Checkliste für fahrradfreundliche Stadt

  • vonRedaktion
    schließen

Alsfeld(pm). Voten für eine Verkehrsführung mit Platz für umweltfreundliche Zweiräder. Der Allgemeine Fahrrad-Club (ADFC) bietet aktuell einen Fragebogen in seinem Internetangebot, der verschiedene Aspekte für einen attraktiven Radverkehr in der Stadt abfragt. Der "Fahrradklima-Test 2020" kann noch bis zum 30. November ausgefüllt werden.

Bei der alle zwei Jahre durchgeführten Umfrage haben sich die Alsfelder Radler bisher immer rege beteiligt, blickt Mirjam Kneußel vom Kreisverband des ADFC zurück. "Wenn mehr als 50 Leute in einer Gemeinde einen Fragebogen ausfüllen, nimmt der ADFC eine Auswertung vor. Das war in den letzten Jahren in Alsfeld immer der Fall und ich hoffe, dass auch beim aktuellen Fahrrad-Klimatest wieder viele Menschen die Möglichkeit nutzen, über das Radverkehrsangebot in der Stadt abzustimmen", sagt Kneußel. Die Alsfelderin ist täglich mit dem Fahrrad unterwegs.

Bei der Online-Umfrage werden 27 Fragen zur Fahrradfreundlichkeit gestellt. Da geht es darum, ob das Radfahren in der Stadt Spaß oder Stress bedeutet, ob die Radwege von Falschparkern freigehalten und im Winter geräumt werden und ob sich das Radfahren insgesamt sicher anfühlt. Auf der Internetseite: www.fahrradklima-test.de kann man teilnehmen.

"Wir sind gespannt, wie Alsfeld dieses Mal abschneidet. Darüber hinaus ist es sicher sinnvoll, wenn sich auch in anderen Gemeinden des Vogelsbergkreises viele Radlerinnen und Radler am Fahrradklimatest beteiligen, um dort Anstöße für sicheren und gut organisierten Radverkehr zu geben", meint Kneußel.

Die Umfrage gibt Politik und Verwaltung lebensnahe Rückmeldungen zu Stärken und Schwächen der Radverkehrsförderung. "Dass mehr getan werden muss für die Förderung des Fahrradfahrens, haben die beiden größeren Städte im Vogelsbergkreis, Alsfeld und Lauterbach, erkannt." Es fehle jedoch an entschlossenem Handeln, um dem Fahrrad als umwelt- und klimafreundlichem Verkehrsmittel das nötige Gewicht für die Mobilität zu geben. Als zentrale Schwachpunkte der Entwicklung in den letzten Jahren seien beim "Fahrradklima-Test" vor zwei Jahren von den Teilnehmenden die Aspekte "Werbung für das Radfahren" und "Fahrradförderung in jüngster Zeit" genannt worden. Insgesamt hat Alsfeld nur Note 4,2 erreicht und war im Vergleich der hessischen Kommunen in derselben Größenklasse auf Platz 46 von 49 gelandet.

Bei dem "Fahrradklima-Test" findet der Zusammenhang zwischen der Radnutzung und der Corona-Pandemie besondere Beachtung. "Corona hat auf einen Schlag viele Menschen zum Radfahren gebracht, die das noch nie oder lange nicht mehr gemacht haben. Uns interessiert sehr, wie diese Neuaufsteiger das Radfahren wahrnehmen. Macht es Spaß? Ist es Stress? Was muss verbessert werden?" erläutert Rebecca Peters, die stellvertretende ADFC-Bundesvorsitzende. Daneben sind für Mirjam Kneußel auch die Beurteilungen der routinierten Alltags-Radler wichtig. Das Fahrrad, insbesondere mit Elektromotor, gewinne immer mehr an Zuspruch. "Das ist ein positiver Beitrag zu einer nachhaltigen und klimafreundlichen Mobilität, der jedoch nicht wirksam werden kann, wenn es an der nötigen Infrastruktur fehlt", meint sie.

Sichere Radwege, eine eindeutige Ausschilderung und funktionsfähige Abstellanlagen seien nötig, damit das "Radfahren Spaß macht". Das gelte für die Freizeit- und Urlaubsnutzung als auch im Alltag. Kneußel erwartet vom "Fahrradklima-Test" des ADFC wichtige Hinweise auf Problembereiche vor Ort.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare