Proben für Corona-Tests werden für die weitere Untersuchung vorbereitet. SYMBOLFOTO: DPA
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Proben für Corona-Tests werden für die weitere Untersuchung vorbereitet. SYMBOLFOTO: DPA

Corona-Tests jetzt im Krankenhaus

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Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind eine Belastung für alle. Deshalb ist es wichtig, dass man eindeutige Auskünfte und zweifelsfreie Testergebnisse bekommt. Bei der Kreisspitze sind schon vor Tagen Zweifel aufgekommen, die Kassenärztliche Ver- einigung sieht dazu aber keinen Anlass.

Am Mittwoch hatten die Vorstandsvorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH), Frank Dastych und Dr. Eckhard Starke, die Kritik des Landrates entschieden zurückgewiesen. Für die geäußerten Vorwürfe an einem von der KVH eingesetzten Labor zur Auswertung von Corona-Tests bestehe kein Anlass. Im Gegenteil: Die öffentliche Kritik offenbare ein erschreckendes Maß an Fahrlässigkeit an der Kreisspitze, so ließen sich die Vorstandsvorsitzenden ein.

Auslöser für die Auseinandersetzung waren die in eine Pressemitteilung mündenden Vorwürfe des Landrates sowie des Ersten Kreisbeigeordneten, im Covid-Koordinierungs- center in Alsfeld abgenommene und in einem von der KVH beauftragten Labor ausgewertete Tests seien fälschlicherweise als "positiv" deklariert worden, obwohl in angeblich 14 Fällen keine Infektion vorgelegen habe.

Zu den als fälschlicherweise als "positiv" deklarierten Tests erklärt der KVH-Vorstand: "Die Vorwürfe der Kreisspitze aus dem Vogelsberg sind aus verschiedenen Gründen haltlos. Zum einen arbeitet die Kassenärztliche Vereinigung Hessen nur mit Laboren zusammen, in denen die Vorgaben des Robert-Koch-Instituts und die vorgeschriebenen Maßnahmen zur Qualitätssicherung streng eingehalten werden. Das bedeutet, dass auf einen positiv ausgefallenen ersten Suchtest selbstverständlich der zweite, vorgeschriebene Bestätigungstest folgt. An dieser Stelle werden also alle Vorgaben eingehalten.

Auch die Zusammenarbeit mit dem beauftragten Labor in anderen Landkreisen läuft völlig unproblematisch. Kritisch sehen wir die Äußerungen der Kreisspitze aber auch vor allem deshalb, weil sie ein hohes Maß an medizinischer Inkompetenz und Verantwortungslosigkeit offenbaren. Denn dass ein Test auf das Coronavirus einige Tage später anders ausfällt, ist keineswegs ungewöhnlich. Schließlich handelt es sich bei einer Virusinfektion um einen biologischen Prozess, der sich stetig verändert. Auch fallen nicht alle Tests zu 100 Prozent positiv oder negativ aus, sondern beispielsweise nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 70 Prozent. Wir halten es aber für infektiologisch unverantwortlich, einen solchen Fall nicht als positiven Test zu klassifizieren, denn das Risiko angesichts der Pandemie und eines nach wie vor hohen Ansteckungsrisikos für Nichtinfizierte wäre viel zu groß."

"Und schließlich - als eigentlich schwerwiegendster Aspekt in dieser überflüssigen Diskussion -", so schreibt die KV, "werden dadurch die Menschen ohne Not und auf verantwortungslose Weise verunsichert. Denn mehr, als die vom RKI vorgegebenen Regeln streng einzuhalten, kann ein Labor nicht tun. Und mehr, als nur mit solchen Laboren zusammenzuarbeiten, kann auch eine KV nicht tun. Welchen Testergebnissen sollen die Menschen denn nun vertrauen? Diese Diskussion ist fatal und das Gegenteil von dem, was wir augenblicklich brauchen: Vertrauen in unser Gesundheitssystem und die dort umgesetzten Maßnahmen zum bestmöglichen Infektionsschutz der Bevölkerung."

Die Kreisspitze reagierte noch am Mittwoch: "Die Kassenärztliche Vereinigung weiß seit Wochen, dass es bei Corona-Testungen in einigen Laboren - unter anderem in der Einrichtung in Mainz - zu nicht nachvollziehbaren Testergebnissen gekommen ist. Auf unsere Hinweise aber hat sie bislang nicht reagiert", erklärte der Vogelsberger Landrat Manfred Görig (SPD) und wies damit die von der KV geäußerten Kritik am Vogelsbergkreis entschieden zurück. Mehr noch: In einem dem Vogelsbergkreis vorliegenden Schriftverkehr vom 20. Mai - also vor fünf Wochen - zwischen einem Fachreferenten und dem stellvertretenden Vorsitzender der KV, Dr. Eckhard Stracke, habe der Referent erklärt, dass es Hinweise gebe, dass das Mainzer Labor "je nach Verfügbarkeit nur das E-Gen nachweist, was tatsächlich nicht ausreichend wäre".

"Vor diesem Hintergrund ist die schroffe, barsche und heftige Reaktion der KV auf ein von uns angesprochenes sachliches Problem überhaupt nicht nachvollziehbar", betont Gesundheitsdezernent Dr. Jens Mischak. "Dort scheinen die Nerven blank zu liegen."

Landrat Görig vermisst erneut eine schlüssige Erklärung, warum Abstriche weiterhin in Laboren untersucht werden, die nicht nachvollziehbare, verifizierbare Untersuchungsergebnisse liefern. "Wir können daher das KV-Testcenter in Alsfeld nicht mehr empfehlen, denn wir brauchen eindeutige Testergebnisse."

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