»Das ist inakzeptabel«

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Homberg (pm). Vergangene des Woche teilt die Autobahnplanungsgesellschaft Deges mit, dass sie Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt hat wegen Anzündens eines Holzstapels in der Gemarkung Am Geiersberg bei Homberg/Ohm bei einer Ausgleichsmaßnahme für Kammmolche infolge des geplanten Baues der A 49.

Das Aktionsbündnis »Keine A 49« gibt dazu folgende Stellungnahme ab: »Egal, ob das Anzünden des Holzstapels aus Frustration, Hinterlist oder Abenteuerlust erfolgte, der Vorfall belastet die inhaltliche Diskussion um dieses Autobahnprojekt.« Zuverlässige Informationen und eine sachbezogene Diskussion seien Wesenselemente einer demokratischen Gesellschaft. Aktionen gegen Ausgleichsmaßnahmen oder die beiden Anschläge gegen Autos von Autobahnkritikern in Homberg/Ohm und Niederklein seien »inakzeptabel und gefährden den notwendigen demokratischen Grundkonsens in unserer Gesellschaft«. Durch das Anstecken des Holzstapels am Geiersberg, der sich zwischen Niederklein und Stadtallendorf befindet, werde der Blick von zentralen Fragen abgelenkt. Die geplante Autobahnauf-/abfahrt Stadtallendorf-Süd befindet sich zu rund 75 Prozent auf dem Gebiet des europarechtlich geschützten Flora-Fauna-Habitats Herrenwald und innerhalb der Wasserschutzzone II. Es handele sich um eine außerordentlich reizvolle naturnahe Kulturlandschaft mit großem Erholungswert für Radfahrer und Wanderer und die Anwohner in Niederklein und Stadtallendorf. »Im Bereich des neu geplanten Kreisels auf der Niederkleiner Straße und der Straßenführung über die Joßklein sollen nach den Karten des Planfeststellungsbeschlusses die Straßenabwässer direkt in die Joßklein fließen.« Andererseits gebe es folgende schriftliche Aussage aus dem Regierungspräsidium Gießen vom 22. April: Für dieses Wasser beinhalte der Planfeststellungsbeschluss keine Einleiteerlaubnis in die Joßklein.

Im Planfeststellungsbeschluss werde behauptet, dass Stadtallendorf schon durch die Bundesstraßen 62 und 454 vorgeschädigt sei. Jeder wisse aber, dass die geplante Autobahnführung bei Stadtallendorf nichts mit dieser »Vorschädigung« zu tun habe. »Im Gegenteil. Die Bevölkerung in Stadtallendorf verliert durch den Bau der A 49 die Hälfte ihres Naherholungsraums.«

Mit solchen und anderen grundsätzlichen Fragestellungen (etwa Altlasten und Wasser) sollten sich die politisch Verantwortlichen in erster Linie befassen, fordert das Bündnis. »Dass die Stadtverwaltung Stadtallendorfs die Presseerklärung der Deges durch eine eigene Stellungnahme unterstützt, ist in Ordnung, dass sie sich zu wesentlichen Fragen nicht äußert, ist es nicht.«

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