal bessere Arbeitsbedingungen zu bieten, stehen im Süd-West-Kreis die Neubauten in Homberg und Nieder-Ohmen an. In Homberg wird man das alte Feuerwehrgerätehaus in der Friedrichstraße verlassen und an den Stadtrand neben den Sportplatz "An der Altenstadt" in einen Neubau ziehen. In Nieder-Ohmen hat die Johanniter Unfallhilfe (JUH) das Rettungswesen vom DRK übernommen, nachdem die traditionelle Hilfsorganisation DRK personell dazu nicht mehr in der Lage gewesen war. Zudem wird in Nieder-Ohmen die Rettungswache vom Feuerwehrstützpunkt weg auf die andere Seite der Vogelsbergbahn verlegt. Die Bauarbeiten im alten Gewerbegebiet an der Kirschgartener Straße haben begonnen.

Wie teuer das Rettungswesen sein kann, zeigt sich am Beispiel Kirtorf: In der Marburger Straße hat man zwar schnell ein Grundstück gefunden, aber der Boden trägt nicht, es müssen rund 200 neun Meter lange Betonpfähle eingebaut werden, die die Bodenplatte halten. Das bedeutet eine Verteuerung um rund eine viertel Million Euro und eine Zeitverzögerung. Denn das kann nur eine Spezialfirma leisten, die derzeit noch beim Brückenbau an der A 49 gebunden ist. Baubeginn wird deshalb erst im September sein.

Beim symbolischen ersten Spatenstich waren auch Vertreter der Hilfsorganisationen JUH und Malteser anwesend, was die enge Zusammenarbeit der verschiedenen Organisationen zeigt. "Anders geht es auch nicht", unterstrich Markus Müller, Geschäftsführer des DRK in Mittelhessen. Denn das Beispiel Nieder-Ohmen zeigt, dass das DRK nicht mehr alles im Vogelsbergkreis abdecken kann. Nur gemeinsam reichen die Ressourcen aus. Das betrifft auch das Personal, von dem beispielsweise bei der JUH niemand aus dem Vogelsbergkreis kommt. Und wenn auf der anderen Seite der Vogelsbergbahn Hilfe benötigt wird, dann rücken auch mal Arzt und Rettungswagen aus Grünberg in den Nachbarlandkreis aus. Und am Standort Ilbeshausen sind es auch die Johanniter, die den Notarztstandort und die Rettungswache betreiben.

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