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Bürgermeisterwahl in Homberg

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Von: red Redaktion

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Die Homberger sind am kommenden Sonntag aufgerufen, einen neuen Bürgermeister zu wählen. Dies sorgt für intensive Diskussionen. Die mit Abstand häufigste Aussage ist: »Ich weiß nicht, wen ich wählen soll.«

Die Rolle eines Verwaltungschefs auszufüllen geht einher mit viel Verantwortung. Eine Führungsposition ist zu besetzen, und entsprechend sollte es ein klares Anforderungsprofil geben. Ist das erkennbar?

Die »Homberger Verhältnisse« haben wohl dafür gesorgt, dass die Zahl der Bewerber überschaubar war: In der Homberger Kommunalpolitik geht man nach meiner Beobachtung zu oft verletzend und destruktiv miteinander um. Die Auswirkungen des Baus der A49 wirken belastend. Weitere Projekte sind aufgelaufen und bedürfen der Klärung.

In Dannenrod warten wir seit Jahrzehnten auf die Erschließung eines Baugebietes. Bauwillige aus dem Ort werden durch die Verwaltung ausgebremst und bei der Planung ihrer Zukunft behindert. Man hat den Eindruck, dass häufig Eigeninteressen bei der Entscheidungsfindung blockierend wirken.

Ein fairer, offener, ehrlicher und respektvoller Umgang ist für die Bewältigung der kommenden Aufgaben alternativlos. Können wir es uns leisten, einen Bürgermeister wegen guter Sympathiewerte zu wählen oder zählt die Qualifikation?

Die Rechnung für Stillstand bezahlen am Ende wir alle. Nur so viel: Meine Gebühren für Trinkwasser sind zwischen 1991 und 2021 um rund 330 Prozent gestiegen. Beim Abwasser sind es gar 590 Prozent. Die Löhne stiegen im gleichen Zeitraum um etwa 120 Prozent.

Demokratie ist ein lebendiger Prozess, der von der Beteiligung Vieler lebt. Diese Grundsätze aber verlieren an Wirkung, wenn man Paragrafen wie eine Waffe einsetzt. Gemeinsam sind wir stark. Für eine gute Zukunft von Homberg brauchen wir eine konstruktive Zusammenarbeit, wer auch immer neuer Verwaltungschef wird.

Manfred Handstein,

Homberg

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