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Die Kinder durfen sich probehalber eine Brandschutzhaube aufsetzen. Feuerwehrmann Stefan Wehrwein erläutert dazu die Funktion.

Brandschutzhaube und Kinderfinder

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Gemünden (eva). Kindern die Angst vor Feuer zu nehmen, ihnen aber gleichzeitig auch den nötigen Respekt im Umgang mit dem Feuer beizubringen, dieser Aufgabe widmet sich Stefan Wehrwein von der Feuerwehr Burg-Gemünden seit Jahren mit Idealismus und viel Geschick.

Die Gefahren, die sich beim "Spiel mit dem Feuer" ergeben können und wie man sich im Falle eines Brandes richtig verhält, erläuterte Stefan Wehrwein kürzlich gemeinsam mit David Laubinger sowohl den "Dinos" im Kindergarten Siebenstein als auch den Zweitklässlern der Pestalozzischule.

So lernten die Kinder anhand von Rollenspielen mit dem Telefon, was alles beim Absetzen eines Notrufes zu beachten ist, damit die Rettungskräfte schnellstens vor Ort sein können. Es wurde vermittelt, dass auch bei schlechtem Handyempfang der Notruf trotzdem funktioniert und wie wichtig die Beantwortung der W-Fragen ist.

Streichholz immer ausblasen

Die Feuerwehrleute erklärten Verhaltensregeln, damit Brände möglichst vermieden werden. So unter anderem auch, dass achtlos weggeworfene, vermeintlich leere Batterien in Sekundenbruchteilen einen Brand verursachen können, wenn sie beispielsweise mit Stahlwolle in Berührung kommen.

Ein gefahrloser Umgang mit Kerzen und Streichhölzern wurde geübt und dabei vermittelt, dass man zur Sicherheit nur ganze Streichhölzer verwenden und diese stets vom Körper weg anzünden soll, dass auf langes Haar besonders geachtet werden muss und Streichhölzer immer ausgeblasen und nicht ausgeschüttelt werden sollten.

Die Kinder lernten das richtige Verhalten beim Verlassen der Räume und des Gebäudes im Notfall. Dazu gehört Fluchtwege beachten, sich bemerkbar machen, sich nicht verstecken, sondern wenn möglich am Boden kriechend den verrauchten Raum verlassen, oder sich am Fenster bemerkbar machen, niemals nach oben zu laufen, wenn es brennt.

Im Rahmen einer Vorführung mit dem "Rauch-Haus-Modell" wurde demonstriert, wie schnell sich der giftige und lebensgefährliche Qualm im Gebäude ausbreiten kann und wie wichtig ein Feuermelder ist. Damit die Kinder keine Angst vor Einsatzkräften in voller Montur bekommen, legte Lukas Wehrwein eine komplette Ausrüstung mit Atemschutz an. Wer wollte, der durfte eine Brandschutzhaube aufsetzen. Eine Übungseinheit gab es mit den Erzieherinnen des Kindergartens. Im Einsatz war auch der Feuerlöschtrainer und es wurde fleißig geübt, den Brand mittels Feuerlöscher zu bekämpfen.

Mit David Laubinger erläuterte Stefan Wehrwein im Gerätehaus die Einsatzfahrzeuge. Die Kinder durften Feuerwehrhelme probieren, einen Löschangriff mit dem C-Rohr ausführen und eine Steckleiter erklimmen. "Die Brandschutzerziehung im Feuerwehrgerätehaus hat viel gebracht", resümiert Stefan Wehrwein.

Kind mit Teddy an der Tür

Zum Abschluss wurden "Kinderfinder" verteilt. Um besser feststellen zu können, ob und wo sich bei einem Brand Kinder im Gebäude befinden, wurde der "Kinderfinder" mit der Arbeitsgruppe Brandschutzerziehung des Landesfeuerwehrverbandes entworfen. Das etwa acht Zentimeter hohe neongelbe "Warndreieck" zeigt ein symbolisiertes Kind mit Teddy. Es kann an jeder Kinderzimmertür angebracht werden. Da Brandrauch aufsteigt, sollte sich der Kinderfinder im unteren Drittel der Tür befinden. Der Rettungstrupp erhält so einen wichtigen Hinweis, dass sich hinter dieser Tür womöglich noch ein Kind befindet.

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