A 49

So darf die Autobahn nicht gebaut werden

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Wie aus den Medien zu erfahren war, will die DEGES im Rathaus in Stadt Allendorf großformatige Plakatwände aufstellen und über die A 49 informieren.

Das ist Teil einer von unseren Steuergeldern finanzierten Imagekampagne der DEGES, mit der sie mit grasenden Wasserbüffeln und Bildern von wunderbar gelungenen Ausgleichsmaßnahmen ein positives Bild der A 49 zeichnen will.

Wie bei vielen Werbekampagnen bleibt die Wahrheit dabei oft auf der Strecke und die "Informationen" geraten zur Märchenstunde. Das Grundwasser im Trinkwassergewinnungsgebiet wird nach Ansicht der DEGES bestmöglichst geschützt. Trotzdem sehen die mittelhessischen Wasserwerke, die dort Trinkwasser fördern, den Bau der A 49 in diesem Gebiet sehr kritisch.

All das schöne Gerede über den Bau der A 49 mit ÖPP verschweigt die Tatsache, dass der Bundesrechnungshof schon seit Jahren diese Bauträgerschaft als ineffizient und immer zum finanziellen Schaden für die Allgemeinheit und den Steuerzahler brandmarkt. Einzige Profiteure sind die beteiligten privaten Geldgeber.

Laut Planung werden auf der Autobahn 38 000 Fahrzeuge erwartet, davon etwa 60 Prozent von der A 5 und A 7.

Gleichzeitig soll der Verkehr auf den nachrangigen Straßen um 100 000 Fahrzeuge entlastet werden. Dass diese Rechnung nicht seriös ist, ist doch wohl für jeden offensichtlich. Bei der Planung der A 49 wurde überhaupt nicht darauf eingegangen, dass die A 5 bei Gemünden, die nur zweispurig ausgebaut ist und heute schon oft durch Staus auffällt, die A 49 nicht aufnehmen kann, ohne noch mehr Staus zu produzieren.

Doch auch hier haben die Planer eine Lösung und die heißt: Bei der Planung der A 49 sind Staus nicht vorgesehen. Bei DEGES heißt es auch, es gibt weniger Durchgangsverkehr in den Städten. Das hört sich gut an.

Nur es stimmt nicht. In anderen Verkehrsanalysen werden allerdings die Städte Homberg, Stadt-Allendorf und Treysa deutlich stärker belastet.

Auf Nachfrage konnte die DEGES zum Beispiel nicht sagen, ob es durch den Bau der A 49 auf der B 62 zu einer Entlastung der Anwohner durch weniger Verkehr kommt. Ein Armutszeugnis für Planer, die doch alles so gut durchgeplant haben.

Alle angeblichen Entlastungen, die einer genauen Betrachtung zum großen Teil nicht standhalten, werden toll beschrieben und auf Hochglanzplakaten präsentiert, aber die Belastungen der Natur und der Anwohner, die an der neuen A 49 wohnen, sind niergends fachlich ermittelt oder beschrieben worden. Oder gibt es die vielleicht gar nicht?

Wenn schon der Weiterbau der A 49 im VKE 40, dann nach den Vorstellungen des Dannenröder Appells, der auf www.stopp-a49-verkehrswende-jetzt.de zu finden ist.

Dieser Ausbau hat folgende Vorteile: Erhalt des Dannenröder Forstes. Bei dem beginnenden Klimawandel 100 Hektar gesunden Wald zu fällen, verbietet sich im Jahr 2020 von selbst. Wirkliche Entlastung des nachgelagerten Verkehrsnetzes. Keine Zunahme des Verkehrs in Homberg, Stadt-Allendorf und Treysa. Keine Gefährdung des Trinkwassers im Trinkwasserschutzgebiet.Gerade in der heutigen Zeit bei Billionenausgaben in der Coronakrise, Einsparungen von einigen Hundert Millionen Euro.

Heinrich Seim Heidrun Seim. Homberg-Erbenhausen

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