Oliver Vogeltanz von der Betreiberfirma Schmeh bereitet das Homberger Freibad für die Wiedereröffnung vor. FOTO: JOL
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Oliver Vogeltanz von der Betreiberfirma Schmeh bereitet das Homberger Freibad für die Wiedereröffnung vor. FOTO: JOL

Brav im Kreis schwimmen

  • Kerstin Schneider
    vonKerstin Schneider
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Zwar ist noch kein richtiges Freibadwetter in Aussicht. Trotzdem wird das Homberger Bad am Freitag öffnen - unter Einhaltung etlicher "Spielregeln". Es wird zwei Badezeiten geben, zwischen denen man wählen kann. Das einheitliche Eintrittsgeld von zwei Euro soll man abgezählt dabei haben und an der Kasse einwerfen.

Am Dienstagabend hat der Magistrat beschlossen, das Freibad ab dem morgigen Freitag mit einem sogenannten "anlagenbezogenen Hygiene- und Zugangskonzept" zu öffnen. Es gilt diverse Regeln zu beachten.

Die Besucherzahl wird auf maximal 280 Personen begrenzt, die sich gleichzeitig auf dem Freibadgelände befinden. Das dürfte angesichts der vorhergesagten Wetterlage aber kein Problem werden.

Im Wasser dürfen sich maximal 70 Personen gleichzeitig aufhalten, davon jeweils 30 Personen im Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken und zehn Personen im Kleinkindbecken. Kinder unter zehn Jahren dürfen das Bad nur in Begleitung eines Erwachsenen nutzen. Es gibt eine Aufteilung des Schwimmerbeckens in drei Bereiche, in denen mit maximal 30 Personen im Kreis geschwommen werden kann, der Sprungturm bleibt geschlossen.

Im Kassenbereich wird das Personal durch eine Trennvorrichtung geschützt, es gibt kontaktloses Bezahlen und eine Kontrolle der Zahl der Besucher durch Marken. Desinfektionsmittel steht am Eingang bereit, das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen im Eingangsbereich und im Bereich der Umkleiden und Sanitärräume ist vorgeschrieben. Die Duschen bleiben vorerst geschlossen. Der Spielplatz darf genutzt werden, das Beachvolleyballfeld bleibt aber geschlossen. Tische und Bänke werden nicht aufgestellt. Es gibt umfangreiche Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen. Besucher werden über Aushänge über die Regeln informiert.

Die Stadtverordneten hatten in ihrer jüngsten Sitzung beschlossen, dass das Bad trotz der schwierigen Bedingungen öffnen soll. Das gilt auch vor dem Hintergrund, dass nach Aussage von Bürgermeisterin Claudia Blum in diesem Jahr rund 40 000 Euro an Eintrittsgeldern fehlen werden.

Allerdings summiert sich der Verlust beim städtischen Bad ohnehin jedes Jahr auf rund 250 000 bis 300 000 Euro. Daran werde sich in diesem Jahr nichts ändern, auch wenn man bei den Personalkosten etwas sparen kann, weil das Freibad wegen der Corona-Pandemie erst später und mit weniger Besuchern öffnet.

Auf Nachfrage sagte die Bürgermeisterin, dass der Vertrag mit der Betreiberfirma erfüllt werden muss, diese erhält trotz der zurückliegenden Wochen mit geschlossenem Freibad ihr Geld. Auch wenn Homberg keinen Schwimmverein hat, so gibt es den Turnverein, der im Bad in Sachen Sportabzeichen aktiv wird, darauf wies Dagmar Bisanz (CDU) hin.

Es sei wichtig, das Bad in dieser Sommersaison zu öffnen, meinte Michael Fina (SPD). Denn nicht alle Familien werden in den Urlaub fahren können.

In den vergangenen Tagen wurde das Bad für die Öffnung vorbereitet. So wurde die gesamte Anlage desinfiziert und gespült, anschließend die Becken gefüllt. Dafür wurden 1500 Kubikmeter Wasser gebraucht. Auch einige Reparaturarbeiten haben stattgefunden, so an der Beckenheizung.

Der Pächter des Kiosk hatte seinen Vertrag bereits zum Ende der Saison 2019 gekündigt. Die Bauverwaltung hatte daraufhin die Verpachtung des Kiosk in diesem Frühjahr neu ausgeschrieben. Es gab zwei Bewerbungen von Homberger Gastronomen. Wegen der dann einsetzenden Corona-Krise wurde der Kiosk nicht verpachtet. Auch wenn das Freibad nun öffnet, ist ein Betreiben des Kiosks wegen der hohen Auflagen nicht sinnvoll, so der Magistrat.

Das Freibad wird täglich von 8 bis 12 Uhr und von 14 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintrittspreis beträgt einheitlich zwei Euro pro Person. Er wird kontaktlos bar gezahlt. Kinder unter sechs Jahren haben freien Eintritt.

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