Depressionen in der Corona-Krise

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Vogelsbergkreis (pm). Grübelei, niedergeschlagene, antriebs- und hoffnungslose Phasen und zunehmend Probleme im Alltag - das sind einige der Symptome, die auf depressive Stimmungen oder Depressionen hinweisen können. Nicht erst seit der Corona-Pandemie haben immer wieder Menschen mit der Krankheit zu kämpfen, die von vielen noch immer nicht ernst genommen wird.

Wichtig also, mehr über Depressionen zu erfahren, um sich selbst und seinen Mitmenschen besser helfen zu können.

In der jüngsten Online-Sitzung des Kreisjugendparlaments (KJP) ist Psychologin Anna Glaum von der Vitos Kinder- und Jugendambulanz für psychische Gesundheit Alsfeld zu Gast, die über das Thema Depressionen informiert. Das KJP beschäftigt sich, auch vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie, mit den Auswirkungen von Depressionen, da viele Menschen - immer wieder auch Jugendliche - unter Depressionen leiden und einsam sind. Die Jugendlichen möchten sich dafür einsetzen, dass dem Thema mehr Bedeutung zugesprochen wird und es dazu mehr Aufklärungsangebote gibt.

Die ohnehin schon hohe Zahl an Menschen, die an Depressionen leiden, hat auch während der Corona-Pandemie zugenommen, erfahren die Mitglieder des KJP im Vortrag. Immer wieder berichten Jugendliche, Kinder und auch Erwachsene von depressiven Phasen und Einsamkeit, die den Alltag erschweren und vieles scheinbar unerträglich machen. Aber woran liegt das? Was sind die Gefahren, die die Corona-Pandemie für die Psyche darstellt? Und wie können Betroffene den Teufelskreis durchbrechen? All das sind Fragen, auf die Psychologin Glaum im Vortrag eingeht.

Die Anzeichen sind nach Angaben von Glaum vielschichtig. Weniger Aktivität, Probleme in Beruf oder Schule, Schuldgefühle, Angst, Hoffnungslosigkeit und Stimmungsschwankungen können Anzeichen sein und müssen beobachtet und entsprechend eingeordnet werden. Akute Belastungen, biologische Faktoren und die persönlichen Lebensumstände können eine Rolle spielen und sich im Teufelskreis aus negativen Gedanken, depressiven Gefühlen und geänderten Gewohnheiten Bahn brechen. Oft können dann nur viele kleine Schritte helfen, aus dieser Situation auszubrechen. Kleine Unternehmungen, Sport, viel Verständnis der Angehörigen und Freunde, aber auch professionelle Hilfe und Beratung können dabei helfen, für sich selbst und seine Angehörigen einen Weg aus der Abwärtsspirale zu finden.

Dank des sehr interessanten Online-Vortrags im KJP vermittelt die Expertin viele Informationen über die Psyche des Menschen und darüber, wie man Freunden, sich selbst und der Familie dabei helfen kann, Depressionen zu überwinden. Das KJP kann sich in einem zukünftigen Projekt vorstellen, über dieses Thema in Kooperation aufzuklären, beziehungsweise die Möglichkeit zu schaffen, sich darüber informieren zu können.

Dem KJP ist es wichtig, dass die Menschen in dieser schwierigen Zeit nicht alleine sind und wissen, an wen sie sich wenden können.

Der Sozialpsychiatrische Beratungsdienst des Vogelsbergkreises steht bei Fragen und Problemen zur Seite. Er berät, unterstützt und begleitet bei psychischen und seelischen Problemen. Die F achleute sind unter den Telefonnummern 06641/977-196, -177, -169 oder auch unter der E-Mail-Adresse sozialpsychiatrischer -dienst@vogelsbergkreis.de erreichbar.

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