Die neuen Jugendpflegerinnen Vanessa Bartelmess und Katharina Schell (v. l.) mit Vertretern der Kommune bei den Jugendlichen in Groß-Eichen. FOTO: JOL
+
Die neuen Jugendpflegerinnen Vanessa Bartelmess und Katharina Schell (v. l.) mit Vertretern der Kommune bei den Jugendlichen in Groß-Eichen. FOTO: JOL

Billard mit den Neuen

  • Joachim Legatis
    vonJoachim Legatis
    schließen

Die Jugendarbeit in Mücke hat mit Katharina Schell und Vanessa Bartelmess zwei neue Gesichter. Sie sollen mehr Jugendliche in Projekte einbinden und für den Dialog der Generationen sorgen. Und sie bringen zwei für junge Leute eher ungewöhnliche Beschäftigungen ein: Yoga und Kuchen backen.

Die Jungs und Mädchen um den Billardtisch im "Ossestall" von Groß-Eichen freuen sich schon auf "den neuen Jürgen". Es sind zwar zwei Frauen, die für den bisherigen Jugendpfleger Jürgen Schneller die Koordination der Jugendtreffs übernommen haben, aber das ist für die Jugendlichen nicht wesentlich. Sie haben wieder einen Ansprechpartner bei der Gemeinde, das zählt. Darüber freut sich auch Ortsvorsteherin Petra Grün, die sich auch um die Belange der Dorfjugend kümmert.

Nun sind Katharina Schell und Vanessa Bartelmess die neuen Ansprechpartner für die Jugendarbeit. Sie arbeiten jeweils mit einer halben Stelle, haben jedoch einen deutlich breiteren Auftrag als ihr Vorgänger. Das machte Bürgermeister Andreas Sommer bei der Vorstellung der beiden neuen Mitarbeiterinnen deutlich.

Die Mücker Kommunalpolitiker haben mehr Aufgaben in den Vertrag gepackt als bislang vorgesehen waren. Und zudem steuern gleich zwei Institutionen ihre Erfahrungen bei. Vanessa Bartelmess ist beim Jugendhaus Merlau der Jugendhilfe Feldatal angestellt, Katharina Schell arbeitet für die Schottener Sozialen Dienste. Das bringt viele Kontakte zu anderen Einrichtungen, die mit der Jugendarbeit zu tun haben - von diversen Behörden über Träger sozialer Leistungen bis hin zur Kommune und zum Ehrenamt. Die beiden Frauen wollen künftig auch Ältere und Menschen mit Behinderungen ins Programm mit einbeziehen.

Bürgermeister Sommer erinnerte daran, dass die Jugendarbeit nach längerer Debatte in den Gemeindegremien verändert wurde (die Alsfelder Allgemeine Zeitung berichtete). Dabei sei es unstrittig, dass sich die Gemeinde weiter um die Jugendarbeit kümmert, das sei bei einer Kommune in der Größenordnung von Mücke nicht selbstverständlich. Bürgermeister Sommer betonte: "Durch die Verbindung mit der Jugendhilfe und den Schottener Sozialen Diensten erreichen wir ganz andere Dimensionen."

So kümmern sich Schell und Bartelmess um die elf Jugendräume, die weiterhin selbst organisiert laufen. Sie wollen aber darüber hinaus Projekte anbieten, die für junge Menschen aus der ganzen Gemeinde gelten, und sie möchten gern die ältere Generation mit einbeziehen und sich mehrmals im Jahr mit dem Jugendausschuss austauschen. "Das ist eine tolle Sache, ich freue mich sehr", sagte Sommer.

Schell erinnerte daran, das die Jugendarbeit im Vogelsberg am "Sozialraum" orientiert ist, das ist der Bereich, in dem die jungen Menschen Familie und Schule haben und ihre Freizeit gestalten. Ihre Tätigkeit umfasse deshalb nicht allein die Betreuung der Jugendräume und Organisation von Ferienspielen. Dazu gehört die Abstimmung mit der Gemeinde, Kooperation mit Vereinen sowie beispielsweise dem neuen "Klimafairein" und Institutionen wie der Jugendbildung des Kreises. Damit werde die bisherige Arbeit fortgeführt und etwas erweitert. Geplant sind auch feste Sprechzeiten, um Einzelprobleme zu besprechen und Anregungen auszutauschen. Dabei arbeitet man mit der schulbezogenen Jugendsozialarbeit zusammen, die von Uwe Zaschel geleistet wird. Zaschel arbeitet bereits seit Jahren unter anderem in Mücke.

Bewährtes fortführen

Torsten Allendorf vom Jugendhaus Merlau erinnerte daran, dass die Schule ein wichtiger Treffpunkt für Jugendliche ist, vielleicht könne man gemeinsame Projekte starten. Die Jugendarbeiterinnen wollen sich mit denjenigen abstimmen, die bereits Jugendarbeit betreiben. Sie dächten dabei zum Beispiel an Jugendfeuerwehren und Ortsvorsteher, sagte Schell.

Es sei wichtig, das ehrenamtliche Engagement zu bewahren und zu schauen, was dazu entwickelt werden kann. So könnten Projekte zu digitalen Medien und zur Mobilität der jungen Leute gestartet werden. Sommer regte an, Projekte anzubieten, die Jugendliche erreichen, die nicht in der jeweils aktuellen Clique des Jugendraums zu finden sind. Schell will dazu zunächst viele Gespräche führen, um den Bedarf zu ermitteln.

Bei Projekten und Ferienspielangeboten können die neuen Jugendpflegerinnen auf eigene Schwerpunkte zurückgreifen. "Ich bin Yogalehrerin und Musikerin, da ist einiges möglich", sagt Schell. Bartelmess kann gut backen, wie sie sagte, gerne stellt sie Motivtorten mit den Jugendlichen her, erzählt sie.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare