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Dank Europa leuchtet die Jacke

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Von: Joachim Legatis

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Ziel ist die bessere Sichtbarkeit: Die reflektierende Arbeitskleidung im Bauhof wird nach Arbeitsschutzvorgabe der EU erneuert, v. li. Bürgermeister Leopold Bach mit Gerhard Decher und Christian Schneider. © Joachim Legatis

Auch in vermeintlich simplen Dingen wie der Arbeitskleidung von Gemeindemitarbeitern steckt ein Stück Europa, wie sich in Feldatal zeigt. Weil sich die Arbeitsschutzrichtlinien in Brüssel verschärft haben, werden die signalorangenen Warnjacken der Bauhofmitarbeiter künftig geleast. Und auch der Trend zu naturnahen Bachufern geht auf eine EU-Richtlinie zurück.

Die Mitarbeiter des Bauhofs Feldatal sind bei Wind und Wetter auf den Straßen und Wegen der Großgemeinde unterwegs. Sie reparieren Straßen, streuen bei Eisesglätte und stellen Schilder am Wegesrand wieder auf. Da ist die Sichtbarkeit das A und O, schließlich sollen sie nicht von unachtsamen Autofahrern umgefahren werden. Deshalb tragen sie Jacken und Hosen in Grellorange, die zudem mit reflektierenden Streifen versehen sind. Ab Januar bekommen sie neue Klamotten - auf Initiative der Europäischen Union.

Denn die EU hat die Arbeitsschutzrichtlinien so ergänzt, dass Reflektorstreifen regelmäßig auf ihre Leuchtkraft geprüft werden, wie Bürgermeister Leopold Bach jüngst den Gemeindevertretern erläuterte. Deshalb werde künftig die Arbeitskleidung im Bauhof geleast. Jeder Arbeiter erhält drei Sätze Arbeitskleidung. Die vermietende Firma hat stets einen Satz in der Reinigung und checkt, ob die Reflektionsfähigkeit den Vorgaben noch entspricht. Wenn die Oberfläche verblasst ist, dann wird die Jacke oder Hose gegen eine neue ausgetauscht.

»Das dient dem Arbeitsschutz der Gemeindearbeiter«, sagt Bach. Dabei zahlt die Gemeinde nicht drauf. »Was wir bislang für die gekaufte Arbeitskleidung ausgegeben haben, das fließt künftig in die Miete.«

Für die Arbeiten in kommunalen Bereichen und in öffentlichen Verkehrsflächen war es bisher ausreichend, eine Warnweste zu tragen, erläutert der Rathauschef. Die EU hat bereits 2018 eine Neuregelung verabschiedet, die bis April 2023 umzusetzen ist. Für jede Art der persönlichen Schutzausrüstung gibt es nun gesetzliche Vorgaben. Sie stellen sicher, dass jeder optimal geschützt ist, dessen Arbeit Gefahren birgt.

Die Vorgaben besagen, dass die Arbeitskleidung regelmäßig geprüft werden muss, ob sie den Anforderungen entspricht.

Die Gemeinde Feldatal legt seit Jahren Wert darauf, dass das Erscheinungsbild der Bauhofmitarbeiter einheitlich ist. Bisher wurden die Mitarbeiter mit gekaufter Schutzbekleidung ausgestattet.

Da diese Kleidung beim Waschen im Laufe der Zeit ihre Farbintensität verändert, muss künftig regelmäßig dokumentiert werden, dass sie noch den Vorgaben entspricht. Dies gilt für den Stoff und die reflektierenden Streifen.

Die Gemeinde Feldatal hat das Angebot von mehreren Fachunternehmen für Berufsmietkleidung praktisch getestet. Die Arbeitskleidung wird nach einem Abschreibungszeitraum oder nach Unterschreitung der EU-Mindestvorgaben kostenfrei ausgetauscht. Das Unternehmen wird nun die Mitarbeiter am Bauhof vermessen und die individuelle Kleidung bereitstellen.

Auch bei der Flurneuordnung ist Europa präsent, sagt Bach. »Da spielt die Förderung der EU eine große Rolle.«

EU-Geld für Flurneuordnung

80 Prozent der Mittel, die in diesen Verfahren ausgegeben werden, kommen von der Europäischen Union und werden über das Land Hessen verteilt. Diese Verfahren, die in Kestrich und Stumpertenrod positive Folgen für die Landwirtschaft zeigen, dienen zur Umvertteilung von landwirtschaftlichen Flächen.

Denn kleine Äcker und Wiesen lassen sich schlechter bedwirschaften mit modernem Gerät. Deshalb werden die Flächen ermittelt und zu größeten Einheiten zusammengelegt, die an die Eigentümer gehen.

In dem Verfahren werden Wege neu gezogen und es wird für Naturschutz gesorgt. So müssen inzwischen Ufer von Bächen geschützt werden.

Die »Uferrandstreifen« sind zehn Meter breit und dürfen nur eingeschränkt oder gar nicht bewirtschaftet werden. Wenn man nun das Land neu verteilt, können diese Bereiche ausgespart werden.

In der Folge bilden sich naturnahe Ufer und Windungen, die auch kleinen Fischen wie der Groppe das Schwimmen erleichtern.

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