Die Spielfläche vor dem seitherigen Kindergarten wird in Verbindung mit dem Neubau auf der Wiese oberhalb rechts neu gestaltet. Links ragt die Mehrzweckhalle ins Bild. FOTO: RS
+
Die Spielfläche vor dem seitherigen Kindergarten wird in Verbindung mit dem Neubau auf der Wiese oberhalb rechts neu gestaltet. Links ragt die Mehrzweckhalle ins Bild. FOTO: RS

Detailplanung für die Kita

  • Rolf Schwickert
    vonRolf Schwickert
    schließen

Ölheizung oder Wärmepumpe? Was bringt eine Fotovoltaikanlage? Bei der Erweiterung der Kindertagesstätte in Gemünden geht es in die Detailplanung. Die Gemeindevertreter befassten sich außerdem mit den Themen Abwasser und zweites Kanalsystem.

Der Architektenwettbewerb war vor eineinhalb Jahren, jetzt geht es in die Details: Erweiterung und Neubau bei der Kindertagesstätte nahmen breiten Raum ein in der Gemündener Gemeindevertretersitzung am Donnerstagabend in der Mehrzweckhalle. Denn die Kommunalpolitiker müssen sich entscheiden, welche Art von Heizung sie wünschen, und wie das Außengelände gestaltet werden soll. Zu beiden Themen erläuterten Vertreter des Architekturbüros Schmidt-Strack (Alsfeld) die möglichen Varianten.

Carsten Schmidt erläuterte allgemein zu dem Projekt, es gebe einen neuen Eingang, der derzeitige werde zu einem Nebeneingang, und die Nutzfläche werde erheblich vergrößert. Auf den Hang oberhalb des derzeitigen Gebäudebestandes komme ein zweigeschossiges Gebäude. "Wie soll geheizt, gekühlt und gelüftet werden?", fragte er in die Runde. Dabei betonte er die allgemeine Vorgabe aus dem Rathaus, es solle gebaut werden, was sein müsse - also kostengünstig und ohne Schnickschnack.

Nach Angaben von Schmidt beläuft sich eine aktuelle Kostenschätzung auf 2,9 Millionen Euro Gesamtkosten. Die jetzt zu treffenden Entscheidungen sollten bis zum 1. November erfolgen, denn dann änderten sich die gesetzlichen Vorgaben für öffentliche Gebäude gravierend mit entsprechenden Kostensteigerungen.

Die vom Architekturbüro vorgelegten Varianten für die Haustechnik sind so vielfältig, dass Bürgermeister Lothar Bott empfahl, eine Debatte darüber im Fachausschuss zu führen. Dazu gehört beispielsweise ein Abwägen, inwieweit es sich lohnt, für einen 80 Meter langen neuen Strom-Hausanschluss wegen einer Wärmepumpe 50 000 Euro zu investieren. Diese Heizungsvariante sei derzeit zwar teuer, aber zukunftssicher, erläuterte ein Fachplaner.

Weil die nächste Sitzung der Gemeindevertreter erst am Donnerstag, dem 22. Oktober, ist, der Termin also sehr knapp vor dem 1. November liegt, wies Vorsitzender Klaus-Dieter Jensen darauf hin, dass man einem Fachausschuss auch eine abschließende Beschlussfassung übertragen kann. Um das abzuklären, wurde die Sitzung unterbrochen. Letztlich wurde beschlossen, das Thema einstimmig zur endgültigen Entscheidung in den Bauausschuss zu verweisen. In gleicher Weise will man auf Anregung der UBL zur Gestaltung der Spielfläche an der Kindertagesstätte verfahren. Dazu informierte der Bürgermeister, die Laufzeit der Bundesmittel sei bis Ende 2021 verlängert worden. Insgesamt soll der Spielplatz über 300 000 Euro kosten. Allerdings sind darin auch allgemeine Erdarbeiten enthalten, Walter Momberger (BGG) hatte sich über die Höhe der Kosten sehr erstaunt gezeigt.

Neue Kläranlagen nicht sinnvoll

Wie geht es weiter bei der Abwasserreinigung? Fest steht bislang, dass die Kläranlage bei Nieder-Gemünden still gelegt und das Abwasser zur Kläranlage bei Königsaasen gepumpt wird. Eine entsprechende Vereinbarung gibt es mit dem Abwasserverband Ohm-Seenbach, den die Kommunen Mücke und Grünberg unterhalten. Jetzt wurde eine Machbarkeitsstudie vorgelegt, wie es sich mit den Kläranlagen Ehringshausen und Rülfenrod verhalten könnte. Mindestens rund 200 000 Euro günstiger wäre es, wenn diese Einrichtungen ebenfalls still gelegt würden und Druckleitungen nach Nieder-Gemünden führten. Während ein Anschluss an Königsaasen rund 1,54 Millionen Euro kosten würde und jährliche Unter- haltungskosten von rund 190 000 Euro bedeute, schlagen die anderen Varianten mit folgenden Zahlen zu Buche: Neubau in Ehringshausen und Sanierung in Rülfenrod 1,7 Millionen / 257 000 Euro, Erweitern in Rülfenrod, Stilllegen in Ehringshausen und Bau einer Druckleitung 1,79 Millionen Euro / 287 000 Euro und der Neubau in Ehringshausen, Stilllegen in Rülfenrod und Bau einer Druckleitung 1,95 Millionen Euro / 293 000 Euro.

Die Gemeindevertreter nahmen die Studie nur zur Kenntnis, denn es besteht noch kein Handlungsbedarf. Erst wenn die seitherigen Anlagen nicht mehr die Vorgaben erfüllen oder sich Normen ändern, soll auf der Grundlage der Machbarkeitsstudie beraten werden.

Jürgen Lutz meinte, jetzt mache man die Ortsdurchfahrt Rülfenrod, und da sei es wichtig, über die Machbarkeitsstudie zu erfahren, dass die Abwasserleitung in Rülfenrod auch für die Zukunft hinreichend dimensioniert sei.

Für zwei Kanalrohre

Auf Vorteile eines zweiten Leitungssystems für Oberflächenwasser (neben dem Abwasserkanal) machte die UBL-Fraktion in einem Antrag aufmerksam. Für die UBL erklärte Jürgen Lutz, in Zukunft sei damit zu rechnen, dass das Land vorgebe, ein gesondertes Leitungssystem für Oberflächenwasser vorzusehen, sofern das Wasser in eine Kläranlage geführt werde. Vor diesem Hintergrund könne es wirtschaftlicher sein, bei Kanalarbeiten gleich ein zweites Kanalsystem vorzusehen, damit im ungünstigen Fall dies später nicht nachgeholt werden müsse. Eine Wirtschaftlichkeitsberechnung solle deshalb gleich für den Ausbau der Ortsdurchfahrt Rülfenrod vorgesehen werden. Lukas Becker (SPD) befürwortete das von der Sache her, sah aber hohe Kosten auf die Bürger zukommen. Der UBL-Antrag wurde einstimmig angenommen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare