A 49

Gut für Covid-19 und Klimawandel

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Nachdem die Rodungen im Dannenröder Forst weitgehend abgeschlossen sind, kann endlich der Bau der A 49 VKE 40 beginnen. Damit ist ein 100 ha großer Wasser- und CO2-Speicher für immer verloren. Wenn denn der Bau wirklich weitergeht, sind 600 000 Menschen davon betroffen, dass ihr Trinkwasser durch den Brückenbau über die Brunnen dauerhaft gefährdet ist. Die Vorteile der A 49 sind vage Hoffnungen. Die Nachteile kann man dagegen schon klar benennen. 227 Prozent mehr Verkehr in Homberg, hier besonders auf der Marburger und Berliner Straße, sowie in Nieder- und Ober-Ofleiden, Dannenrod, Maulbach, Appenrod und Erbenhausen, 75 Prozent mehr Verkehr in Stadtallendorf, Lärm und Feinstaubbelastung entlang der gesamten Trasse, um nur einige zu benennen.

Dabei kann man gerade in der Corona-Pandemie sehen, dass das Virus und das Klima identische Voraussetzungen brauchen, um uns zu schaden. Das Virus braucht den Kontakt zwischen den Menschen. Die Klimakatastrophe braucht den Ausstoß von CO2 und Methan. Beim Virus merken wir und sagt uns die gesamte Wissenschaft, je stärker wir unsere Kontakte reduzieren, desto weniger kann sich das Virus ausbreiten, je mehr Kontakte wir haben, desto besser für das Virus, da helfen alle Vorsichtsregeln nur bedingt. Hier haben wir das begriffen, und nur wenige Corona-Leugner bestreiten das.

Kommen wir jetzt zum Klima. Auch hier gibt es schon seit 1972 (Club of Rome) eine sich immer mehr verstärkende und heute einhellige Meinung aller Wissenschaftler, dass der nicht mehr zu leugnende Wandel unseres Klimas durch die klimaschädlichen Gase CO2 und Methan ausgelöst und verstärkt wird. Genau wie bei Corona können wir mit dem Klima nicht verhandeln. Entweder wir reduzieren CO2 und Methan, oder wir werden durch den Klimawandel, den wir derzeit in Ansätzen wahrnehmen, momentan noch nicht abschätzbare Veränderungen erleben, bis hin zu Auswirkungen, die unsere Existenz infrage stellen. Selbst Wissenschaftler sind überrascht, wie schnell der Wandel geht, viel schneller als gedacht, weil Auswirkungen der Erwärmung weitere Folgen nach sich ziehen, die man bisher so noch nicht im Blick hatte. In den letzten zehn Jahren haben sich durch die Erderwärmung die Katastrophen durch riesige Brände, Überflutungen und Extremstürme verdoppelt, gegenüber den zehn Jahren vorher.

Anstatt diese Realität anzuerkennen, wird Wald für Autobahnen und im Amazonas für Rindfleisch, Palmöl und Soja gerodet, werden Hybridautos als gut für das Klima gefeiert und sich der Illusion hingegeben, wir könnten so weiterleben wie bisher, wenn nur erst Corona vorbei ist. Allerdings, gibt es für das Klima keine Impfung. Deshalb ist der Protest im Dannenröder Forst notwendig und legitim.

Die jungen Leute können nichts dafür, dass unsere Politik bei Corona auf die Wissenschaft hört und handelt, bei dem Klima aber die Anerkennung der Realität verweigert.

Bei der A 49 VKE 40 sollte man einen Anfang mit der Realitätswahrnehmung machen, wann denn, wenn nicht jetzt und bei dieser A 49 VKE 40, für die eine weit bessere Alternative vorgeschlagen wird.

Heidrun und Heinrich Seim, Homberg

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