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Brücken-Neubau startet erst in vier Jahren

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Von: Oliver Schepp

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Die Konrad-Adenauer-Brücke soll ab 2026 einem Ersatzneubau weichen. © Oliver Schepp

Gießen (mö). Seit Oktober 2020 dürfen über die Konrad-Adenauer-Brücke nur noch Fahrzeuge fahren, die weniger als 3,5 Tonnen wiegen. Außerdem gilt für die Brückenüberfahrt Tempo 30. Mit diesen Einschränkungen werden die Verkehrsteilnehmer aus Gießen und Umgebung noch lange leben müssen. Die Arbeiten für den Ersatz-Neubau der 50 Jahre alten Brücke verzögern sich weiter und werden voraussichtlich erst im Jahr 2026 starten.

Dies teilte die amtierende Baudezernentin Gerda Weigel-Greilich auf Anfrage mit. Nach Angaben der Grünen-Politikerin ist mit dem Planfeststellungsverfahren, das eigentlich Mitte 2021 hätte anlaufen sollen, noch nicht begonnen worden. Es soll demnächst auf den Weg gebracht und bis Ende 2023 abgeschlossen werden. »Auftragserteilung wäre 2025, und mit dem Bau könnte in 2026 begonnen werden. Als Bauzeit setzen wir drei Jahre an«, erklärte die Stadträtin.

Am Ersatz-Neubau für die 1970 eingeweihte zweite innerstädtische Lahnbrücke wird seit nunmehr elf Jahren geplant. Einen ersten Projektbeschluss für den Ausbau von zwei auf vier Spuren fasste das Stadtparlament Anfang 2010. Das Projekt wurde dann bis nach der Landesgartenschau 2014 verschoben. 2019 fassten die Stadtverordneten einen neuen Projektbeschluss, der unter anderem richtige Radwege auf beiden Seiten der Brücke vorsieht. Damals ging man von einem Baubeginn in diesem Jahr aus. Der Streit, ob der Autoverkehr im Zuge der Erneuerung von zwei auf drei oder vier Spuren über die Brücke geführt wird, war bereits 2010 zugunsten einer vierspurigen Variante entschieden worden. Das damalige Argument, die Rodheimer Straße zu entlasten, ist aus Sicht der Stadt noch stärker geworden. »Es sind neue Wohngebiete entstanden, die vom Verkehr entlastet werden sollen«, erklärte der mittlerweile ausgeschiedene CDU-Bürgermeister Peter Neidel im Herbst 2019.

Eigentlicher Grund für den Ersatz-Neubau, der ohne Sperrung der Brücke realisiert werden soll, ist der marode Zustand des Bauwerks. Die Benotung durch Ingenieure - alle zwei Jahre findet eine Hauptprüfung statt - wurde kontinuierlich schlechter. 2006 wurde bereits ein Fahrverbot für Lkw ab 30 Tonnen verhängt, vor gut einem Jahr folgten weitere Beschränkungen.

Abzuwarten bleibt, was das Projekt tatsächlich kosten wird. Gestartet war man 2010 mit neun Millionen Euro, mittlerweile sind es 22 Millionen. Allerdings rechnet die Stadt mit einer hohen Bezuschussung bis zu 75 Prozent der Baukosten.

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