Durch den zweiten Biberdamm grenzt das Hochwasser bereits an die Ortslage. Bei weiteren Niederschlägen droht die Überschwemmung von Kellern. FOTO: PM
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Durch den zweiten Biberdamm grenzt das Hochwasser bereits an die Ortslage. Bei weiteren Niederschlägen droht die Überschwemmung von Kellern. FOTO: PM

Biberdamm wird entfernt

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Grebenhain(pm). Der unter Naturschutz stehende Biber ist am Waaggraben zwischen Grebenhain und Crainfeld heimisch geworden. Erkennbar ist das an den Gehölzen und Fraßspuren, der großen Biberburg und einem Damm im Gewässer. Dieser sichert den Zugang zur Burg unter der Wasserlinie. Mit einem solchen Damm kann aber auch - wie in diesem Fall - die Gefahr eines Hochwassers für einen benachbarten Ort steigen.

Konkret handelt es sich um einen Zweitdamm, den der Biber gebaut hat. Dieser wird nun entfernt, wie das Dezernat für Naturschutz im Regierungspräsidium mitteilt. Die dafür erforderliche naturschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung nach dem Bundesnaturschutzgesetz hat der Vogelsbergkreis der Gemeinde Grebenhain erteilt.

Hochwasser reicht bis an den Ort

"Wir freuen uns natürlich über jeden einzelnen Biber, der sich wieder bei uns in Mittelhessen ansiedelt", sagt Dezernatsleiter Gerhard Schulze-Velmede, "denn es handelt sich um eine seltene und streng geschützte Art." Durch Dammbauten verändert sich eine flache Wiesenlandschaft stark, was aus Biologensicht wünschenswert ist. Große Teile der Flächen sind dauerhaft überflutet. Das wiederum wertet den Lebensraum für viele vom Wasser profitierende Arten auf.

Der Biber von Grebenhain hat es jedoch ein wenig übertrieben. Zusätzlich zu seinem ersten, den Lebensraum sichernden Damm, hat der Nager unweit der Straßenbrücke an der Landesstraße 3178 ein zweites Bauwerk errichtet. "Der erhöhte Wasserstand, der daraus resultiert, reicht über die Vorfluter bis an den Rand der Ortslage", berichtet Gerhard Schulze-Velmede weiter. "Bei einem stärkeren Niederschlag gehen wir davon aus, dass Teile der angrenzenden Ortslage Grebenhain hochwassergefährdet sind."

Neue Dämme im Bau

Dieser zweite Damm hat allerdings keinen Einfluss auf den Erhaltungszustand der Population und dient dem Biber nur dazu, seinen Aktionsradius zu erweitern. Im öffentlichen Interesse und aus zwingenden wirtschaftlichen Gründen haben sich die Naturschutzbehörden des Vogelsbergkreises und des Regierungspräsidiums Gießen darauf verständigt, diesen für die Überflutung mitverantwortlichen Biberdamm entfernen zu lassen. "Die Maßnahme wird, wenn sich die aktuelle Hochwasserlage etwas entspannt hat, kurzfristig durchgeführt werden", kündigt der RP-Dezernatsleiter die Maßnahme an. Die Genehmigung enthält auch eine Erlaubnis, neue Biberdämme an dieser Stelle zu entfernen, die sich bereits im Entstehungsstadium befinden.

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