In Kitas wird es für Eltern bestimmter Berufsgruppen eine Notbetreuung geben. Alle öffentlichen Stellen bitten darum, persönliche Besuche zu vermeiden. SYMBOLFOTO: DPA

"Bitte nicht vorbeikommen"

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Ab heute erfährt auch das Leben im Vogelsbergkreis weitere gravierende Einschränkungen im Rahmen der Coronavirus-Krise. Schulen und Kitas sind geschlossen, ebenso Freizeiteinrichtungen wie Hallenbäder. Am Wochenende gab es einen vierten bestätigten Fall.

Die Verantwortlichen beim Vogelsbergkreis und die Bürgermeister hatten sich am Freitag auf eine Linie verständigt und Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern verboten. Ebenfalls am Freitag stimmten sich Landrat, Erster Kreisbeigeordneter und die Bürgermeister ab, wie Veranstaltungen mit weniger als 1000 Besucher zu bewerten sind. In einer Erklärung betonen sie: "Alle Veranstaltungen, die nicht zwingend erforderlich und damit verschiebbar sind, sollten abgesagt werden." Die Verfügung gilt bis zum Karfreitag (10. April). Sie betrifft sowohl öffentliche als auch private Veranstaltungen. "Die Gesundheit der Bürger hat Vorrang", erklärte Landrat Manfred Görig und verwies auf die Gefahr, sich bei einer Großveranstaltung anzustecken. Zudem sei eine Rückverfolgung zu Kontaktpersonen kaum zu gewährleisten.

Veranstaltungen:"In unseren Städten und Gemeinden empfehlen wir, alle Veranstaltungen abzusagen, die ohne Probleme zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden können", so der Feldataler Bürgermeister Leopold Bach als stellvertretender Sprecher der Bürgermeister. Das betreffe Veranstaltungen mit beispielsweise 50 Teilnehmern wie Vereinstreffen oder Vereinsjubiläen genauso wie größere Veranstaltungen in den kommunalen Liegenschaften der Städte und Gemeinden wie zum Beispiel Theateraufführungen, Kirmesveranstaltungen oder Volksfeste. "Wir werden sehr sensibel auch mit kleinen Veranstaltungen umgehen", so Bach. "Wir möchten die Bürger sensibilisieren."

Das Kreisgesundheitsamt verwies darauf, dass es Beschränkungen gibt für Angehörige bestimmter Berufsgruppen, die aus Risikogebieten zurückkehren, für sie wurde eine 14-tägige Quarantäne angeordnet. Dies betrifft auch Angehörige des Polizeivollzugsdienstes, Angehörige von Feuerwehren, Bedienstete von Rettungsdiensten, medizinisches Personal oder Helfer des Katastrophenschutzes.

Rückkehrer:Bundesgesundheitsminister Spahn forderte außerdem dazu auf, dass alle Rückkehrer, die sich in den vergangenen 14 Tagen in Österreich oder der Schweiz aufgehalten haben, unnötige soziale Kontakte vermeiden und zwei Wochen zu Hause bleiben. "Dieser Empfehlung schließen wir uns an. Es ist dabei zweitranging, ob man Symptome aufweist oder nicht, denn so kann man sich selbst und sein Umfeld vor dem Virus schützen", so Gesundheitsdezernent Mischak.

Auch die Schulen und Kitasbleiben geschlossen. Ausgenommen sind Kinder, deren Eltern folgende Tätigkeiten ausüben: alle medizinischen und Pflegeberufe, Polizeivollzugsdienst, Feuerwehr, Rettungsdienst, THW, Katastrophenschutz, Richter, Staatsanwälte, Justizvollzugsdienst. In Alsfeld werden die Erzieherinnen in allen Kitas vor Ort sein und die Betreuung für die genannten Kinder sicherstellen.

Amtsgericht:Das Amtsgericht Alsfeld hat sich dazu entschlossen, den Dienstbetrieb zum Schutz des Publikums und der Bediensteten einzuschränken. Die Serviceeinheiten und die Rechtsantragstelle des Gerichts werden ab heute nur noch montags, mittwochs und freitags jeweils zwischen 10 und 12 Uhr für den Publikumsverkehr geöffnet sein. Außerhalb dieser Sprechzeiten wird Publikum nur in besonders dringenden Fällen und auch nur nach telefonischer Voranmeldung unter der 06631/802-0 bedient. Besucher werden gebeten, vor einer persönlichen Kontaktaufnahme vorab den Sachbearbeiter anzurufen oder sich unter der genannten Nummer verbinden zu lassen, um in Erfahrung zu bringen, ob eine persönliche Vorsprache erforderlich ist. Anträge und andere Anliegen sollten vorrangig per Telefon, Telefax oder auf schriftlichem Weg gestellt und vorgebracht werden. Die Gerichtszahlstelle wird keinen Bargeldverkehr mehr abwickeln. Anträge auf Erteilen von Auszügen aus dem Grundbuch und Zeugen- und Sachverständigenentschädigung werden nur noch schriftlich oder per Telefax (06631-802-400) bearbeitet. Ebenso werden Beratungshilfeanträge nur noch in schriftlicher Form entgegengenommen. Das Antragsformular liegt an der Pforte des Amtsgerichts zur Abholung bereit. Die Bürger können sich mit Anliegen oder Fragen auch direkt an den zentralen Auskunftsservice wenden (0800-963-2147). Besucher des Amtsgerichts werden gebeten, den im Eingangsbereich bereitgestellten Handdesinfektionsmittelspender zu benutzen. Diese Maßnahmen gelten vorläufig bis zum 30. April. Die Einschränkungen gelten nicht für die Teilnahme an einem Gerichtstermin oder wenn das persönliche Erscheinen ausdrücklich angeordnet worden ist, heißt es weiter.

V olkshochschule: Die Volkshochschule weist darauf hin, dass ab sofort alle Kurse und Veranstaltungen ausgesetzt werden. Einzeltermine und Einzelberatungen können weiter nach individueller Terminvereinbarung wahrgenommen werden. Das vhs-Geschäftszimmer ist weiterhin zu den üblichen Öffnungszeiten erreichbar. Ausgefallene Kurstermine sollen möglichst nach Ostern nachgeholt werden.

Der VdKHessen-Thüringen hat bis vorerst 13. April alle persönlichen Besuche in allen Kreis- und Bezirksgeschäftsstellen untersagt. Erreichbar sind die Stellen nur noch telefonisch oder per E-Mail (Dienstag 8.30 bis 12.30 Uhr und Donnerstag 13.30 bis 17.30 Uhr).

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