"Busunternehmen brauchen passgenaue Hilfe"

  • vonRedaktion
    schließen

Mücke(pm). Der mit der Corona-Pandemie einhergehende "Lockdown" hat auch auf die Tourismusbranche erhebliche Auswirkungen. Der Geschäftsbetrieb kam Mitte März von heute auf morgen praktisch zum Erliegen. Davon betroffen sind auch die Anbieter von Busreisen. In einem Gespräch mit Mark Philippi, Inhaber der Firma Philippi Reisen aus Mücke-Groß-Eichen, informierten sich dieser Tage der Vorsitzende der Vogelsberger SPD, Patrick Krug, und der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Matthias Weitzel, aus erster Hand über die Situation im Bereich des Bustourismus.

Dabei berichtete Mark Philippi - dessen Unternehmen etwa 100 Mitarbeiter beschäftigt und das neben Busreisen auch drei Reisebüros im Vogelsbergkreis betreibt sowie im ÖPNV tätig ist - davon, dass aufgrund der weiterhin geltenden Einschränkungen und Abstandsgebote eine wirtschaftliche Durchführung von Fernbusreisen nicht möglich sei. "Aktuell können etwa acht bis zwölf Gäste in einem großen Reisebus mitfahren. Mit einer so geringen Teilnehmerzahl ist es nicht möglich, kostendeckend zu arbeiten", veranschaulichte Philippi die Situation in seiner Branche.

Die Lage sei gerade für viele kleinere Busunternehmer existenzbedrohend, weil die Betriebskosten - beispielsweise für die oftmals kreditfinanzierten Busse - auch bei fehlenden Einnahmen weiterliefen, erläutert der Firmenchef. Die derzeit von Bund und Land aufgelegten Hilfspakete passten daher für Reisebusunternehmen nicht. Deshalb habe die Branche eine Resolution verfasst und diese im Rahmen einer Demonstration am 27. Mai an den hessischen Wirtschaftsminister sowie Vertreter der Landtagsfraktionen übergeben.

In dieser Resolution, welche Philippi anlässlich des Besuchs an Krug und Weitzel überreichte, wird eine nicht rückzahlbare Soforthilfe, die Schaffung eines deutschlandweit verbindlichen Konzepts zur Wiederaufnahme von Busreisen und die Reduzierung des Mehrwertsteuersatzes für Busreisen von derzeit 19 auf sieben Prozent gefordert.

"Gerade die oftmals familiengeführten mittelständischen Busunternehmer bilden einen Eckpfeiler der Tourismusbranche, sei es bei der Durchführung von privaten Gruppenreisen, bei Fahrten von Vereinen oder Schulklassen. Wenn wir wollen, dass es einerseits auch zukünftig ein solches vielfältiges Angebot gibt und anderseits Arbeitsplätze vor Ort erhalten bleiben, brauchen diese kleinen und mittelständischen Betriebe in der aktuellen Ausnahmesituation jetzt passgenaue staatliche Hilfe. Natürlich wird ein solches zusätzliches Hilfsprogramm Bund und Land zusätzlich Geld kosten", machte Patrick Krug die Position der Vogelsberger Sozialdemokraten deutlich.

Busbranche helfen

Diese Vorgehensweise sei "zum einen gut angelegtes Geld und zum anderen nur fair, wenn nicht nur Fluglinien durch den Staat gerettet werden, sondern mit Busunternehmern auch andere zentrale Akteure der Tourismusbranche", erläuterte der SPD-Vorsitzende. Zugleich wies Matthias Weitzel darauf hin, dass auch der Vogelsbergkreis nicht untätig geblieben sei, sondern für die aufgrund der Schulschließungen ausgefallenen Schülerbeförderungen den Busunternehmern 70 Prozent der Preise erstatten werde. "Aufgrund der enormen wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise werden solche richtigen und wichtigen Entscheidungen vor Ort alleine aber nicht ausreichen. Wir unterstützen deshalb ausdrücklich die Forderungen aus der Resolution der Busbranche und erwarten, dass die Wirtschafts- und Verkehrsminister in Berlin und Wiesbaden schnell und unbürokratisch tätig werden", sagte Weitzel.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare