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Am Tag nach dem Brand stehen Postmitarbeiter vor dem Alsfelder Zustellstützpunkt.

Brandursache steht fest

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Ein Großbrand hat den Zustellstützpunkt der Post in Alsfeld zerstört. Gut 110 Feuerwehrleute haben das Schlimmste verhindert, niemand wurde verletzt. Am Tag danach suchte die Post nach einer Halle, wo in einer Übergangszeit Briefe vorsortiert werden können.

Nach dem Großbrand vom Donnerstagabend ist der Zustellstützpunkt der Deutschen Post am Ortsrand von Alsfeld auf dem ehemaligen Bundesgrenzschutzgelände massiv beschädigt. Nur durch den Einsatz von 110 Feuerwehrleuten und eine Brandmauer wurde verhindert, dass das Gebäude komplett abbrannte. Die Zustellung von Briefen und Paketen ist am Freitag entsprechend ausgefallen. Am heutigen Samstag soll die Paketpost wieder ausgefahren werden, am Wochenanfang wird die Briefpost folgen.

Am Donnerstagabend waren 110 Frauen und Männer der Feuerwehren Alsfeld und Homberg im Einsatz. Wie Alsfelds Stadtbrandinspektor Daniel Schäfer berichtete, schlugen meterhohe Flammen aus dem Dach des Bauwerks in der Konrad-Adenauer-Straße nahe der Grünberger Straße. Zur Bekämpfung des Brandes gingen auch vier Feuerwehrtrupps mit Atemschutzgeräten in das brennende Gebäude, zudem wurden Wasserwerfer über zwei Drehleitern aus Alsfeld und Homberg eingesetzt.

Ein aufmerksamer Bürger hatte gegen 20.45 Uhr die Flammen bemerkt. Er verständigte Polizei und Feuerwehr. Beim Eintreffen brannte der mittlere Hallenbereich auf der Gebäuderückseite. Da der Brand spätabends ausgebrochen ist, wurden keine Mitarbeiter des Zustellstützpunkts verletzt.

Mit dem massiven Löschangriff verhinderten die Feuerwehrleute eine Ausbreitung des Brandes. Stadtbrandinspektor Schäfer berichtete von explodierenden Akkus der Postzustellfahrräder, die sich im Gebäude befanden, sowie stark brennenden Wärmedämmplatten auf dem Dach, was die Löscharbeiten erschwerte. Die Versorgung der Feuerwehrleute leistete ein DRK-Betreuungszug.

Die bisherigen Untersuchungen haben ergeben, dass sich im Bereich des Brandherdes eine Ladestation für E-Bike-Akkus befindet. Die Ermittler gehen davon aus, dass ein technischer Defekt im Bereich dieser Ladestation den Brand auslöste. Der Schaden beläuft sich nach ersten Schätzungen auf mehrere 100 000 Euro.

Am nächsten Morgen sah das Gebäude von der Straßenseite her unauffällig aus. Erst wenn man um den eingeschossigen Zweckbau von rund 60 Metern Länge herumging, sah man zertrümmerte Fenster und Rauchspuren. Experten von Polizei und Feuerwehr untersuchten das Gebäude.

Von einer Anhöhe war zu erkennen, dass das Dach im Mittelbereich komplett verkohlt ist. Erkennbar war auch, dass eine Brandmauer im Inneren die Ausbreitung des Feuers im Gebäudes verhindert hat. Im Innern lagerten noch einige Paletten mit Paketen, die aber nicht beschädigt wurden, weil die Flammen rechtzeitig eingedämmt werden konnten.

Post-Pressesprecher Thomas Kutsch bestätigt, dass der Brand in der Verteilhalle wütete. Dort befinden sich die Spinde der Zusteller, die Briefe, Postkarten und größere Sendungen für den Laufweg vorsortieren. "Dort arbeiten 50 Leute für 30 Zustellbezirke", so Kutsch. Neben zwei reinen Paketbezirken gibt es überwiegend sogenannte Verbundbezirke, in denen die Zusteller mit Briefen und Paketen unterwegs sind.

Während sich die Zusteller in kleinen Grüppchen vor dem Gebäude versammelten, wurden hinter den Kulissen bereits hektisch zahlreiche Telefone geführt. Die Post-Führungskräfte suchten nach einer Halle, damit die Zustellung schleunigst wieder funktioniert, und fanden das ehemalige "Hafu." Heute läuft die Zustellung der Pakete wieder an, immerhin sind es an normalen Tagen rund 2000. Die Briefzustellung ist schwieriger, weil es mehr Sendungen sind und man einen Arbeitsplatz zum Sortieren der Briefe entsprechend des Laufwegs benötigt. Deshalb geht Kutsch davon aus, dass die Briefzustellung "erst Stück um Stück wieder ins Laufen kommen wird".

Kriminalpolizei und Landeskriminalamt haben die Ermittlungen aufgenommen. Die ersten Ermittlungen haben keine Anhaltspunkte auf vorsätzliche Brandstiftung ergeben.

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