Eine Fläche, auf der derzeit vier Wasserbüffel weiden - hier bei ihrer Mittagsruhe - soll teilweise vernässt werden. FOTO: AU
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Eine Fläche, auf der derzeit vier Wasserbüffel weiden - hier bei ihrer Mittagsruhe - soll teilweise vernässt werden. FOTO: AU

Büffel und Wiesenbrüter

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Bunte Bergwiesen, kräuterreiche Weiden und ein Reichtum an Quellen und Bächen sind im Vogelsberg (noch) keine Seltenheit. Der Anteil dieser sonst selten gewordenen Lebensräume macht den Vogelsberg zu einer Besonderheit. Das Naturschutzgroßprojekt will sie bewahren.

Im Dorfgemeinschaftshaus des Grebenhainer Ortsteiles Vaitshain trafen sich dieser Tage Bürgermeister Sebastian Stang und Ruben Max Garchow vom Naturschutzgroßprojekt Vogelsberg sowie als Projektträger der geschäftsführende Vorstand des Natur und Lebensraum Vogelsberg, um einen 30-jährigen Pachtvertrag für ausgesuchte Gemeindeflächen der Großgemeinde zu unterschreiben.

Die Verantwortlichen beim Naturschutzgroßprojekt haben so die Möglichkeit, in Zusammenarbeit mit den aktuellen Bewirtschaftern Flächen im Wiesenbrütergebiet langfristig naturschutzgerecht zu pflegen, zu erhalten und zu entwickeln.

"Es ist großartig zu wissen, dass diese wertvollen Flächen nun über die Projektlaufzeit hinaus gesichert sind und ich hoffe, dieser Vertrag gibt den ersten Auftakt für weitere Projekte dieser Art", so Projektleiter Garchow. Bürgermeister Stang zeigte sich ebenfalls erfreut, dass Flächen, die teilweise jahrelang eine Brache waren, jetzt landwirtschaftlich im Sinne des Naturschutzes genutzt werden könnten. Insgesamt seien dies zehn bis zwölf Hektar.

Anja Püchner, Leiterin des Amtes für Wirtschaft und den ländlichen Raum, gleichzeitig auch Vorsitzende des Trägervereins Natur- und Lebensraum Vogelsberg, hob in ihren Erläuterungen hervor, dass dies ein sehr gutes Projekt sei, "das auch noch lange Jahre nach Abschluss des Naturschutzgroßprojektes wirkt".

Zusammen mit der Vogelschutzwarte, dem Amt für Wirtschaft und ländlichen Raum und den Bewirtschaftern werden auf Wiesenbrüter ausgerichtete Beweidungskonzepte entwickelt.

Neben der Beweidung sollen auch neue, artenreiche Flächen auf Bergmähwiesen entstehen. Brach gefallene Abschnitte werden wieder instandgesetzt und mit artenreichem Wiesendrusch eingesät. Zeitgleich freue man sich mitteilen zu können, dass die Renaturierung des Gewässerabschnitts Waaggraben (Schwarza) ihre Zustimmung der Behörden erhalten hat.

Nach Ausschreibung der Arbeiten sollen die Baumaßnahmen voraussichtlich noch in diesem Herbst beginnen. Geplant ist eine naturnahe Gestaltung des Gewässers in Fließrichtung auf etwa einem Kilometer ab der Brücke der Landesstraße 3178 Richtung Nieder-Moos. In Anschluss an die neu gepachteten Flächen wird ein alter Gewässerarm wieder angebunden und es werden die aktuell von Wasserbüffeln beweideten Flächen stärker vernässt.

Im Oberlauf des Gewässers wird die alte Zapfstelle der Feuerwehr wieder instandgesetzt und eine Umgehungsrinne geschaffen, so dass Fische weiterhin ungehindert wandern können. Auf diese Weise ist die Löschwasserentnahme, aber auch die Durchgängigkeit der Schwarza gesichert. "Eine Win-Win-Situation für Mensch und Tier," freuen sich die Verantwortlichen.

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