Über den Verteilerkasten im Fügweg soll in Kürze Ober-Seibertenrod an das Breitbandnetz angeschlossen werden. FOTO: JOL
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Über den Verteilerkasten im Fügweg soll in Kürze Ober-Seibertenrod an das Breitbandnetz angeschlossen werden. FOTO: JOL

Breitband für Ulrichstein

  • Joachim Legatis
    vonJoachim Legatis
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In Ulrichstein und Ober-Seibertenrod übernimmt die Telekom den Ausbau des Breitbandnetzes, in anderen Orten ist weiterhin unklar, wer den Zuschlag bekommt. So müssen die Appenröder, Dannenröder, Erbenhausener und Bernsfelder weiter darauf warten, ob ihre Unterschriftenaktion Erfolg hat.

Der Breitband-Poker im Vogelsberg geht weiter. Während in Ulrichstein und Ober-Seibertenrod die Bauarbeiten für einen Glasfaseranschluss der Ortsnetze durch die Telekom laufen, gibt es immer noch keine Klarheit, was mit den Dutzenden Orten ist, deren Verteilerkästen bislang durch das Unternehmen Goetel für den Ausbau reserviert waren. So bleibt nur Abwarten in Appenrod, Dannenrod, Erbenhausen, Bernsfeld und vielen weiteren Orten.

Zumindest in Ulrichstein gibt es einen Schritt nach vorne für ein modernes Datennetz. Darauf haben die Ulrichsteiner Politiker schon lange gewartet: Die Telekom hat den Zuschlag für das Breitbandnetz in Ulrichstein und Ober-Seibertenrod erhalten und geht nun unverzüglich an die Arbeit. Bei einem Ortstermin in Ober-Seibertenrod haben Vertreter der Stadt, der Telekom und der Baufirma über das Verlegen des Glasfaserkabels gesprochen, das von der Kernstadt in den Ortsteil gezogen wird. Mit dem Baubeginn rechnet Bürgermeister Edwin Schneider in drei Wochen. "Ich freue mich, dass es endlich losgeht", sagt Schneider.

Dabei wird das Kabel von dem Dorf durch die Feldgemarkung bis hin zur Landstraße verlegt. Dort kann dann ein Leerrohr für die Weiterführung in die Kernstadt genutzt werden, das bei Straßenbauarbeiten verlegt worden ist. Dadurch sollen die zwei örtlichen Kabelverzweiger (KVz) an das überregionale Datennetz angeschlossen werden. KVz sind die Schaltkästen, in denen das Glasfaserkabel an die Kupferdrähte zu den einzelnen Häusern angeschlossen werden kann.

In Ulrichstein sollen vier Kabelverzweiger ausgebaut werden, wie Schneider erfahren hat. Er geht davon aus, dass sie in der Folge an das schnelle Datennetz angeschlossen werden und dass dann die ganze Kernstadt schnelles Netz hat. Damit steigt der Versorgungsgrad in der Großgemeinde. Bislang sind Rebgeshain, Helpershain und Teile der Kernstadt mit schnellen Datenleitungen versorgt. Offen ist, wann die anderen Ortsteile aufgerüstet werden, das betrifft Unter-Seibertenrod, Bobenhausen II, Wohnfeld, Kölzenhain und Feldkrücken. In den nächsten Tagen will Schneider ein Gespräch mit Vertretern der Firma Goetel führen, das Unternehmen hat hierum gebeten.

Warten in Homberg und Mücke

Ähnlich unklar ist auch die Lage in den anderen Orten des Vogelsbergskreises, in denen Kabelverzweiger von dem Göttinger Unternehmen reserviert waren. Raphael Kupfermann von der Breitbandgesellschaft des Kreises, der Breitbandinfrastrukturgesellschaft Oberhessen (BIGO), sagt, dass die Telekom für Appenrod, Dannenrod, Erbenhausen und Bernsfeld immer noch keine Zusage der Bundesnetzagentur erhalten hat.

Lediglich für Ulrichstein Kernstadt und Ober-Seibertenrod steht inzwischen die Telekom in der KVz-Vectoringliste. In vielen anderen Bereichen im Kreis ist die Lage ähnlich unbefriedigend und nur einen geringen Teil der KVz konnte die Telekom erfolgreich reservieren. Eine Schätzung geht davon aus, dass Goetel im vergangenen Jahr 80 bis 100 Kabelverzweiger bei der Aufsichtsbehörde Bundesnetzagentur reserviert hat. Die Reservierung bis Mitte Dezember 2019 ist wohl ausgelaufen, eine offizielle Bestätigung dafür gibt es nicht.

Kupfermann teilt mit, dass Nachfragen bei der Bundesnetzagentur ergeben haben, dass kurz vor Ablauf der Frist wohl "für einen Großteil der reservierten KVz" Verlängerungsanträge eingereicht wurden. Solche Anträge seien zugelassen, und aufgrund der großen Anzahl dieser Anträge würde die Prüfung bis Mitte oder Ende Januar andauern. Erst dann werden der Telekom als das beauftragte Unternehmen und damit auch die BIGO mitgeteilt, wer in den Ortschaften ausbauen darf.

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