"Corona darf Klima-Krise nicht verdrängen"

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Vogelsbergkreis(pm). Die bevorstehende Wiederöffnung von Schulen stellt auch die Frage des Schülertransportes. Die Wahrscheinlichkeit, dass es vermehrt zum Einsatz von "Elterntaxis" kommt, ist aus Sicht der Verkehrswende-Initiative Vogelsberg groß. Ihr Vertreter Philipp Balles geht davon aus, dass Busse und Bahnen den notwendigen Infektionsschutz nicht sicher gewährleisten können. Erhöhtes motorisiertes Verkehrsaufkommen sei jedoch keine die Gesundheit und das Klima schützende Lösung.

Die Verkehrswende-Initiative Vogelsberg bittet daher alle dafür Verantwortlichen, "schnell und unbürokratisch für sichere Wege zu den Schulen zu sorgen". Allen Schülern solle ermöglicht werden, ungefährdet per Fahrrad oder zu Fuß zur Schule zu kommen. Nach Auskunft des ADFC-Bundesverbandes stünden dazu (nicht nur den Kommunen) verschiedene rechtliche Möglichkeiten - auch kurzfristig - zur Verfügung.

Bei einem erhöhten Verkehrsaufkommen auf den Schulzufahrtsstraßen seien Kinder, die zu Fuß oder per Rad kommen, einer erhöhten Unfallgefahr ausgesetzt, meint die Verkehrswende-Initiative Vogelsberg. Elterntaxis und der Einsatz von zusätzlichen Omnibussen würden außerdem zu mehr klima- und lungenschädlicher Luftverschmutzung führen. Ungerechtigkeiten würden verstärkt: Kinder, deren Eltern keine Möglichkeit zum Autotransport haben, wären erhöhten Risiken ausgesetzt.

Der Transport von Schülern in Bussen und Bahnen ermögliche keinen sicheren Infektionsschutz. Selbst wenn genügend Platz vorhanden sei, sei eine kontrollierte Distanzwahrung unter den Schülern nur schwer vorstellbar. Begegnungen im Freien würden nach Aussagen der Virologen grundsätzlich weniger Infektionsrisiken bergen. Auf dem Fahrrad werde automatisch Distanz gewahrt.

Bewegung stärkt das Immunsystem

Bewegung stärke das Immunsystem. Auch das sei nach Aussagen der Ärzte als Krankheitsprävention derzeit besonders wichtig.

Wenn durch die Corona-Krise die Klima-Krise in den Hintergrund gerate, wäre das besonders für die Zukunft der Kinder und Jugendlichen fatal, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Auch in diesem Zusammenhang gebe es eine Verantwortung, der sich die Politiker stellen sollten. "Diese Corona-Krise, die den Schutz von Menschenleben so eindringlich vor Augen führt, bietet den Anlass für alle Verantwortlichen, sich beispielgebend und zukunftsweisend dafür einzusetzen, dass Kinder und Jugendliche sich sicher und selbstständig unmotorisiert fortbewegen können".

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