KRISENBEWÄLTIGUNG

Doris Simon dankt mit dem Gedicht "Corona"

  • Rolf Schwickert
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Die Auswirkungen der Coronakrise sind für alle Menschen eine neue Erfahrung, denn ähnliche Situationen hat es noch nicht gegeben. Vor diesem Hintergrund versuchen die Menschen mit der Krise umzugehen, sie einzuordnen und machen dies je nachdem, wozu sie neigen. Mittlerweile kann man auch im Vogelsbergkreis eine breite Welle der Hilfsbereitschaft und des Dankes ausmachen. Beispielhaft stehen dafür die Angebote zu Einkäufen für besonders gefährdete Bürger und die Aktion der bemalten Steine, die mit einem freundlichen Text versehen an vielen Stellen ausliegen und von Mensch zu Mensch wandern. Eine ganz andere Form der Krisenbewältigung hat Doris Simon (69) aus Homberg-Schadenbach gewählt. Weil sie schon in jungen Jahren mit dem Dichten angefangen hat, lag für sie diese Form der Krisendarstellung und des Danksagens nahe. Doris Simon hat zu Geburtstagen und besonderen Anlässen im Dorf immer mal Gedichte verfasst, in der Faschingszeit hat sie Büttenreden geschrieben, und für die Landfrauen hat sie das Lied "Von Schadenbach" getextet. In besonderer Weise hat sie ihren Ehemann Horst jahrelang bedacht: Denn oft fand der an seinem Arbeitsplatz bei der Mittagspause in der Brotdose ein kleines Gedicht vor. Mit dem Gedicht "Corona" möchte sich Doris Simon bei all denen bedanken, die in der Krise das wirtschaftliche Leben am Laufen halten und sich um Menschen in ihrer Nachbarschaft kümmern. Und sie hat auch in der Krise einen hoffnungsvollen Ausblick.

Corona

Ich glaube es ist langsam an der Zeit, mal "Danke" zu sagen, all denen, die für uns bereit.

Den Ärzten, den Apotheken, den Schwestern, sie sind für uns da und geben nur das Beste.

Auch danke ich den Märkten, den Betreibern den Fahrern, ohne die wir alle nicht mehr da wär’n.

Ich danke auch unseren Kindern, die sich um uns Alte sorgen, die vieles für uns erledigen und besorgen.

Ich danke auch denen, die ich hier vergessen, aber die für uns geschafft, die sich oft selbst gefährden, oft über ihre Kraft.

Um geliebte Menschen zu verlieren, brauchen wir keine Kriege, es ist auch nicht die Macht und der Kampf um Siege.

Ein Monster wie Corona kann das ganz alleine schaffen und Tausende Menschen so hinraffen.

Ich hoffe wir werden jetzt wach und tun anders mal denken, damit wir "Alle" der Welt nun Frieden schenken.

Wir halten zusammen und bleiben zu Haus, wir meistern die Krise und machen das Beste daraus. rs

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