Das bringt ein Solarpark

  • vonHerbert Schott
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Feldatal(hso). Im Rahmen der Reihe "Energiewende" des Bildungswerkes für Kommunalpolitik Hessen begaben sich kürzlich Kommunalpolitiker und Mitglieder der Freien Wähler Gemeinschaft (FWG) auf eine Besichtigung eines Solarparks in der Schwalm nach Willingshausen-Wasenberg.

Themen waren: "Wie kann ich die Energiewende im ländlichen Raum in meiner Kommune vorantreiben?" und "Welche Möglichkeit besteht, durch Errichtung eines Solarparks unabhängig vom Stromnetz zu werden?" Gemeinsam mit Mitgliedern des Gemeindevorstandes der Gemeinde Willingshausen traf man sich auf Einladung der Firma Elektro Römer auf dem Gelände des Solarparks Wasenberg-Bachweg, um vor Ort viel über diese Art der Energiegewinnung zu erfahren.

Die beiden Geschäftsführer der Firma Elektro Römer, Harald Römer und Martin Kern, gaben einen Überblick über den Solarpark selbst und auch über die Firmengeschichte. Aushängeschild sei aktuell der eigene Solarpark in Wasenberg. Dass man dort mit öffentlichen Stellen gut Hand in Hand gearbeitet habe, zeige die kurze Zeit von der Planung bis hin zum Betrieb. In den Jahren 2018/2019 schmiedeten Kern und Römer die Pläne. Man erwarb das Grundstück (eine Industriefläche) von der Gemeinde Willingshausen. Gemeinsam mit der Firma Viessmann, welche die Planung und Auslegung der Wechselrichter, Rammarbeiten, Kabelverlegung, Einzäunung und Logistik erledigte, wurde der Solarpark erbaut. Planung, Antragstellung und Genehmigung beim Energieversorgungsunternehmen (EVU) sowie das Errichten der Trafostation mit IT und Fernsteuerung durch das EVU und Ertragsermittlung in Echtzeit mit dem Direktvermarkter erfolgten durch die Firma Römer. Bis zur Inbetriebnahme des Parks am 1. Juli 2019 dauerte es dann nur wenige Monate.

Beeindruckend waren für die Anwesenden auch die Daten und Fakten zur Anlage. Auf einer Fläche von rund 10 000 Quadratmeter wurden 2343 Module mit einer Gesamtleistung von 749,76 kWp auf einer Aluprofil-Konstruktion, die auf einer gerammten Stahlkonstruktion befestigt wurde, verbaut. Zwölf Wechselrichter sorgen für die Umwandlung des Gleichstromes. Der Solarpark erwirtschaftet einen Ertrag von 750 000 KW im Jahr und kostete 750 000 Euro. Diese Größe ist in der Lage, rund 1700 Haushalte (vierköpfige Familie mit einem durchschnittlichen Stromverbrauch von etwa 4200 KW/Jahr) rein rechnerisch mit Strom zu versorgen.

Laut Martin Kern ist man mit dem ersten Jahr der Sonnenenergieernte sehr zufrieden. Die Sollzahlen wurden dabei wie geplant erreicht. Sichtlich beeindruckt von diesen Zahlen nutzten die Besucher auch rege das Gesprächsangebot mit den Fachleuten. Bei den vielen Fragen ging es häufig um die Speicherung der Energie und deren Nutzung, wenn die Sonne mal nicht scheint. Für diese Fälle gebe es mittlerweile schon Speichermöglichkeiten, die auch für den Privatgebrauch immer kostengünstiger würden, hieß es.

Die Eindrücke dieser Bildungsfahrt, dabei besonders neben der ganzen Technik die Kürze der Planungs- und Bauzeit, können sicherlich auch einen Impuls für die eigene Energiepolitik im Feldatal geben. "Eines ist sicher", so fasste es FWG-Fraktionsvorsitzender Marcus Görig zusammen: "Die Möglichkeiten der Solartechnik sind bei uns im Feldatal noch lange nicht ausgereizt und könnten noch weiter ausgebaut werden, um diese saubere Energieart zu nutzen."

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